Frage:
Mein Vater litt an einer psychischen Erkrankung, die über längere Zeit andauerte. Es gab während dieser Zeit Besuche im Krankenhaus. Einige unserer Verwandten rieten uns, eine spezielle Frau aufzusuchen, die, wie sie sagten, die Heilung für diese Art von Erkrankungen wisse. Sie sagten auch, der Name des Erkrankten sei alles, was man ihr nennen müsse, und sie würde einem dann sagen, was ihn befallen hat und ein Heilmittel geben.

Ist es uns erlaubt, diese Frau zu besuchen? Helfen sie uns [indem sie unsere Frage beantworten], möge Allah (subhana wa ta’ala) sie mit Gutem belohnen.

Antwort:
Es ist weder erlaubt, dieser Frau Fragen zu stellen, noch ihr oder Ähnlichen (solcher Leute) Glauben zu schenken. Dies ist so, weil sie zu den Hellsehen und Wahrsagern gehört, die behaupten, sie besäßen Wissen über das Unsichtbare und die für ihre Heilungen und ihr Wissen, über die Menschen, die Jinn um Hilfe bitten.

Es wurde authentisch berichtet, dass der Gesandte Allahs (sallAllahu alayhi wa sallam) sagte: "Wenn jemand zu einem Wahrsager geht und ihn über etwas befragt, wird sein Gebet vierzig Nächte lang nicht angenommen." Muslim berichtete dies in seinem Sahih.

Es wurde ebenfalls authentisch überliefert, dass er (sallAllahu alayhi wa sallam) sagte: "Wer auch immer zu einem Wahrsager geht und an das glaubt, was er sagt, der hat nicht an das geglaubt, was Muhammad (sallAllahu alayhi wa sallam) offenbart wurde." [1]

Es gibt viele Ahadith mit dieser Bedeutung. Deshalb ist es ein Muss, solche Leute zu stoppen und jene, die sie besuchen. Sie sollten weder befragt werden, noch sollte ihnen Glauben geschenkt werden. Sie sollten zu Obrigkeit gebracht werden, damit sie, die ihnen zustehende Strafe erhalten. [2] Wenn man ihre Anwesenheit duldet und sie nicht der Obrigkeit übergibt, schadet dies der Gesellschaft im Ganzen. Sie so zu lassen, hilft ihnen auch dabei, unwissende Menschen zu täuschen, die ihnen Fragen stellen und an sie glauben. [3]

Der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagte: "Wenn jemand von euch ein Übel sieht, muss er es mit seiner Hand verändern. Wenn er dazu nicht in der Lage ist, dann soll er es mit seiner Zunge tun. Und wenn er selbst das nicht vermag, dann mit seinem Herzen und das ist der schwächste Grad des Glaubens." Dies wurde von Muslim in seinem Sahih berichtet.

Es besteht kein Zweifel daran, dass ein Teil des allgemeinen Konzepts ist, sie mit der Zunge zu beseitigen, wenn man sie der Obrigkeit übergibt, wie dem Bürgermeister einer Stadt, den Menschen, deren Arbeit es ist, das Recht durchzusuchen und das Übel zu beseitigen, sowie den Gerichten. [2] Es ist ebenfalls ein Teil dessen, dass einer dem anderen in Rechtschaffenheit und römmigkeit hilft.

Möge Allah (subhana wa ta’ala) alle Muslime in dem unterstützen, was für sie das Beste ist und sie vor jedem Übel beschützen.


Schaykh Abdul-Aziz ibn Baz, rahimahullah

Fataawa al-Mar´ah - 2. Frage



[1] Berichtet bei Ahmad. Es scheint, dass die korrekte Version in Sahih Muslim ohne die Worte: „und an das glaubt, was er sagt“ berichtet wurde. Allah weiß es am besten.

[2] Dieses Urteil findet in einem, unter islamischem Gesetz stehenden, Land seine Anwendung.

[3] Dies bezieht sich ebenfalls auf alle anderen Arten, die Zukunft vorherzusagen, wie z.B. Astrologie und Psychotests.

Teilen