Frage:
Ist es erlaubt den Kindern (als Strafe) die vollen Windeln anzulassen, während man ihnen antrainieren möchte, dass sie aufs „Töpfchen“ gehen?

Antwort:
Wallahi, es gehört zur Verantwortung der Eltern, sich um die Kinder zu kümmern. Doch sollten sie keine Härte gegenüber ihren Kindern zeigen, da sie schwache Geschöpfe sind. Wie ihr wisst, beabsichtigen sie Dinge oft nicht oder meinen es nicht so. Der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) leitete die Kinder an, beispielsweise als er (sallAllahu alayhi wa sallam) Anas bin Malik sandte, um etwas zu bringen - Anas kam nicht wieder, so ging er aus dem Haus und fand Anas spielend mit den Kindern vor.
Er (sallAllahu alayhi wa sallam) tätschelte seinen Kopf und sagte lächelnd: „Ya Anas“. Er lächelte! Er sagte, „Oh Anas, bist du gegangen, wohin ich dich geschickt habe?“ Anas sagte: „Nein Ya RasuluLah!“ Der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) schimpfte ihn nicht, und deswegen, sagte Anas, diente er dem Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam) 10 Jahre lang. Der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) reagierte nie tadelnd auf eine Handlung von Anas, indem er ihn fragte „Warum hast du dies getan?“ oder „Warum hast du jenes nicht getan?“

Er (sallAllahu alayhi wa sallam) leitete das Gemeinschaftsgebet, und während er in der Sujud (Niederwerfung) war kam Hasan oder Husayn, kletterte auf seine Schulter und blieb dort, bis die Sahaba dachten, das der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sterben würde, aufgrund der langen Sujud, die andauerte bis der Junge fortging. Nach dem Gebet sagte der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam): „Mein Enkel spielte auf meinen Schultern und ich wollte ihn nicht unterbrechen.“ SubhanaAllah, der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) betete und er wollte das Kind nicht beim Spielen stören - er führte das Gemeinschaftsgebet!

Heutzutage sind die Leute sehr engstirnig, sie wollen mit den Kindern keine Barmherzigkeit haben. Doch sind Kinder so erschaffen: sie lieben es zu spielen, und manchmal zerstören sie dabei Dinge. Ihr solltet sie nur anleiten, und ihnen gnädig sein. Sie lieben Barmherzigkeit und wenn man ihnen gegenüber Respekt zeigt und mit ihnen spricht, wie der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam):
Eines Tages kam er zu Abu Umayr, der Junge hatte stets einen Vogel bei sich, und eines Tages war er traurig und weinte. Er (sallAllahu alayhi wa sallam) fragte jemand, was mit Abu Umayr sei und sie sagten ihm, dass sein Vogel gestorben war. Er (sallAllahu alayhi wa sallam) ging freundlich zu ihm und sagte: „Ya Abu Umayr, was geschah deinem Vogel?“ Er sprach mit ihm, wie mit einem Mann.

Umar Ibn Al Khattab sagte über Kindererziehung:
Vom ersten Jahr, in dem das Kind geboren wird, bis zum Alter von sieben Jahren ist es Zeit für ihn zu spielen. Vom achten bis zum 14ten Lebensjahr, leite ihn bezüglich dem, was er tun und was er nicht tun soll. Und vom 15ten Lebensjahr an lässt du ihn, denn er ist nun volljährig. Wenn er 20 Jahre alt ist, ist er ein Mann, weder schlägst, noch beschimpfst du ihn, behandle ihn wie deinen Freund.
So sollten Kinder erzogen, behandelt und mit ihnen umgegangen werden.

Zeigt ihnen keine Härte und haltet sie nicht davon ab, mit anderen zu feixen und zu spielen, lasst sie und sprecht später mit ihnen darüber. Lasst sie dies als eure Barmherzigkeit, ihnen gegenüber erkennen.
Sagt ihnen z.B.: “Du hast das falsch gemacht, doch trotzdem war ich barmherzig und nett zu dir, da ich dein Vater/deine Mutter bin - ich liebe dich und ich möchte, dass du der beste bist, also höre auf meinen Rat. Deshalb habe ich dich gehen und spielen lassen, deshalb habe ich dir das Geschenk gegeben.“

Sprecht zu ihnen auf diese Weise. Sie sind sehr sensible Geschöpfe, also müssen wir mit ihnen umgehen, wie der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) mit ihnen umgegangen ist.

Und Allah weiß es am besten.


Schaykh Muhammad Al Maliki

Ramadan 1427, aus einer Audio Aufnahme des Schaykhes

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