Frage:
Was ist das Urteil über An-Nashid?

Antwort:
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

In der vor-  und frühislamischen Geschichte beinhalteten Anaschid nützliche Gedichte (über Kämpfe, Siege, Weisheiten, Courage usw.), gesungen in einem nicht-instrumentalen Stil. Also ohne dem Verwenden von Musikinstrumenten, außer dem Duff (Tamburin ähnliches Instrument ohne Klingeln und Beckenteller), der für Frauen zu einigen Anlässen erlaubt war. Während des 2. Jahrhunderts nach der Hidjrah, wurde durch die mystischen Sufis eine Neuerung in die Ummah eingeführt: Gesungene Dua und Dhikr, die (Praxis) sie (die Sufis) ohne Zweifel von Christen kopiert haben. Es wurde dann at-Tarbir genannt. All diese Formen wurden, durch die frühen Gelehrten des Islam unter anderem von Imam Schafi’ii, Ibn Taymiyyah, Ibn ul-Qayyim, Ibn Kathir, Ibn Radjab u.v.a. widerlegt. [1]

Die Sufis bauten die meisten ihrer Anbetungen auf gemeinsame Taranim (gesungenes Trillern, oder Kreischen und das rhythmisch/musikalische Erheben der Stimme), wie es die Christen in ihren Kirchen tun. Dann begannen die Sufis, auch noch körperliche Bewegungen einzuschließen, während sie Dua und Zikr machten, fast so, wie es die Juden tun. Man kann schwerlich einen Sufi Hadrah [2] finden, ohne diese erneuerten Praktiken.
Heutzutage, sind diese Dinge nicht (mehr nur) auf die Sufis beschränkt. Viele muslimische Sekten haben spezielle Bands, die dafür zuständig sind, dass ihre Anhänger und die Ummah im Ganzen emotional angeregt werden!

Vieles was mit diesen Anaschid praktiziert wird, fällt nicht bei wenigstens einer, der folgenden Untersuchungen durch:

1.) Es werden mehr und mehr Leute angezogen - speziell Kinder! Dies beschäftigt sie mit etwas, was wenig, oder gar keinen Nutzen hat.

2.) Anaschid wird von musikalischen Tönen und Instrumenten (westliche und östliche Trommeln) begleitet und das im Namen der Kultur und Tradition. Dies verbreitet sich mehr und mehr, mit Bands die sich durch Wörter und Beats übertreffen wollen.

3.) Erinnerungen an Allah werden in diese Anaschid eingefügt, wie es klar den Christen in ihren Kirchen ähnelt.

4.) Das gemeinsame Musizieren und Singen nimmt eine Stellung ein, wie es bei den mystischen Sufis in ihren Zirkeln getan wird. Ehemalige „Stars“ beschäftigen sich viel mit mystischem Sufismus, durch die so genannte „islamische Naschid“.  Manche Bands singen die verrufene Schirk-Poesie, die unter dem Namen „Burdah“ bekannt ist, in der Schirk im großen Maße vorhanden ist, in dem sie mit der Stellung des Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam) übertreiben.

5.) Es bringt die Kinder dazu, zu singen - speziell die jungen Mädchen, indem sie die beschämenden muslimischen und nicht-muslimischen Sänger imitieren.

6.) Der Qur’an wird von der so genannten Anaschid verdrängt, um dadurch die Jugendlichen zu ködern. Indem sie behaupten, dass sie nicht von den qur’anischen Texten angezogen werden, legalisieren sie es. Dasselbe wird mit der Sunnah gemacht, letztendlich führen sie dadurch die Menschen dazu, vom wahren Leben eines Gläubigen Abstand zu nehmen.

7.) In vielen Gesangszirkeln, halten Musikinstrumente und Liedgut Einzug – (dies ist) etwas Verbotenes im Islam, außer der Duff, für die Frauen.

8.) Das Erscheinen von professionellen Gesangsgruppen, bei Hochzeiten, Partys, an Schulen usw.

9.) Entwicklung der so genannten modernen Arten von Gesangsvideos, als moderne Betrachtung und Nachdenken über Allahs Schöpfung. [3]

10.) Das Erlauben von Bildern junger Mädchen, während sie verschiedene Songs präsentieren, ist an sich schon eine Fitnah und ein Widerspruch zur Scharia‘.  Manche machen Filme und Aufnahmen, bei denen junge Mädchen zu bestimmten Anlässen singen.

11.) Viele Unwahrheiten werden in diesen Liedern verbreitet, durch Schauspiel, oder übertriebenes Lob.

