Frage:
Ich bin ein neu konvertierter Muslim und ich bekomme verschiedene Antworten darauf, was ich mit den Zinsen anfangen soll, welche noch von früher (aus der Zeit vor dem Islam) auf meiner Bank liegen. Manch einer sagt mir, dass ich sie spenden soll und der andere sagt, ich soll sie den Armen geben und wiederum der andere, dass ich sie der Bank zurückgeben soll. Alle scheinen gut gemeint zu sein, aber ich möchte gerne die Wahrheit erfahren.
 
Antwort:
Alhamdulillah; Salaah und Salaam seien auf dem Propheten. Um forzufahren:

Die Antwort auf die Frage, in welcher der Fragende angibt, dass er zum Islam konvertiert ist und dass er Vermögen besitzt, welches auf Zinsen basiert hat und von finanziellen Transaktionen seiner Zeit als Nichtmuslim herrührt und er nun wissen möchte, was er damit tun soll, lautet folgendermaßen:

  • Bezüglich dem Geld, welches auf Zinsen oder Transaktionen basierte, und Teil seines Vermögens in seiner Zeit des Unglaubens (Kufr) war, so trägt er dafür keine Schuld.
  • Jede Transaktion, die in seiner Zeit des Kufr‘s in Bewegung gesetzt und dann nach der Annahme des Islam fortgesetzt wurde und wenn diese Verträge jetzt zwischen ihm und anderen (wie zinsenbasiertes Gehalt und – Verkäufe) weiter laufen, dann ist es ihm nicht mehr erlaubt, aus ihnen einen Vorteil zu ziehen und er hat kein Anrecht mehr auf diese Vorzüge und er darf nur nehmen, was der Islam ihm erlaubt hat, welches das Anfangskapital ist. Dies ist gemäß Allahs Aussage:

{وَإِن تُبْتُمْ فَلَكُمْ رُءُوسُ أَمْوَالِكُمْ لَا تَظْلِمُونَ وَلَا تُظْلَمُونَ}

„Doch wenn ihr bereut, dann steht euch euer (ausgeliehenes) Grundvermögen zu; (so) tut weder ihr Unrecht, noch wird euch Unrecht zugefügt.” (Surah Al-Baqarah 2:279)

Ebenso der Hadith während der Abschiedspilgerfahrt des Propheten (salla-llahu alayhi wa sallam): „Wahrlich, alle Anteile von Wucher (Zins), die in der Jahiliyyah angefallen sind, sind ausgelöscht. Und den ersten Zinsbetrag, welchen ich erlasse, ist der, den Abbas bin Abdul Mutallib erhalten sollte. Wahrlich, er wird vollkommen erlassen. Ihr werdet euer Anfangskapital behalten. Tut kein Unrecht und euch wird kein Unrecht zugefügt.“
Und gepriesen sei Allah, Der Herr der Welten.

Nachdem der Schaykh die Frage beantwortet hatte, fügte er hinzu: Der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) befahl niemals denjenigen, die den Islam annahmen – von den Sahaba- sich von dem Zins-Geld ihres existierenden Vermögens (aus der vorislamischen Zeit) zu trennen.


Schaykh Muhammad bin Haadii al-Madkhalii, hafidhahullah

Die Frage wurde dem Schaykh 2009 von Abu Zeiad al-Athary gestellt, und in einem wohlbekannten Forum gepostet

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