Frage:
In letzter Zeit hat sich der Schrei des Takbir mit der Gemeinschaft während Demonstrationen/Kundgebungen {المظاهرات} und auch in den Moscheen weit verbreitet. Hat der Gesandte (salla-allahu alayhi wa sallam) solch eine Handlung tatsächlich untersagt?

Antwort:
Er (salla-allahu alayhi wa sallam) sagte:

{مَنْ أَحْدَثَ فِي أَمْرِنَا هَذَا مَا لَيْسَ مِنْهُ فَهُوَ رَدٌّ}

„Wer etwas in diese unsere Angelegenheit (den Islam) einführt, was nicht von ihr ist, dem wird es zurückgewiesen.“ Verzeichnet bei Bukhari und Muslim und von 'A`ischah (radiya-llahu anha) überliefert [1]. Und in einem anderen Wortlaut bei Muslim sagte er:

{مَنْ عَمِلَ عَمَلًا لَيْسَ عَلَيْهِ أَمْرُنَا فَهُوَ رَدٌّ.}

„Wer eine Tat ausführt, für die es keinen Befehl von uns gibt, dem wird sie zurückgewiesen.“ [2]

Es herrscht Übereinkunft bei den festgegründeten Leuten des Wissens und den vorzüglich frommen Imamen und deren Söhnen, den Studenten des Wissens, das Demonstrationen/Kundgebungen {المظاهرات}, eine neu eingeführte Angelegenheit (in der Religion) ist. Ebenso ist der Gemeinschafts-Takbir eine neu eingeführte Angelegenheit. Es gibt keinen Befehl des Propheten (salla-allahu alayhi wa sallam) bezüglich diesen Angelegenheiten.

Die Neuerung (Bid’ah) bringt (weitere) Neuerung mit sich. Der laute Schrei des Takbir ist ein Resultat der Demonstrationen/Kundgebungen und des Gemeinschafts-Takbirs und hat sich selbst bis in die Moscheen verbreitet. Und der Erzähler sprach die Wahrheit als er sagte:

{البدعة بريد الكفر.}

„Die Bid’ah (Neuerung) ist der Vorbote des Kufr (Unglaubens).“ Dies bedeutet nicht, dass Demonstrationen/Kundgebungen und der geschriene Gemeinschafts-Takbir Kufr sind, jedoch sage ich, dass die Bid’a das herbeiführt, was noch grösser ist. Das geht dann soweit, bis eine Person in Kufr fällt und somit von der Religion Allahs (‘azza wa jall) abfällt. Um ein Beispiel anzuführen, so kennen wir Männer, die an den Wissensrunden der Salafiyyah teilgenommen haben, und sie sind von den Ikhwan-ul-Muslimin (Muslimbruderschaft) und heute werden über sie Aussagen der Abtrünnigkeit und des Kufr an Allah (subhaanahu wa ta’aalaa) verbreitet. So sollen sich die Muslime vor der Bid’a (Neuerung in der Religion) bewahren, auch wenn diese von den Kleineren (Neuerungen) sind [3].


Schaykh Ubayd al-Jaabirii, hafidhahullaah

Aus einer Audioaufnahme des Schaykhes


Übersetzt von Muhammed al-Madani, hafidhahullaah

[1] Al-Bukhari, Sahih, Buch: Aussöhnung, Nr. 2697; Muslim, Sahih, Buch: Gerichtsbeschlüsse, Nr. 1718; Abu Dawud, Sunan, Buch: As-Sunnah, Nr. 4606; Ibn Majah, Sunan, Einleitung, Nr. 14; Ahmad, Musnad, Band 6, S. 256.
[2] Muslim, Sahih, Buch: Gerichtsbeschlüsse, Nr. 1718; Ahmad ibn Hanbal, Musnad, Band 6, S. 180;
[3] Anmerkung: Um – mit Allahs Erlaubnis - das richtige Verständnis hierzu zu erlangen, siehe: Erlaubte und verbotene Bidah (Neuerung)

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