{قُل لَّا أَجِدُ فِي مَا أُوحِيَ إِلَيَّ مُحَرَّمًا عَلَىٰ طَاعِمٍ يَطْعَمُهُ إِلَّا أَن يَكُونَ مَيْتَةً أَوْ دَمًا مَّسْفُوحًا أَوْ لَحْمَ خِنزِيرٍ فَإِنَّهُ رِجْسٌ أَوْ فِسْقًا أُهِلَّ لِغَيْرِ اللَّـهِ بِهِ ۚ فَمَنِ اضْطُرَّ غَيْرَ بَاغٍ وَلَا عَادٍ فَإِنَّ رَبَّكَ غَفُورٌ رَّحِيمٌ}

„Sag: Ich finde in dem, was mir (als Offenbarung) eingegeben wurde, nichts, das für den Essenden zu essen verboten wäre, außer es ist Verendetes (Maytah) oder ausgeflossenes Blut oder Schweinefleisch - denn das ist ein Gräuel - oder ein Frevel, worüber ein anderer (Name) als Allah(s) angerufen worden ist. Wer sich aber in einer Zwangslage befindet, ohne zu begehren oder das Maß zu überschreiten, - so ist dein Herr Allvergebend und Barmherzig.“ (Surah Al-An’aam 6:145)

{إن الله ورسوله حرم بيع الخمر والميتة والخنزير والأصنام. فقيل: يا رسول الله أرأيت شحوم الميتة فإنها يطلى بها السفن ويدهن بها الجلود ويستصبح بها الناس? فقال:لا، هو حرام. ثم قال رسول الله صلى الله عليه وسلم عند ذلك: قاتل الله اليهود، إن الله لما حرم شحومها جملوه، ثم باعوه فأكلوا ثمنه}

Es wurde von Jaabir ibn ‘Abd-Allaah (radiya’Allahu anhum) berichtet, dass er den Gesandten Allahs (salla-llahu alayhi wa sallam) am Tage der Eroberung von Mekkah sagen hörte: „Wahrlich, Allah und Sein Gesandter haben den Verkauf von Al-Khamr (Berauschendem), Al-Maytah (totem Fleisch), Schweinen und Götzen verboten.” Es wurde gesagt: „Oh Gesandter Allahs, was denkst du über das Fett von Al-Maytah (verendetes Tier), welches für das Abdichten von Schiffen benutzt wird, und das Einfetten von Tierhäuten, welches die Menschen für ihre Lampen benutzen?” Er sagte: „Nein, es ist haram.” Dann sagte der Gesandte Allahs (salla-llahu alayhi wa sallam): „Möge Allah die Juden verfluchen, weil Er ihnen das Fett verbot, aber sie schmolzen es, verkauften es und konsumierten seinen Preis.” (Bukhari 2121, Muslim1581)

Schaykh Ibn ‘Uthaymin (rahimahullah) sagte in ‚Asch-Scharh al-Mumti’‘ (8/136): „Diese Ansicht ist die korrekte: dass das Pronomen in der Phrase {هو حرام} ‚es ist verboten‘ sich auf das Verkaufen bezieht, auch wenn die Substanz in der Frage den Nutzen hat, den die Sahaba (radiya-llahu anhum) erwähnten. Dies ist so, weil der Kontext des Hadith mit dem Verkaufen zu tun hat.
Und es wurde gesagt, dass ‚es ist verboten‘ sich darauf bezieht, aus diesen Arten einen Vorteil zu ziehen, deshalb ist es nicht erlaubt Schiffe damit abzudichten oder Tierhäute damit einzufetten oder sie in den Lampen der Menschen zu benutzen. Aber diese Ansicht ist schwach.
Die korrekte Ansicht ist, dass es erlaubt ist, Schiffe damit abzudichten und Tierhäute einzufetten und sie in den Lampen der Menschen zu benutzen.“

