Teil 1
 
Alles Lob gebührt Allah, Dem Herrn der Welten.

Allah machte die Gläubigen zu liebenden Brüdern in der Religion.

Ich bezeuge aufrichtig und mit Gewissheit, dass nichts und niemand würdig ist, verehrt zu werden außer Allah Alleine, ohne Partner. Und ich bezeuge, dass Mohammad, der aufrichtige und vertrauenswürdige, Friede und Segen Allahs auf ihm, Sein Diener und Gesandter ist. Möge Allahs Segen auf ihm sein, seiner Familie, seinen Gefährten, und denjenigen, die ihnen rechtschaffen folgen, bis zum letzten Tage.

In Bezug auf Folgendes:

Oh Leute! Fürchtet Allah, Den Höchsten, und wisset, dass Brüderlichkeit in der Religion einen höheren Rang einnimmt, als die verwandtschaftliche Brüderlichkeit. Gewiss, Allah befielt die Brüderlichkeit zwischen den Gläubigen und Muslimen, sogar wenn sich ihre Abstammung unterscheidet und ihre Länder weit voneinander entfernt sind. Allah, der Höchste sagt: „Die Gläubigen sind doch Brüder ...“ [Sura Al-Hugurat:10]

Er befahl im Gegensatz zu den Kuffar zu handeln, egal wie eng ihre Abstammungen sind. Er, Der Höchste, sagt: „O ihr, die ihr glaubt, nehmt nicht eure Väter und eure Brüder zu Beschützern, wenn sie den Unglauben dem Glauben vorziehen. Und diejenigen von euch, die sie zu Beschützern nehmen - das sind die Ungerechten.“ [Sura At-Tauba:23]

Es gibt großartige Rechte und edle Nutzen für diese Brüderlichkeit zwischen den Muslimen und Gläubigen. Allah und Sein Gesandter, Friede und Segen Allahs auf ihm, haben sie in Qur’an und Sunnah klargestellt. Es ist eine Pflicht, diesen Quellen zu folgen und danach zu leben und es ist nicht zulässig, sie zu missachten und zu verwahrlosen. Aus diesen Rechten und Nutzen geht die Pflicht hervor, zwischen den Muslimen zu schlichten, wenn zwischen ihnen Differenzen und Streitigkeiten, oder Feindschaften und Trennungen aufkommen. Er, Der Höchste, sagt: „Und wenn zwei Gruppen der Gläubigen einander bekämpfen, dann stiftet Frieden zwischen ihnen; wenn jedoch eine von ihnen sich gegen die andere vergeht, so bekämpft diejenige, die im Unrecht ist, bis sie sich Allahs Befehl fügt. Fügt sie sich, so stiftet in Gerechtigkeit Frieden zwischen ihnen und seid gerecht. Wahrlich, Allah liebt die Gerechten. Die Gläubigen sind ja Brüder. So stiftet Frieden zwischen euren Brüdern und fürchtet Allah, auf dass euch Barmherzigkeit erwiesen werde.“ [Sura Al-Hugurat:9-10]

Von den Rechten, welche die Muslime und Gläubigen gegenseitig haben ist auch, die gegenseitige Ehre zu respektieren und davon abzuhalten, jemanden herunterzustufen. Er, Der Höchste, sagt: „Oh die ihr glaubt, die einen sollen nicht über die anderen spotten, vielleicht sind eben diese besser als sie. Auch sollen nicht Frauen über andere Frauen (spotten), vielleicht sind eben diese besser als sie. Und beleidigt euch nicht gegenseitig durch Gesten und bewerft euch nicht gegenseitig mit (häßlichen) Beinamen. Wie schlimm ist die Bezeichnung "Frevel" nach (der Bezeichnung) "Glaube"! Und wer nicht bereut, das sind die Ungerechten.“ [Sura Al-Hugurat:11]

Allah, Der Ruhmvolle, verbietet den Männern und Frauen, sich untereinander zu verspotten, denn es könnte sein, dass diejenigen, die verspottet werden besser sind als jene, die verspotten. Denn Verspottung strahlt nichts anderes aus, als Schwäche. Und Allah verbot Al Lumz (Beschimpfung). Und Er verbot, jemand anderes mit Alqaab (Spitznamen) zu beleidigen. Dies ist das Rufen einer Person mit einem Spitznamen, nachdem die Person nicht benannt ist. Al Lumz ist, was eine Person verletzt, wenn sie es hört.

Einige der Mufasirun (Quran-kommentatoren) sagten, dass folgende Ausdrücke dazugehören: „Ya Faziq“ (Oh Sünder), „Ya Kalb“ (Oh Hund), „Ya Himar“ (Oh Esel). Gewiss, Verspottung, Beschimpfung und Beleidigungen mittels Spitznamen werden von Allah als Sünden bezeichnet. Dies ist ein Beweis für Ihre Widerlichkeit und Hässlichkeit, und für die Pflicht, Abstand von diesen zu halten.

