Seine Geburt:

`Abdul-`Aziz ibn `Abdullah ibn `Abdul-Rahman ibn Muhammad ibn `Abdullah ibn Baz wurde im Dhul Hijja 1330 n. H. (12.1912 n. Chr.) in der Stadt Riyad geboren.


Sein Streben nach Wissen:

Er lernte bereits vor seinem Pubertätsalter den Qur'an auswendig. Anschließend begab er sich bei vielen Großgelehrten des Königreichs in das Studium der Religionswissenschaft und der arabischen Sprachwissenschaft. Als er sein Wissen in verschiedenen Zweigen der Schari’ah und der arabischen Sprache hervortat, wurde er im Jahre 1357 n. H. (1937 n. Chr.) zum Qadi ernannt. Er hörte nie auf, nach Wissen zu suchen, war ständig mit dem Streben (nach Wissen) und dem Lehren beschäftigt und seine Amtssitze lenkten ihn nicht davon ab. So wurde er kenntnisreich in vielen Wissenschaften.

Er schenkte den Hadith-Wissenschaften besondere Aufmerksamkeit und kannte sich in diesem Bereich so gut aus, dass seine Einstufung eines Hadith als authentisch oder schwach berücksichtigt wurde – und nur wenige erreichten diese Position, besonders in der heutigen Zeit. Dies zeigt sich in seinen Schriften und Fataawa, indem er nur Ansichten übernahm, die an Beweise gestützt waren.
 

Seine Shuyukh:

- Shaikh Muhammad bin Ibrahim bin 'Abdul-Latif al ash-Shaykh, der seinerzeit der Mufti Saudi Arabiens war. Shaikh ibn Baz begleitete den Großmufti und lernte ungefähr zehn Jahre, von seinem 17. bis zu seinem 27. Lebensjahr (1347 - 1357 n. H. [1929 - 1939 n. Chr.]) alle Wissenschaften des Islam von ihm. So erhielt er seine religiöse Ausbildung durch die Familie des Imams Muhammad bin 'Abdul-Wahhab (rahimahullah). Später wurde er von seinem Shaikh zum Richter von al-Kharj, eine Stadt in der Nähe von Riyad, ernannt.
- Shaykh Muhammad ibn `Abdul-Latif ibn `Abdul-Rahman ibn Hasan ibn Al-Shaykh Muhammad ibn `Abdul-Wahhab
- Shaykh Salih ibn `Abdul-Aziz ibn `Abdul-Rahman ibn Hasan ibn Al-Shaykh Muhammad ibn `Abdul-Wahhab, der seinerzeit Richter in Riyad war.
- Shaikh Sa’ad bin Hammad bin 'Atiq, der seiner Zeit der Richter von Riyad war.
- Shaikh Hammad bin Faris, der seinerzeit Kämmerer von Riyad war; Shaikh ibn Baz zog sehr viel Nutzen im Bereich der arabischen Grammatik von diesem Shaikh.
- Shaikh Sa’d Waqqas al-Bukhari, ein Gelehrter in Makkah Al-Mukarramah. Von ihm lernte er die Wissenschaft des Tajwid im Jahre 1355 n.H.
 

Seine Einflüsse:

Während seiner Amtszeit als Qadi in al-Kharj gab er regelmäßig Unterrichte. In al-Kharj hielt er jeden Wochentag Unterrichte, außer Donnerstags und Freitags. Er beeinflusste viele Studenten, die nach Wissen suchten, unter ihnen waren:
- Shaykh `Abdullah al-Kanhal
- Shaykh Rashid ibn Salih al-Khanin
- Shaykh `Abdul-Rahman ibn Nasir al-Barak
- Shaykh `Abdul-Latif ibn Shadid
- Shaykh `Abdullah ibn Hasan ibn Qa`ud
- Shaykh `Abdul-Rahman ibn Jalal
- Shaykh Salih ibn Halil
und viele andere.

Im Jahre 1372 n. H. (1954 n. Chr.) zog er nach Riyad, um bei dem Riyad -Bildungsinstitut und dann an der Hochschule für Schari’ah zu lehren. Er lehrte die Wissenschaften der Jurisprudenz, Hadith und Tauhid. Er wurde im Jahre 1381 n. H. (1963) als stellvertretender Vorsitzender der Islamischen Universität in al-Madinah übernommen.  Er gründete den Lernkreis an der al-Jami `al-Kabir in Riyad, der bis zum heutigen Tag gehalten wird, obwohl er in den letzten Jahren auf einige Tage in der Woche beschränkt wurde.
Während seines Aufenthalts in al-Madinah (als Vizepräsident der Islamischen Universität und als Präsident von 1390 bis 1395 n. H.)  hielt er ab 1381 n. H. (1863) einen Lernzirkel in der Moschee des Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam). Es wird darauf hingewiesen, dass er diese Lernzirkel gründete, die bis zum heutigen Tage beständig sind. Allah hat viele Muslime durch diese Lernzirkel profitieren lassen.


