Seine Abstammung

Er war Abu Muhammad, Abdullah Ibn Ahmad Ibn Muhammad Ibn Qudamah Ibn Miqdam Ibn Nasr Ibn Abdillah Ibn Hudhayfah Ibn Muhammad Ibn Ya’qub Ibn al-Qasim Ibn Ibrahim Ibn Isma’il Ibn Yahya Ibn Muhammad Ibn Salim Ibn Abdillah Ibn ‘Umar Ibn al-Khattab (radiAllahu anhu).
Al-Quraischi; al-Maqdisi; al-Jamma’ili, dann ad-Dimaschqi; as-Salihi; al-Hanbali, Muwaffaqud-Din.

Al-Quraischi: In Zuschreibung zu dem Stamm der Quraisch, da er von ‘Umar radiAllahu anhu abstammt, welcher Adawi war (vom Unterstamm der Banu Adiyy, welche zu den Quraisch gehörten).

Al-Maqdisi: In Zuschreibung seiner Familie zu Baytul Maqdis (Jerusalem), weil sie ganz in der Nähe wohnten.

Al-Jama’ili: In Zuschreibung zu dem Dorf Jamma’il, wo er geboren wurde; und es ist ein Dorf auf den Hügeln von Nablus – eine Stadt etwa 40 Meilen nördlich von Jerusalem im heutigen besetzten Palästina.

Ad-Dimaschqi: In Zuschreibung zu Damaskus (Syrien), wo seine Familie hin migrierte, wo er die meiste Zeit seines Lebens lebte und auch starb.

As-Salihi: In Zuschreibung zur Moschee der Salihiyyah. Sein Bruder Schaikh Abu ‘Umar sagte: „Sie schreiben uns den as-Salihiyyah zu, weil wir uns an der Moschee von Abu Salih niederließen, nicht weil wir rechtschaffene Menschen waren (Salihin).“ (Und dies ist von der Frömmigkeit, da sie tatsächlich eine Familie der Rechtschaffenheit und Bereinigung waren).

Al-Hanbali: In Zuschreibung zur Hanbali-madhhab, die er lernte und in deren Madhhab er ein Experte war: er lernte sie und war ein Experte in den Prinzipien und Einzelheiten des Fiqh, dem die Studenten von Imam Ibn Hanbal folgten. (Und er war kein blinder Befolger).

Muwaffaqud-Din: ein geehrter Titel, welcher bedeutet: „ein Rechtgeleiteter, dem die Errungenschaft der Korrektheit in der Religion erteilt wurde.“


Seine Geburt:

Er wurde im Monat Sha’ban, im Jahr 541 n.H. in der Stadt Jamma’il geboren.


Seine Familie:

Er kam aus einer Familie, welche edel in ihrer Abstammung, ihrem Wissen und ihrer Frömmigkeit waren.


Sein Vater

Ahmad Ibn Muhammad Ibn Qudamah wurde im Jahre 491 n.H. geboren und starb 558 n.H. Er war einer der rechtschaffenen Gelehrten; berühmt für Wissen, Zuhd (Verzicht auf weltliche Freuden, um die Nähe Allahs zu gewinnen) und Anbetung. Er war der Khatib der Moschee in Jamma’il. Er erzog seine Kinder und lehrte sie den Qur’an, Hadith und korrekte Manieren.
Er starb, als Muwaffaqud-Din 17 Jahre alt war, sodass sein älterer Sohn Muhammad Ibn Ahmad, welcher bekannt war als Abu ‘Umar, mit seiner Erziehung und Bildung fortfuhr.


Seine ersten Jahre und sein `nach Wissen streben` und seine Reisen, um nach Wissen zu streben

Während der ersten 10 Jahre seines Lebens blieb er mit seiner Familie in Palästina und fing mit dem Auswendiglernen des Qur’an an. Dann im Jahre 551 n.H. vollzog sein Vater die Hijrah mit seiner Familie, um vor den eindringenden Christen zu fliehen und er migrierte nach Damaskus. In Damaskus vervollständigte er das Auswendiglernen des Qur’an und lernte eine große Anzahl an Ahadith auswendig. Dann lernte er `Mukhtasar al-Khiraqi` im Fiqh von Imam Ahmad auswendig. (Später im Leben schrieb er eine Erklärung davon in 9 Bänden, genannt ‚al-Mughni‘). Er blieb 10 Jahre in Damaskus. Im Alter von 20 Jahren begann er seine Reisen, auf der Suche nach Wissen.
561 n.H.: Er reiste zur Hauptstadt des Wissens und der Gelehrten zu der Zeit: Bagdad. Er wurde von seinem Cousin mütterlicherseits al-Hafiz Abdul-Ghani al-Maqdisi begleitet; Er neigte zum Studium des Fiqh, wohingegen sein Cousin dem Studium des Hadith zugeneigt war, jedoch begleiteten sie sich zu den Unterrichten und eigneten sich beide an.