12.) Wenn du diese Lieder unter die Lupe nimmst, wirst du sehen, dass sie nur von Tauhid der Herrschaft (Rububiyyah) zeugen - Etwas an das selbst die Muschrikun (Götzendiener) glauben. [4]

13.) Übertretungen der Grenzen (die von der) Scharia‘ festgelegt wurden, in der Form, von Rollenspielen. Du siehst junge Kinder, die in ihrer Rolle, das Salah spielen, sie sagen: „Ich bin das Salah und dies ist mein Nutzen!“ Der nächste spielt die Rolle des Fastens, usw. Am schlimmsten: einer spielt den Qur’an. Obwohl wir wissen, dass der Qur’an das  nicht-erschaffene Wort  Allahs ist.

14.) In manchen Fällen bewegen sich diese Verlierer unter den männlichen und weiblichen Sängern eingebildet und prahlerisch. Wenn man bedenkt, dass es beim Singen zum  Gedenken an Allah passiert.

15.) Wenn man diese Anaschid islamisch nennt, ist es schon eine Übertretung (der Grenzen), im Besonderen, wenn man es als Kunst darstellt und zur Bildung und Nahrung für die Dawa‘ verwendet! Dies ist eine Neuerung in der Din (Religion) und es gehört zur Din der Erneuerer der Sufis [5].

Die Sahaba (Gefährten) sangen Poesie der Weisheit, Courage, Großzügigkeit und Maru’ah (gutem Charakter) und taten das nicht in Versammlungen. Sie sangen manchmal Poesie während der Arbeit und nächtlichen Reisen. Aber niemand nannte dies „islamisch“. Vielmehr hat jede Sache ihr eigenes Urteil, entweder ist etwas erneuert, erlaubt, beliebt, verpflichtend, verhasst, oder verboten. Selbst wenn etwas erlaubt wäre, würden wir es nicht „islamisch“ nennen, denn dadurch würden die Leute denken es gehörte zur Din. Und um etwas islamisch zu nennen, braucht es einen textlichen Beweis [6].
In der Tat, nannte Schaikh al-Albani (rahimahullah) es „Sufi-Gesang“ und zu einer ähnlichen Schlussfolgerung kam auch Schaikh Abd ul-Aziz Aal usch-Schaikh, der Großmufti Saudi-Arabiens. Genauso auch Schaikh Bakr Abu Zayd (rahimahullah) und Schaikh Abd ul-Aziz Radjihi und andere Gelehrte. (Allah möge sie (diejenigen unter ihnen, die am Leben sind) bewahren, und sich den gestorbenen erbarmen). [7]

Folgende (Frage) erreichte unseren Schaikh Muhammad Ibn Salih al-Uthaymin (rahimahullah):
„Wie lautet das Urteil zu Anaschid? Ist es dem Rufer zum Islam erlaubt, islamischen Anaschid zuzuhören?“

Der Schaikh antwortete:
„In der Vergangenheit hörte ich diese „islamischen“ Anaschid und es gab nichts Abstoßendes darin. Nachdem ich genauer hinhörte, fand ich sie rhythmisch, mit Verzückung und Unterhaltung, wie die Songs, welche von Musikinstrumenten begleitet werden. Ich sehe es nicht als erlaubt an, dass die Leute sie hören. Wenn sie jedoch natürlich und ohne Musikinstrumente, ohne Verzückung und Unterhaltung sind, so kann man sie anhören. Aber es bleiben auch dann Bedingungen:
(a) Es darf nicht zur Gewohnheit werden, indem man sie die ganze Zeit hört.
(b) Lasse dein Herz nicht nur von ihr (Naschid) ermahnt werden und profitieren.

Denn, wenn es zur Gewohnheit wird, so wird man das verlassen, was wichtiger ist. Wenn man so handelt, wird man die größte Ermahnung verlassen und dies ist das Buch Allahs und die Sunnah des Gesandten Allahs (sallAllahu alayhi wa sallam). Aber wenn man ihnen manchmal zuhört, oder sie als Hilfsmittel benutzt, zum Beispiel um nicht unkonzentriert zu werden, während man mit dem Auto in wildem Gebiet unterwegs ist, so liegt kein Schaden darin.“ [8]

Und er (Schaikh Uthaymin) wurde gefragt:
"Ist es erlaubt, dass die Männer „islamische“ Anaschid singen und dazu den Duff (Tamburin ohne Klingeln) schlagen?
Ist es erlaubt, diesen Duff, verbunden mit Gesang zu benutzen?
Und ist Anaschid auch außerhalb der Feste, wie `Id, erlaubt?"

Der Schaikh antwortete:
"Die „islamische“ Anaschid ist eine Neuerung, welche von den Sufis erfunden wurde. Deshalb sollte man sich davon fernhalten und sich lieber an die Ermahnung in Quran und Sunnah halten. Wenn man sie (Anaschid) jedoch als Motivation auf dem Schlachtfeld für den Jihad auf dem Pfade Allahs, Des Höchsten, benutzt, ist es gut, wenn man dazu den Duff schlägt." [9]

Bei vielen weiteren Gelegenheiten hielt er die Leute dazu an, die bestmögliche Aufmerksamkeit auf den Qur’an und die Sunnah zu richten, denn dies ist die wahre Ermahnung.

