Das Ständige Komitee sagte:

Es ist unzulässig, zusätzliche Gebühren auf Schulden hinzuzufügen, wenn der Schuldner im Verzug ist, die Raten zu zahlen. Denn dies ist der Riba (Wucher / Zinsen) von der Jahiliyyah (vorislamischen Zeit der Unwissenheit), welches von Allah und Seinen Propheten (salla-llahu alayhi wa sallam) verboten haben, und gemäß dem Konsens der Muslime haram ist.

Allah (ta'aala) sagt:

{وَإِن كَانَ ذُو عُسْرَةٍ فَنَظِرَةٌ إِلَىٰ مَيْسَرَةٍ ۚ وَأَن تَصَدَّقُوا خَيْرٌ لَّكُمْ ۖ إِن كُنتُمْ تَعْلَمُونَ}
„Wenn jemand in Schwierigkeiten ist, dann gewährt ihm Aufschub, bis (bei ihm) eine Erleichterung (eintritt). Und dass ihr (es) als Almosen erlaßt, so ist es besser für euch, wenn ihr es nur wüßtet.” (Surah al-Baqarah 2:280)

(Fataawa des Ständigen Komitees, Nr. 20847, Gruppe 2, Band 11, Seite 50, Kapitel über Handel)


Frage:
Der Definition nach bedeutet Ribaa an-Nasiiah (ربا النسيئة): Mehrbetrag für den Zahlungsverzug (auch Verzugszins oder Schadensersatz bei Verzug). Inwieweit ist diese Transaktion auf die Saatgut- und Autofinanzierung anwendbar, als alternative für zinsloses Darlehen (auch bekannt als 0% Finanzierung)?

Antwort:
„Ar-Ribaa” ist, dass man eine Sache gegen das Gleiche (aber zusätzlich) mit Zuschuss eintauscht; dies ist „Ribaa al-Fadl” (ربا الفضل), wie z.B. Tauschen einer Maßeinheit (Saa’a) gegen zwei Maßeinheiten der gleichen Sache, oder eines Dirhams für zwei Dirham, egal ob (diese Transaktion) sofort oder zeitversetzt (erfolgt). Wenn es sich um (das Tauschen von) Schulden gegen Schulden handelt, so beinhaltet es beides: Ribaa al-Fadl und Ribaa an-Nasiiah. Wenn man Geld mit mehr (gleichwertigem) Geld kauft, so ist es Ribaa al-Fadl, egal ob man es sofort oder später bezahlt.

Was die Angelegenheit des Tawarruq[1] angeht, so ist es nicht eine dieser (o.g.) Arten, da es das Kaufen einer Ware von einer Person auf Zahlung mit festgesetzter Frist ist, die man am selben Tag, oder danach an jemand anderen verkauft. Diesbezüglich (bzgl. Tawarruq) ist die korrekte Meinung gemäß der allgemeinen Beweise, dass es erlaubt ist. Und dies als Entlastung, Erleichterung und Beseitigung der gegenwärtigen Bedürfnisse.

Hingegen ist das Verkaufen einer Ware an denjenigen, von dem sie gekauft wurde, nicht zulässig. Vielmehr ist es eine der verbotenen Ribaa-basierten Transaktionen, welche als die Angelegenheit des ‘Inah[2] (العينة) genannt wird, da dies als eine Art von Täuschung angesehen wird, um mit Ribaa zu handeln. Es ist das Einhandeln von ähnlichen Dingen für einen Mehrbetrag, sei es zeitversetzt oder (sofort) in Bar.

Aber es liegt kein Problem an Tawarruq, wie bereits erwähnt, dass eine Person eine Ware wie Lebensmittel, ein Auto, eine Landfläche oder andere Dinge gegen Bares Geld für eine feste Laufzeit kauft, und es dann an jemand anderen gegen Bargeld verkauft, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen, wie Ehe usw.

Scheich Abdulaziz ibn Baz, rahimahullah
Nuur ‘alaa ad-Darb, Frage 138


 

[1] Das Ständige Komitee sagte: „Die Angelegenheit des Tawarruq ist, dass eine Ware mit Zahlungsaufschub gekauft, und dann an einen Dritten weiterverkauft wird (bevor die Ware ausgezahlt ist), um von dessen Preis zu profitieren. Dies ist gemäß der Mehrheit der Gelehrten erlaubt.” (Fataawa des Ständigen Komitees, Dritte Frage der Fatwa Nr. 19297)

Anmerkung: Dies ist nicht zu verwechseln mit dem Verkauf einer Ware, die man nicht gekauft und nicht im Besitz hat. Siehe: Verkaufen einer Ware, die man nicht besitzt

[2] Siehe: Rückkauf einer Ware für geringeren Preis vom Käufer ('Iinah)

Übersetzt von Abu Abdul-Majiid, korrigiert von Seyyid at-Turki

 

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