Dort studierte er bei vielen der Gelehrten, unter ihnen Schaikh Abdul Qadir al-Jilani (gest. 561 n.H.), Ibnul Batti und Ibnul Manniy. Er blieb vier Jahre lang in Bagdad. Er studierte `Mukhtasar al-Khiraqi` bei Abdul-Qadir al-Jilany und 50 Tage nach seiner Ankunft starb dieser. Dann studierten sie bei Ibnul Jauzi; danach bleib er bei Ibnul Manniy und lernte Fiqh der hanbalitischen Madhhab bei ihm, sowie seine Prinzipien und die verschiedenen Aussagen der Gelehrten, wobei er sich darin auszeichnete. Dann kehrte er nach Damaskus zurück.

-    Im Jahre 567 n.H. reiste er wieder nach Bagdad, um dort ein Jahr zu leben.
-    Im Jahre 573 n.H. reiste er nach Makkah um die Hajj zu vollziehen und traf dort die Leute des Wissens; unter ihnen al-Mubarak Ibn at-Tabbakh. Nachdem er die Hajj 574 n.H. verrichtet hatte
-    Reiste er von dort nach Bagdad, wo er sich wieder ein Jahr aufhielt.
-    Von Bagdad kehrte er zurück nach Damaskus, wo er damit begann, an verschiedenen Zweigen des Wissens zu arbeiten und zu schreiben, wovon das berühmteste seiner Werke ‚al-Mughni‘ war.


Seine Gelehrten

Unter seinen Gelehrten waren folgende mit eingeschlossen:
1.    Sein Vater Ahmad Ibn Qudamah al-Maqdisi (491-558 H)
2.    Sein älterer Bruder Abu ‘Umar Muhammad Ibn Ahmad Ibn Qudamah al-Maqdisi (528 – 564 H)
3.    Schaikh Abdul Qadir al-Jilany (471 – 561 H)
4.    Abul Fath Ibnul Batti (477 – 564 H)
5.    Abul Fath Nasr Ibn Fityan Ibn Matr Ibnul-Manni (501 – 583H)
6.    Fakhrun-Nisa. Shuhdah, die Tochter von dem Muhaddith Abu Nasr Ahmad Ibn al-Faraj Ad-Dinawari (480 – 574 H),
Schaikh Badr Ibn Abdillah al-Badr - hafidhahullah, in seiner Einleitung bei der Überprüfung von Ibn Qudamahs Buch ‘Ithbat Sifatil-`Uluww’ zählt er eine Liste von 67 seiner Schujukh  auf und sagt dann: „Und viele andere neben ihnen.“


Seine Studenten

Unter ihnen waren:

1.    Al-Baha-ul-Maqdisi (gest. 624 H), welcher ‘al-`Uddah Sharh al-`Umdah’ schrieb
2.    Diya ud-Din al-Maqdisi (gest. 643 H)
3.    Der Sohn seines Bruders: Shamsuddin Ibn Qudamah (gest. 682 H)
4.    Al-Hafith al-Mundhiri (d. 656H), welcher viele Werke schrieb, u.a.  ‘Mukhtasar Sahih Muslim’, ‘Mukhtasar Sunan Abi Dawud’, at-Targhib wat-Tarhib’… Shaikh Badrul-Badr zählt die Namen von 44  seiner Studenten auf und sagt dann: “Und viele andere.”