Spezielle Warnung vor der dreckigen Poesie von al-Busiri, welche den Namen „Burdah“ trägt:
Dies ist klarer Schirk, weil es dem Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam) göttliche Attribute zuschreibt, als würde er das ungesehene (Ghaib) und alles, auf den wohlbewahrten Tafeln Geschriebene, kennen. Soviel dazu.

Unvorstellbar, es breitete sich auf der ganzen muslimischen Welt aus, besonders in Südostasien, genauer in Indonesien. Stell dir vor: es gibt Musikbands in diesen Ländern, die nur auf diese Gedichte spezialisiert sind; speziell auf „Burdah“. In gekürzter Fassung wird es von Khalid Belhrouzi feat. Yusuf Islam gesungen. (Ja!) Dies ist ein Eintrag im Internet, mit dem Titel: "Burdah (Audiotape) Khalid Belhrouzi und Yusuf Islam" (arabisch + englisch) [10]

In diesem Gedicht wird behauptet: „Und dein Wissen ist, das Wissen des Stiftes und der wohlbewahrten Tafeln!“ Der Stift, bezieht sich auf den Stift Allahs, welchem Allah befahl: „Schreib!“ Er antwortete: „Was soll ich schreiben, mein Rabb?“ Allah sagt: „Schreibe alles Vorherbestimmte auf, bis zum Erscheinen der Stunde.“ (Sahih al-Bukhari Band 4, S. 9, Hadith Nr. 13)
Diesem Gedicht zufolge weiß der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) was der Stift schrieb und was auf den wohlbewahrten Tafeln steht. Allah möge uns vor solchen Lügen-Gedichten (wie „Burdah“) schützen.

Ich bitte Allah, dass Er uns auf der Wahrheit wandeln, sie uns akzeptieren und uns ihre Anhänger sein lässt.
 

Shaykh Salih as-Salih, hafidhahullah


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[1] Al-Qawl ul-Mufiid fi Hukmil-Anaschid. Verfasst von ‘Isaam Ibn Abd ul-Mun’im al-Mir’ri (1423/2002), Maktabu al-Furqan, Adjman VAE.

[2] Hadrah = Anwesend – wird von den Sufis der generellen Bedeutung nach verwendet. „In der Anwesenheit Allahs sein“. Der mystischen Schule Ibn Arabi’s nach, gibt es „Fünf (Formen) göttlicher Anwesenheit“ es ist eine metaphysische Lehre, in der es Stufen der Realität gibt, die verschiedenen Formen haben. Diese Lehre wird von neoplatonistischen Konzepten beeinflusst, nämlich den „Stufen, oder Lehren des Seins“ [Betrachte: Mu’djam al-Mustalahat as-Suffiyyah, von al-Hafni S. 237 und shorter Ecyclopedia of Islam, S. 125, verfasst von H.A.R Gibb undJ. H.Kramers, 4. Ausgabe, 1995. Veröffentlicht von E.J. Brill, Niederlande]

Der Murid weiß, das Hadrah der Start ist, dann (kommt) die Mukaschafah (mystisch-spirituelle Offenbarung, der Wahrheit (Allah) und des Ghaib (Ungesehene), in dieser Phase sieht man (ungesehene) Dinge, als würde man sie mit eigenen Augen sehen).
Die nächste Stufe ist die Muschahadah (Bezeugen der Wahrheit). Sufigesänge, Klatschen und Taumeln kombiniert mit Trommeln sind Teil des Rituals! Manche Sufis behaupten sogar, dass der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) in ihren Zirkeln anwesend sei!

[3] D.h. verschiedene Videos, die mit Musik untermalt sind, in denen ein Sprecher Allahs Schöpfung betrachtet und lobt. Dies ist sehr bekannt im arabischen Fernsehen

[4] D.h. über die Zeichen Allahs in Seiner Schöpfung, Sein Lenken der Dinge, Seine volle Autorität usw.

[5] Fatwa von Schaikh Salih al-Fawzan (Allah möge ihn bewahren), in Khutab al-Manbariyyah, 3/ 184-185.

[6] Schaikh al-Fawzan Ibid, S. 56.

[7] Ibid S. 32, 49, 62-68.

[8] As-Sahwah al-Islamiyyah Dhawabit wa-Tawdjihat (Sammlung von Fataawa und Aussagen Ibn Uthaymins, gesammelt von Abu Anas, Ali Ibn Hasan Abu Lawz (1414/1993) S. 123, Nr. 40)

[9] Fatwa al-Aqidah - Nr. 369, S. 651 Maktabat us-Sunnah

[10]Anmerkung: Der Link zur Überprüfung der Beweise ist hier aus einigen Gründen entfernt worden und wir rufen nicht dazu auf, danach zu suchen.

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