Seine Werke:

- Al-Fawa'id al-Jaliyyah fi al-Mabahith al-Fardiyyah (Zusammenfassung der Erbschaftsangelegenheiten)

- Al-Tahqiq wal-'Idah li-Kathir min Masa'il al-Hajj wal-`Umrah wal-Ziyarah (Tawdih al-Manasik) (Klärung vieler Fragen zur Hajj, Umrah und dem Besuch [des Grabes des Propheten sallAllahu alayhi wa sallam])

- Al-Tahdhir min al-Bida‘ (Warnung vor den religiösen Erneuerungen)
Es enthält vier nützliche Artikel:
1)    Das Urteil über das Feiern des Geburtstags des Propheten
2)    Nacht von Isra '(Nachtreise) und Mi'raj (Himmelfahrt)
3)    Die Nacht des 15. Shaban, und
4)    die Widerlegung des falschen Traums des Zimmerdieners der Propheten, der Shaykh Ahmad genannt wird

- Zwei kurze Abhandlungen über az-Zakah und as-Sawm

- Al-'Aqidah al-Sahihah wa-ma-Yudadduha (Authentisches Religionsfundament und dessen Gegenbild)

- Wujub al-'Amal bi Sunnat ar-Rasul Sallah Allah 'alaihi wa Sallam wa Kufr man Ankaraha (Notwendigkeit des Handelns gemäß der Sunna des Gesandten Sallah Allah 'alaihi wa Sallam und Erklären derjenigen, die es ablehnen als Kuffar

- Da‘wah ila Allah wa Akhlaq al-Du‘ah (Da‘wah der Menschen zu Allah und die Eigenschaften der Du’ah [Aufrufer])

- Wujub Tahkim Shar‘Allah (Die Pflicht des Urteilens nach dem Gesetz Allahs und die Zurückweisung derjenigen, die es verletzen)

- Hukm al-Sufur wa al-Hijab wa Nikah al-Shighar (Das Urteil über die Enthüllung des Gesichts, das Tragen eines Schleiers, und Shighar Heirat)

- Naqd al-Qawmiyah al-'Arabiyah (Kritik an dem Arabischen Nationalismus)

- Al-Jawab al-Mufid fi Hukm al-Taswir (Die sachdienliche Auskunft bezüglich des Urteils über al-Taswir [Malerei, Zeichnung, Skulptur und Fotografie])

- Shaykh Muhammad ibn `Abdul-Wahhab (Seine Da‘wah Biografie)

- Drei Abhandlungen über das Salah:
1) Die Art des Salah des Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam)
2) Die Verpflichtung der gemeinschaftlichen Salah
3) Wo der Betende seine Hände nach dem Ruku‘ im Salah platzieren soll

- Hukm al-Islam fi man Ta‘ana fi al-Qur'an aw fi Rasul Allah Sallah Allah 'alaihi wa Sallama (Das Urteil über denjenigen, der den Qur’an oder den Propheten sallAllahu alayhi wa sallam bestreitet)

- Hashiyah Mufidah 'ala Fath al-Bari (Ein nützliches Kommentar zu Fath al-Bari)

- Abhandlung über die textlichen und rationalen Beweise für die Rotation der Sonne, der Bewegungslosigkeit der Erde und die Möglichkeit des Aufstiegs zu anderen Planeten

- Iqam at al-Barahin 'ala Hukm man Istaghatha bi ghair Allah aw Saddaqa al-Kahana wal 'Arrafin (Beweislegung für das Urteil über denjenigen, der von einem anderen außer Allah Hilfe sucht, oder Wahrsagern und Kartenlegerinnen glaubt)

- Al-Jihad fi Sabil Allah (al-Jihad für die Sache Allahs)

- Al-Durus al-Muhimmah li 'Ammat al-Ummah (Wichtige Lehren für die Allgemeinheit der Ummah)

- Wujub Lizum as-Sunnah wa al-Hazar min al-Bid‘ah (Die Verpflichtung zur Einhaltung der Sunnah und die Warnung vor religiösen Neuerungen)


Seine Ämter:

- Vorstand des Rates der Ranghöchsten Gelehrten, somit der Großmufti Saudi-Arabiens
- Vorstand des ständigen Komitees für wissenschaftliche Forschung und Rechtsfragen, in dem oben genannten Konzil
- Vorstand des Verfassungsrates der Islamischen Weltliga (Rabi‘at al-Alam al-Islami)
- Vorstand des internationalen obersten Konzils für Moscheen
- Vorstand der Islamischen Fiqh-Akademie in Makkah, angegliedert an die Islamische Weltliga
- Mitglied des obersten Rates der islamischen Universität in Medinah
- Mitglied des obersten Rates für Islamische Da’wah im Königreich Saudi-Arabien

Seine Aktivitäten waren nicht auf das Erwähnte beschränkt; er hielt Unterrichte, begleitete wissenschaftliche Seminare und kommentierte sie. Dies ist im Einklang mit dem Gebieten des Guten (al-Ma’ruf) und Verbieten des Verwerflichen (al-Munkar), welches eines seiner Charakterzügen war. Möge Allah uns helfen von seinem Wissen zu profitieren.


Sein Tod:

Shaikh bin Baz - rahimahullah - verstarb am Donnerstagvormittag den 27. Muharram 1420 (13. Mai 1999), mit 89 Jahren. Er verbrachte sein Leben mit großer Bemühung gute Taten auszuüben, Wissen zu erlangen, zu Allah zu rufen, für die Sache Allahs zu kämpfen, die Bedürfnisse der Muslime zu erfüllen und ihnen zu helfen.
Möge Allah mit ihm gnädig sein, ihm vergeben, ihm in Sein Paradies einlassen, sein Grab erhellen, ihn mit den Rechtschaffenen verweilen lassen und uns mit ihnen in Seiner Gunst und Barmherzigkeit versammeln.

Sehr viele Menschen nahmen an seinem Totengebet nach dem Freitagsgebet teil, welches ein Beweis ist für die Tatsache, wie sehr er geliebt wurde.

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