Der Gesandte Allahs (salla-llahu alayhi wa sallam) sagte:
{خَمْسٌ مِنْ الْفِطْرَةِ: الْخِتَانُ، وَالاسْتِحْدَادُ، وَقَصُّ الشَّارِبِ، وقلم الأَظْفَارِ، وَنَتْفُ الآباط}
„Fünf sind von der Fitrah (natürlichen Veranlagung):
1. Die Beschneidung,
2. das Abrasieren der Schamhaare,
3. das Kurzschneiden des Schnurrbarts,
4. das Schneiden der (Finger- und Fuß-) Nägel und
5. das Auszupfen der Achselhaare.“
[Al-Bukhari Nr. 5441; Muslim Nr. 377; Abu Dawud Nr. 4198, Al-Tirmidhi Nr. 215]
Der Gesandte Allahs (salla-llahu alyhi wa sallam) sagte:
{اخْتَتَنَ إِبْرَاهِيمُ عَلَيْهِ السَّلام وَهُوَ ابْنُ ثَمَانِينَ سَنَةً}
„Ibrahiem (Friede sei mit ihm) beschnitt sich selber, als er 80 Jahre alt war.”
[Berichtet von Abu Hurayrah (radiya-llahu anhu; Überliefert bei Al-Bukhari Nr. 3107 und Muslim Nr. 4368]

Ibn Qudaamah (rahimahullah) sagte:
„In Bezug auf die Beschneidung, so ist sie verpflichtend für Männer und eine Ehre für Frauen, aber sie ist nicht verpflichtend für sie. Dies ist die Ansicht vieler Gelehrter. Ahmad sagte: Sie ist verpflichtender für den Mann, denn wenn ein Mann nicht beschnitten ist, bedeckt die Vorhaut die Eichel sodass sie dadurch nicht richtig gesäubert werden kann. Und sie ist weniger von Bedeutung für die Frauen.“
[Al-Mughni, Band 1, Seite 63]
Ibn Qudamah berichtet:
Abu ‘Abd-Allaah (d.h. Imam Ahmad) sagte: Ibn ‘Abbas war sehr streng in dieser Angelegenheit. Es wurde von ihm überliefert, dass es keine Hajj und kein Gebet für denjenigen gibt, der nicht beschnitten ist. Aber al-Hassan erteilte eine Konzession diesbezüglich, und sagte: Wenn eine Person Muslim (d.h. zum Islam konvertiert) wird, macht es nichts aus, wenn sie nicht beschnitten ist. Er sagte: Schwarze und weisse Menschen wurden Muslime und niemand untersuchte sie und sie wurden nicht beschnitten. Der Beweis, dass es verpflichtend ist, ist die Verpflichtung die Aurah zu bedecken, und wenn es nicht wegen der Tatsache wäre, dass die Beschneidung verpflichtend ist, wäre es nicht erlaubt, die Unverletzlichkeit der zu beschneidenden Person zu überschreiten und ihre Aurah anzusehen, um diese Prozedur auszuführen. Und dies ist eines der Symbole der Muslime. Es ist also verpflichtend, so wie alle andere Symbole des Islam. Wenn ein Erwachsener Muslim wird und wenn er fürchtet, dass die Beschneidung ihm Schaden zufügen wird, dann entfällt die Pflicht in diesem Fall, weil auch Ghusl und Wudu usw. entfallen, wenn die Angst besteht, dass sie Schaden verursachen könnten (Anmerk. Wie z.b. im Falle von Krankheit oder einer Wunde, wo das Wasser des Wudu/Ghusl die Krankheit/Wunde verschlimmern oder sogar den Tod verursachen könnte), deshalb ist es zutreffend, das die Beschneidung in solch einem Fall entfällt. Wenn eine Person jedoch sicher ist, dass ihr kein Schaden entsteht, dann muss sie es (die Beschneidung) tun.
Hanbal sagte: Ich fragte Abu ‘Abd-Allaah über den Dhimmi (Jude oder Christ, der unter Islamischer Herrschaft lebt), welcher Muslim wird: Glaubst du, dass er beschnitten werden muss? Er sagte: Es ist notwendig. Ich sagte: Auch, wenn er alt ist? Er sagte: Ich möchte für ihn, dass er dadurch gereinigt wird, wegen dem Hadith: „Ibrahiem (Friede sei mit ihm) beschnitt sich selber, als er 80 Jahre alt war.” Und Allah sagt: „…der Religion eures Vaters Ibrahim.“ (Abraham)” [al-Hajj 22:78].
[Al-Mughni, Band 1, Seite 101]
Die Gelehrten des Ständigen Komitees sagten:
Die Beschneidung ist eine der Sunnan der Fitrah, für beide Männer und Frauen, aber sie ist verpflichtend für Männer und eine Sunnah und eine Ehre für Frauen.

Schuyuch: Abdulaziz Ibn Baz, Abdurrazzaq Afifi, Abdullah ibn Ghudayyah, Abdullah ibn Qa‘ud

[Fataawa al-Lajnah al-Daa’imah, Band 5, Seite 113, vierte Frage der Fatwa Nr. 2137]
Übersetzt von Umm Sayfullah

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