Von den Rechten der Brüderlichkeit unter den Muslimen und Gläubigen ist auch, dass sie ungerechtfertigte Verdächtigungen in Ihren Angelegenheiten unterlassen, und es ebenfalls unterlassen, sich gegenseitig auszuspionieren und zu verleumden. Allah, Der Höchste, sagt: "O die ihr glaubt, meidet viel von den Mutmaßungen; gewiss, manche Mutmaßung ist Sünde." [Sura Al-Hugurat:12]. Gemeint ist, die "Ahlul-Khair" (Leute des Guten) des Schlechten zu verdächtigen. "Und sucht nicht (andere) auszukundschaften ..." [Sura Al-Hugurat:12]. Auskundschaften/Spionieren bedeutet, das Suchen nach den Fehlern anderer. Allah hat es verboten, nach den versteckten Fehlern und Schwächen zu suchen. „... und führt keine üble Nachrede übereinander ...“ [Sura Al-Hugurat:12]

Der Gesandte Allahs, Friede und Segen Allahs auf ihm, erklärte al-Ghibah (üble Nachrede) als das Erwähnen eines Bruders in einer Art und Weise, die er nicht mag. Es gibt Ijmaa’ (Übereinstimmung der Gelehrten) darüber, dass al-Ghibah durch ein strenges Verbot untersagt wurde. Allah verglich es mit dem Essen des Fleisches eines toten Bruders. Er, Der Höchste, sagt: „... Möchte denn einer von euch gern das Fleisch seines Bruders, wenn er tot sei, essen? Es wäre euch doch zuwider. Fürchtet Allah. Gewiss, Allah ist Reue-Annehmend und Barmherzig.“ [Sura Al-Hugurat:12]

Aus dieser Brüderlichkeit des Islams und Imans ist, das gegenseitige Helfen in Rechtschaffenheit und Frömmigkeit, das gegenseitige Helfen im Erreichen von Gutem und dem Entfernen von Schändlichem. Er, Der Höchste, sagt: „Helft einander zur Güte und Gottesfurcht, aber helft einander nicht zur Sünde und feindseligem Vorgehen.“ [Al-Ma'ida:2]. Und der Gesandte Allahs, Friede und Segen Allahs auf ihm, sagte: "Das Gleichnis der Gläubigen in ihrer gegenseitigen Freundschaft und Barmherzigkeit sowie ihrem Mitgefühl füreinander ist, wie der Körper eines Menschen: Wenn ein Glied leidet, so leidet der ganze Körper an Schlaflosigkeit und Fieber." (Al-Bukhari und Muslim. Siehe auch Riyyad us Salihin, Hadith Nr. 22)
Somit ist der Muslim über die Glückseligkeit seines Bruders erfreut und über den Schmerz seines Bruders verletzt.

Von den Rechten dieser Brüderlichkeit des Islams und Imans ist auch, das Geben von Ratschlägen zwischen den Muslimen und das Gebieten des Guten und das Verbieten des Schlechten. Er, Der Höchste, sagt: „Und die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen sind einer des anderen Beschützer: Sie gebieten das Gute und verbieten das Verwerfliche und verrichten das Gebet und entrichten die Zakah und gehorchen Allah und Seinem Gesandten. Sie sind es, derer Allah Sich erbarmen wird. Wahrlich, Allah ist Erhaben, Allweise.“ [Sura AtTauba:71]

Der Prophet, Friede und Segen Allahs auf ihm, sprach dreimal: "Der Glaube ist, Rat zu geben (Nasiha)." Wir sagten: "Zu wem?" Er sagte: "Zu Allah und Seinem Buch und Seinem Gesandten, und zu den Führern der Muslime und den Muslimen." (Berichtet von Muslim)

Und von den Rechten dieser Brüderlichkeit des Islams und Imans ist, dass der  Mu’min für seinen Bruder das liebt, was er für sich selbst liebt, wie der Gesandte, Friede und Segen Allahs auf ihm, sagte: "Keiner von euch ist gläubig, bis er für seinen Bruder wünscht, was er für sich selbst wünscht." Gemeint ist hier die religiöse, nicht die sündhafte Liebe. Gewiss diese (Letztere) ist für Menschen, die das Schlechte lieben. Also ist es für den Mu’min Pflicht, für seinen Bruder das zu lieben, was er für sich selbst an Gutem und Nutzen wünscht. Wer auch immer für seinen Bruder nicht das liebt, was er für sich liebt, ist neidisch und Neid ist eine Schande.

Wa'l Hamdu Lillahi Rabbi'l 'Aalamin. (Und alles Lob gebührt Dem Herrn der Weltenbewohner.)


Sheikh Salih bin Fawzan Al Fawzan, hafidhahullah

Al-Khutab Al-Minbariyyah - Band 4

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