Seine physische Beschreibung und Charaktereigenschaften

Sein Student ad-Diya al-Maqdisi sagte: „Er hatte eine große Höhe, war weiß, mit einem leuchtenden Gesiecht, große ausgeprägte Augen; er war so gutaussehend,  dass es einem vorkam, als ob sein Gesicht Licht abgab; er hatte eine breite Stirn und einen langen Bart; eine gerade Nase und seine Augenbrauen berührten sich. Er hatte einen kleinen Kopf, schlanke Arme und Beine und einen dünnen Körper, und ein ausgebildetes Urteilsvermögen. Er war außerordentlich intelligent und hatte feine Manieren …“

Ibnul-Najjar sagte: „Al-Muwaffaq war der Imam der Hanbaliten in der Haupt-Gemeinschafts-Moschee von Damaskus. Er war vollkommen vertrauenswürdig; ein Beweis (im Berichten), edel. Er hatte viele Tugenden; und er hielt sich von allem Ungebührlichen fern; er war fromm, ein Anbeter (Allahs). Er war auf dem Weg der Salaf. Licht und Würde konnten an ihm gesehen werden. Ein Mensch konnte allein vom Ansehen Vorteile aus ihm  ziehen, sogar bevor er überhaupt seine Rede gehört hatte.

Ibn Kathir sagte: „Er verrichtete freiwillige Gebete zwischen den zwei Nachtgebeten in der Nähe seines Gebetsortes. Wenn er dann das Ischagebet verrichtet hatte, ging er zu seinem Haus in der ad-Duwalla’i-Straße am Fuße des Flusses. Unterwegs lud er diejenigen von den Armen und Bedürftigen auf, welche er konnte und sie aßen dann bei ihm. Sein Haupthaus war in Qasiyun …“

Ad-Diya sagte: „Er hatte feine Manieren: Er wurde fast nie gesehen, ohne dass er lächelte: er erzählte Anekdoten und Witze. Ich hörte al-Baha sagen: „Wenn die Leute mit ihm lasen, machte er Witze mit uns und verbreitete eine lustige und entspannte Atmosphäre. Einmal beschwerten sie sich bei ihm über einige Kinder, welche mit ihm studierten, sodass er antwortete: „sie sind Kinder. Sie brauchen irgendein Spiel und ihr wart einmal genau wie sie.“

Al-Baha beschrieb ihn als mutig und sagte: „Er ging gewöhnlich nach vorne zum Feind und er wurde an seiner Hand verwundet; und er nahm teil, wenn die Armee und der Feind sich gegenseitig beschossen.“

Ad-Diya sagte: „Er betete mit Khushu‘ (mit Demut und Konzentration). Er betete fast nie das Sunnahgebet vor dem Fadschr und nach dem Ischa, außer dass er es in seinem Haus verrichtete. Und zwischen den zwei Nachtgebeten betete er vier Rakah, in denen er (die Quransuren) As-Sajdah, Yasin, Ad-Dukhan und Tabarak rezitierte. Er hat sie fast nie ausgelassen. Er stand gewöhnlich im letzten Drittel der Nacht im Gebet, während er dabei 1/7 des Qur’an rezitierte. Manchmal erhob er seine Stimme und er hatte eine schöne Stimme.“


Das Lob der Gelehrten über ihn

Abu Amr Ibn As-Salah sagte: “Ich habe niemanden wie al-Muwaffaq gesehen."

Abu Bakr Ibn Ghanimah – der Mufti von Bagdad -  sagte: „Ich kenne niemanden in unserer Zeit, der den Grad des Ijtihad erreicht hat, mit Ausnahme von al-Muwaffaq.“

Sibt Ibn al-Jawzi sagte: „Er war ein Imam auf vielen Gebieten. Nach seinem Bruder Abu ‘Umar und al-Imad, gab es niemanden in seiner Zeit, welcher größeres Zuhd oder Frömmigkeit besaß als er. Er besaß sehr viel Haya (Schamgefühl) und er blieb mit dieser Welt und seinen Menschen auf Distanz. Er war umgänglich und milde, bescheiden und liebte die Armen. Er hatte feine Manieren, war großzügig und gebend, wer immer ihn sah, meinte, er würde einen der Gefährten des Propheten (sallAllahu alaihi wassallam) sehen; und es war, als ob ein Licht von seinem Gesicht ausging. Und er war fleißig in der 'Ibadah.“

Schaikhul Islam Ibn Taymiyyah sagte: „Nach al-Awza’i betrat niemand den Sham, welcher mehr Wissen im Fiqh und im Verständnis der Religion hatte, als al-Muwaffaq.“

Ad-Diya al-Maqdisi sagte: „Er war ein Imam in Bezug auf den Qur’an und seine Erklärungen; ein Imam im Wissensgebiet des Hadith und seiner Problematik; ein Imam im Fiqh -  tatsächlich der hervorstechendste Gelehrte dieser Zeit darin; ein Imam im Wissen über die Uneinigkeiten der Gelehrten; der hervorstechendste Gelehrte dieser Zeit im Erbschaftsgesetz; ein Imam in Usul Fiqh (Grundlagen der Rechtslehre); ein Imam in der arabischen Grammatik, ein Imam in Mathematik; ein Imam in den Bewegungen und Positionen der Sterne und Planeten.“

