Frage:
Ich bin mit einem Mann verheiratet, der seine erste Frau geschieden, und mit ihr zwei Kinder hat. Er blieb in Kontakt mit ihr, um über den Zustand der beiden Kinder zu erfahren. Jedoch reden sie manchmal über Angelegenheiten, die über das Notwendige hinausgehen. Wie ist die Regelung, die ihm erlaubt mit ihr zu reden? Möge Allah Sie mit Gutem belohnen.

Antwort:
Wenn der Mann seine Frau scheidet und die Zeit der 'Iddah[1] vorüber ist, so wird sie von ihm getrennt, und die Sachen, die für ihn erlaubt waren, nachdem der Ehevertrag geschlossen wurde, sind ihm nicht mehr erlaub. So wird sie eine Fremde für ihn. Allerdings kann sie mit ihm reden, soweit es notwendig ist, und indem die richtigen Worte verwendet werden, die nicht zur Versuchung (Fitnah) führen; (d.h.) nicht herzlich und mit ansprechender Stimme sprechen, um ihn zu verführen. Dies stimmt mit der Aussage Allahs überein:
{فَلَا تَخْضَعْنَ بِالْقَوْلِ فَيَطْمَعَ الَّذِي فِي قَلْبِهِ مَرَضٌ وَقُلْنَ قَوْلًا مَّعْرُوفًا}
„Also meidet Schmeichlerisches beim Sprechen, damit nicht derjenige, in dessen Herzen Krankheit ist, begierig wird. Und sagt nur geziemende Worte!“ (Surah Al-Ahzab 33:32)

Das gleiche gilt für den Mann, so ist es für ihn nicht zulässig, sie zu verführen und die Kinder als Mittel zur Fitnah und dem, was Allah nicht wohlgefällt, werden zu lassen. Er soll Allah fürchten, denn:
{يَعْلَمُ خَائِنَةَ الْأَعْيُنِ وَمَا تُخْفِي الصُّدُورُ}
„Er kennt die verräterischen Augen und weiß, was die Brüste verbergen.“ (Surah Ghafir 40:19)

Die Bedeutung des Verses:
{وَإِنَّ رَبَّكَ لَيَعْلَمُ مَا تُكِنُّ صُدُورُهُمْ وَمَا يُعْلِنُونَ}
„Und dein Herr weiß fürwahr, was ihre Brüste verbergen und was sie offenlegen.“ (Surah An-Naml 27:74)

Jedoch hat Allah eine Lösung für die Situation gegeben, wenn der Mann sie begehrt, und wenn sie nicht unwiderruflich geschieden sind (d.h. dass er sie nicht dreimal geschieden hat). Das heisst, dass er sie als zweite Ehefrau heiraten kann, mit der vertraglichen Bedingung, sie (die Frauen) gleichberechtigt zu behandeln bezüglich des Unterhalts und des Zusammenlebens. Und dies, um die Fitnah zu vermeiden.

Und das Wissen ist bei Allah (تعالى).

Scheich Muhammad Ali Ferkus, حفظه الله
Algiers, 14. Rajab 1428 H. (Entspricht: 28. Juli 2007 Greg. Kal.), Fatwa Nr. 732
Aus einer Audioaufnahme des Scheich

Übersetzt von Abu Abdul-Majiid at-Turki, korrigiert von Seyyid at-Turki

[1] Siehe: ‘Iddah (Wartezeit) der Frau, die durch Khul’a geschieden wurde

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