Frage:
Eine Frau hatte sieben Söhne und Töchter und als sie in ein neues Haus zogen, starb einer ihrer Söhne und dann eine ihrer Töchter. Danach sah sie in einem Traum, dass alle ihre Kinder sterben würden, wenn sie in dem Haus blieben. Wie lautet euer Ratschlag?
 
Antwort:
Alles Lob gebührt Allah.
 
Wenn die Situation so ist wie beschrieben, dann hat sie die Wahl. Sie kann in dieseem Haus wohnen bleiben oder in ein anderes Haus ziehen. Denn der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) sagte:

{الشُّؤْمُ فِي الْمَرْأَةِ وَالدَّارِ وَالْفَرَسِ.}

„Schlechte Vorzeichen gibt es bei einer Frau, einem Haus und einem Pferd.“ (Al-Bukhaari, Nr. 5093; Muslim, Nr. 2252)

Möge Allah uns allen helfen und uns rechtleiten.
 

Schaykh Abdul-Aziz ibn Baz, rahimahullah

Majmuu` Fataawaa, 28/257

 

Anmerkung: Ibn `Umar sagte: „Schlechte Vorzeichen wurden in der Gegenwart des Propheten (salla-llahu alayhi wa sallam) erwähnt und er sagte:

{إِنْ كَانَ الشُّؤْمُ فِي شَيْءٍ فَفِي الدَّارِ وَالْمَرْأَةِ وَالْفَرَسِ.}

„Wenn schlechte Vorzeichen in etwas gefunden werden können, dann in einem Haus, bei einer Frau und einem Pferd.“ (Al-Bukhaari, Nr. 5094; Muslim, Nr. 2252)

Abu Dawuud (Nr. 3924) berichtete, dass Anas ibn Maalik sagte:

{قَالَ رَجُلٌ: يَا رَسُولَ اللَّهِ, إِنَّا كُنَّا فِي دَارٍ كَثِيرٌ فِيهَا عَدَدُنَا وَكَثِيرٌ فِيهَا أَمْوَالُنَا فَتَحَوَّلْنَا إِلَى دَارٍ أُخْرَى فَقَلَّ فِيهَا عَدَدُنَا وَقَلَّتْ فِيهَا أَمْوَالُنَا. فَقَالَ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ: ذَرُوهَا ذَمِيمَةً.}

„Ein Mann erzählte: `Oh Gesandter Allaahs, wir waren in einem Haus und unsere Anzahl und unser Vermögen waren groß. Doch dann zogen wir in ein anderes Haus und unsere Anzahl und unser Vermögen nahmen ab.` Der Gesandte Allaahs (salla-llahu alayhi wa sallam) sagte: `Verlasst es, denn es ist schlecht.`“ (Von al-Albaani in ‚Sahiih Abi Dawuud‘ als hasan klassifiziert.)

Ibn al-Qayyim sagte: „Eine andere Gruppe sagte: Diese drei Dinge als schlechte Omen zu betrachten, beeinträchtigt nur diejenigen, die daran glauben. Wer auch immer auf Allaah vertraut und nicht an Omen und Aberglauben glaubt, dem wird dieses auch nicht schaden. Sie sagten: Dies wird durch den Hadiith von Anas belegt – ein schlechtes Omen beeinträchtigt nur denjenigen, der daran glaubt. Wenn jemand an schlechte Zeichen glaubt, dem kann Allaah es zu einem Grund für schlechte Dinge machen, die ihm geschehen, ebenso wie Er ihm Vertrauen verleihen kann und ihn sich in seiner Angst auf Ihn konzentrieren lässt. Auch lässt Er den Menschen hoffen, dass Er der Hauptgrund im Abwenden des Übels, welches die Menschen abergläubisch erwarten, ist.
 
Der Grund dafür ist, dass Tiyarah {الطيرة} (abergläubischer Glaube an Omen) Schirk oder die Beigesellung anderer zu Allaah darstellt. Man fürchtet andere neben Ihm und vertraut Ihm nicht. Der abergläubische Mensch zieht selbst das Übel an, sodass der Aberglaube ihn mehr beeinflusst, da er sich nicht durch seinen Glauben an Allaah allein schützt und nicht auf Allaah vertraut. Wenn jemand etwas anderes als Allaah fürchtet, erlangt dies die Kontrolle über ihn und er wird dadurch gequält. Liebt er etwas anderes ebenso wie Allaah, dann wird er dadurch gequält, und setzt er seine Hoffnung auf etwas neben Allaah, dann wird er dadurch zugrunde gehen. Diese Angelegenheiten sind aus dem realen Leben wohl bekannt und es besteht kein Bedarf daran, weitere Beweise zu liefern. Jeder empfindet zwangsläufig abergläubische Gedanken, doch der starke Gläubige wendet diese ab, indem er auf Allaah vertraut. Wer auch immer auf Allaah vertraut, dem wird Er genügen, und er wird nichts und niemanden sonst benötigen. Allaah sagt:

{فَإِذَا قَرَأْتَ الْقُرْآنَ فَاسْتَعِذْ بِاللَّـهِ مِنَ الشَّيْطَانِ الرَّجِيمِ ﴿٩٨﴾ إِنَّهُ لَيْسَ لَهُ سُلْطَانٌ عَلَى الَّذِينَ آمَنُوا وَعَلَىٰ رَبِّهِمْ يَتَوَكَّلُونَ ﴿٩٩﴾ إِنَّمَا سُلْطَانُهُ عَلَى الَّذِينَ يَتَوَلَّوْنَهُ وَالَّذِينَ هُم بِهِ مُشْرِكُونَ}

„Wenn du nun den Qur’an vorträgst, so suche Schutz bei Allaah vor dem gesteinigten Satan. Er hat gewiss keine Macht über diejenigen, die glauben und sich auf ihren Herrn (Allaah) verlassen. Seine Macht erstreckt sich nur über diejenigen, die ihn zum Schutzherrn nehmen und die ihn (Allaah) beigesellen.“ (Surah An-Nahl 16:98-100) [...] (Miftaah Daar al-Sa`aadah, 2/258)

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