Ibn Rajab al-Hanbali sagte: „Der Faqih, der Zahid, der Imam. Schaikh des Islam. Der einzige außergewöhnliche Gelehrte.“

Al-Hafith Ibn Kathir sagte: „Schaikhul Islam. Ein Imam. Ein hervorragender Gelehrter. Es gab niemanden in seiner Zeit, auch lange Zeit vor ihm nicht, welcher mehr Wissen im Fiqh hatte als er.“

Ibn Rajab sagte: „Er folgte streng den Texten in Angelegenheiten des Usul (Fundamente und Glauben) und in anderen als sie. Er wandte keine Anbetungen an, zu welchen es keine Überlieferungen gab. Er befahl die Bestätigung der Texte und sie so zu lassen, wie sie sind – in Bezug auf das, was im Buch und der Sunnah zu As-Sifat (Allahs Eigenschaften) besteht: sie nicht zu ändern, sie nicht zu erklären, nicht die Bedeutung zu verändern, sie nicht zu interpretieren (mit Ta’wil) und sie nicht zu verleugnen.“


Sein Tod

Er starb - rahimahullah - am Samstag, dem Tag des ´Id-ul-Fitr, im Jahre 620 H, im Alter von 79 Jahren in seinem Zuhause in Damaskus. Sein Begräbnis, welches eine riesige Anwesenheit von Menschen nach sich zog, wurde am nächsten Tag abgehalten und er wurde auf dem Hügel von Qasiyun beerdigt.


Seine Ehefrau, Sklavinnen und Kinder

Er heiratete seine Cousine väterlicherseits, Maryam Bint Abi Bakr Ibn Abdillah Ibn Sa’d al-Maqdisi. Sie hatten eine Reihe von Kindern: (al-Majd) Isa, Muhammad, Yahya, Safiyyah und Fatima.
Dann nahm er sich ein Sklavenmädchen und dann noch eines. Dann heiratete er Izziyyah – welche vor ihm starb.

Alle seine Söhne starben zu seiner Lebenszeit und keiner von ihnen hatte Nachkommen, mit Ausnahme von Isa, welcher zwei rechtschaffene Söhne bekam, die jedoch beide ohne Nachkommen starben. Der Schaikh hatte also keine verbleibende Nachkommenschaft.


Seine Werke

Dr. Ali Ibn Sa’id al-Ghamidi listet seine Werke auf und sie sind 38 an Zahl. Unter seinen gedruckten Werken sind folgende: ‘al-Mughni’ in Fiqh, (9 Bänder); ‘Rawdatun-Nazir’ in ‘Usulul-Fiqh’ (2 Bänder); ‘Kitabut-Tawwabin’ (1 Band); ‘Dhammut-Ta´wil’ (Broschüre); ‘Ithbat Sifatil-`Uluww’ (1 Band mit Korrektur von Shaikh Badrul-Badr-hafidhahullah). ‘Lum`atul-I`tiqad’ (Gedruckt zusammen mit der Erklärung von Shaikh Ibn `Uthaymin-rahimahullah, übersetzt und gedruckt mit dem Titel: ‘Hinlänglichkeit im Glauben.’) Und (gedruckt mit einer Erklärung von Shaikh al-Fawzan-hafidhahullah)


Quellen:
(1) ‘Ikhtiyarat Ibn Qudamah al-Fiqhiyyah’ of Dr. `Ali Ibn Sa`id al-Ghamidi; (2) The biography of the author included in Shaikh al-Fawzan’s explanation of ‘Lum`atul-I`tiqad’; (3) The biography complid by Shaikh Badrul-Badr in his checking of ‘Ithbat Sifatil-`Uluww’.
References: (1) ‘Siyar A`lamin-Nubala.’ (22/165-173) of Dhahabi; (2) ‘al-Bidayah wan-Nihayah’ (13/99-101) of Ibn Kathir; (3) ‘Shadharatudh-Dhahab’ (5/88-92) of Ibnul-`Imad; (4) ‘Dhayl Tabaqatil-Hanabilah’ (2/133-149) of Ibn Rajab; (5) ‘al-Mughni’ verifirs introduction (1/6-37).

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