Frage:
Gemäß dem Hadith: „Das Kind gehört zu demjenigen, auf dessen Bett es geboren wurde und die Steinigung ist für den Hurer.“ [1]
Und dem Hadith: “Wer immer mit einer freien Frau oder einer Sklavin Unzucht begeht, dessen Kind ist das Kind der Zinaa, weder ist es erbberechtigt noch wird der Mann es beerben.“ [2] wird das uneheliche Kind als Kind des Zaani (Unzucht treibenden) betrachtet?

Ich meine, der Hadith sagt deutlich, dass es kein Erbe gibt. Aber kann das uneheliche Kind den Namen des Zaani (Unzucht treibenden) annehmen oder kann es auf irgendeine Weise als das Kind des Zaani bezeichnet werden?
Hat das Kind irgendeine biologische Verbindung zu dem Zaani im Islam?

Antwort:
Das Kind der Unzucht wird in keiner Weise als Nachkomme des Mannes betrachtet. Es bekommt nicht seinen Namen. Es darf z.B. nicht „So und so, der Sohn von Abdullah (dem Unzucht treibenden)“ genannt werden. Das Kind beerbt den Mann nicht, noch beerbt der Mann das uneheliche Kind. Dies ist die eigentliche Bedeutung des Hadithes: „und die Steinigung ist für den Hurer.“ [3]

Wenn jedoch die Mutter verheiratet ist oder Sklavin ist, deren Eigentümer Geschlechtsverkehr mit ihr hat, dann wird das Kind als legitimes Kind von beiden betrachtet (des Mannes und seiner Ehefrau oder des Mannes und seiner Sklavin), sowohl biologisch als auch islamisch gesehen. In diesem Fall bekommt das Kind jedes Recht, welches jedes andere Kind hat.

Es sei denn, es besteht, im Fall einer Sklavin, eine deutliche und unzweifelhafte Ähnlichkeit mit dem Unzuchttreibenden. In dem Fall sollten die anderen Töchter und Frauen von seines Mutters Besitzer sich anständig bedecken, wenn er in ihrer Nähe ist. [4]


Schaykh Wasi Allah Abbas, hafidhahullah
Lehrer an der Ka’bah, Dozent an der Umm Al-Quraa Universität in Makkah

Exklusiv für [Webseite entfernt] (ins englische) von einem handschriftlichen Bescheid übersetzt, welcher durch den Schaykh zur Verfügung gestellt wurde - Datei Nr. AAWA013, am 1423/7/20.


[1] Sahih Al-Bukhari 6749 (12/38 of Fath-ul-Bari) und Sahih Muslim 3598 (5/279 von Sharh An-Nawawi.
[2]Sahih Sunan At-Tirmithi 2113.
[3] Al-Hafith Ibn Hajr sagte: „Die Araber sagen zu dem, welcher sozial benachteiligt ist: „die Steinigung ist für den Hurer“ und „in seinem Mund  ist der Stein und Staub“ und ähnliches.
Es wird auch gesagt, dass „der Stein“ hier bedeutet, dass er zu Tode gesteinigt wird. An-Nawawi sagte: "Dies ist eine schwache Meinung, da, wenn er gesteinigt wird, dies nicht negiert, dass das Kind seines ist. Dieses Hadith verleugnet speziell die Beziehung zwischen dem Mann und dem Kind." Siehe Fath-ul-Bari (12/43).
[4] Ein Beispiel dazu befindet sich im Hadith von 'Abd Ibnu Zam'ah, auf welches sich in Fußnote 1 bezogen wird.

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