Frage:
Ist es für die muslimischen Minderheiten, die in den Ländern der Kuffar leben, notwendig, einen Führer unter sich zu ernennen, oder sollten sie unter der Schirmherrschaft der Kuffar leben, wem auch immer sie (dabei) Gefolgschaft leisen?

Antwort:
Sie sollten sich unter der Führung, von wem auch immer sie als passend ansehen, vereinigen und ihn zu ihrem Führer ernennen, wenn sie dazu in der Lage sind. Dies ist sehr wichtig und es wird ihnen erlauben, gute Dinge auf einer Weise zu tun, die keinen Schaden mit sich bringt und dem Staat nicht ermöglicht, ihnen Einschränkungen aufzuerlegen und sie zu bestrafen. Und sie werden das erreichen, was von Nutzen für sie ist.

Vielmehr wird der Führer so handeln, dass es mit dem Staat in Einklang ist und keine Probleme verursacht. Daher sollten sie jemanden, den sie als den Besten oder den Nützlichsten unter ihnen sehen, als ihren Führer erwählen. Oder, als Alternative, jemanden aus der Gesellschaft,  der den Muslimen in diesem Land Nutzen bietet.

Sie sollten ihm einen Titel geben, durch den sie keinen Schaden erleiden und der Staat sie nicht bestrafen könnte. Sie sollten ihm einen passenden Titel geben, dessen Bedeutung einschließt, dass sie ihn um Rat oder Hilfe fragen. Außerdem kooperieren sie miteinander und tun Gutes und er (der Führer) arbeitet, um ihnen Gutes zu bescheren, auf eine Weise, die keinem in der Gesellschaft schadet und dem Staat nicht die Möglichkeit gibt, sie zu misshandeln.


Schaykh Abdul-Aziz ibn Baz, rahimahullah

Al-Aqalliyat al-Muslimah – Seite 29, Fatwa Nr. 4

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