Al-San’aani sagte: „Das Pronomen in der Phrase {هو حرام} ‚es ist verboten‘ muss in Bezug auf das Verkaufen verstanden werden, d.h. das Verkaufen des Fettes ist haram. Dies ist die offensichtlichste Bedeutung, weil es dies ist, was im Kontext angedeutet wird, und weil der gleiche Hadith von Ahmad überliefert wurde, in deren Version es heißt: {فما ترى في بيع شحوم الميتة} ‚Und was denkst du über das Verkaufen des Fettes von totem Fleisch?’ Oder es könnte dahingehend interpretiert werden, indem es sich auf den Nutzen bezieht, den man daraus ziehen kann in der Phrase {فإنها تطلى بها السفن} ‚welches für das Abdichten von Schiffen benutzt wird“ usw. Die Mehrheit interpretierte es in dieser Weise und sagte: ‚Kein Nutzen sollte aus einem verendeten Tier gewonnen werden, außer seinem Fell, nachdem es gegerbt wurde.’

Diejenigen, welche sagen, dass sich das Pronomen auf das Verkaufen bezieht, zitieren als Beweis die Tatsache, dass es Konsens unter den Gelehrten gibt, dass es erlaubt ist, verendetes Fleisch an Hunde zu verfüttern, selbst wenn sie Jagdhunde sind.
Es ist bekannt, dass sich das Pronomen auf das Verkaufen bezieht, deshalb ist es erlaubt, naajis (unreine) Dinge im Allgemeinen zu benutzen und es ist haram, sie zu verkaufen, wegen den Gründen, die bekannt sind. Diese Ansicht wird von der Tatsache unterstützt, dass der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) die Juden verfluchte, weil sie das Fett schmolzen, es verkauften und seinen Preis konsumierten. Deshalb ist es klar, dass sich das Verbot nur auf das Verkaufen bezieht, was im Konsumieren seines Preises resultiert.

Wenn sich das Verbot auf das Verkaufen bezieht, dann ist es erlaubt, das Fett von verendeten Tieren zu benutzen, sowie unreine (naajis) Fette für alle Angelegenheiten außer als Nahrung für den Menschen oder für den Bedarf am menschlichen Körper (d.h. es ist dem Menschen nicht erlaubt, das Fett eines verendeten Tieres zu essen oder naajis Fette an seinem Körper anzuwenden). Das Verbot ist also wie das Verbot zum Essen von verendeten Fleisch oder das Benutzen von unreinen Substanzen am Körper. Aber es ist erlaubt, das Fett verendeter Tiere an Hunde zu verfüttern oder Honig, welcher mit einer unreinen (naajis) Substanz verseucht ist, an Bienen zu verfüttern.
All das ist in der Schaafa’i-Madhhab erlaubt, und wurde berichtet von al-Qaadi ‘Iyaad von Malik und den meisten seiner Gefährten und von Abu Hanifah und seinen Gefährten, sowie von Al-Layth.

Dieser Hadith beinhaltet auch, dass wenn es haram ist, eine Sache zu verkaufen, deren Preis auch verboten ist und dass jede Erfindung, welche dazu führt, etwas Verbotenes zu erlauben, falsch ist. (Subul as-Salaam, 3/6)

Bei Al-Bukhari (1421) und Muslim (363) wurde folgender Hadith von Ibn ‘Abbas berichtet. Dies ist der Wortlaut von Muslim, im Hadith von Bukhari kommt der Begriff {الدباغ} (das Gerben) nicht vor.

{تُصدِّق على مولاةٍ لميمونة بشاةٍ، فماتت. فمرَّ بها رسول الله صلى الله عليه وسلم، فقال: هلا أخذتم إهابها فدبغتموه فانتفعتم به؟ فقالوا: إنها ميتة، فقال: إنما حرُم أكلُها}

„Ein Schaf wurde einer befreiten Sklavin von Maymunah als Sadaqah gegeben und es starb. Der Gesandte Allahs (salla-llahu alayhi wa sallam) kam daran vorbei und sagte: „Warum nehmt ihr nicht sein Fell, gerbt es und benutzt es?” Sie sagten: „Es ist verendetes Fleisch.” Er sagte: „Es ist nur verboten, es zu essen.”

Bezüglich seiner Bedeutung: Maymunah hatte eine befreite Sklavin, welche ein Schaf hatte, das ihr jemand als Almosen schenkte. Als es starb, dachten sie, dass es nicht erlaubt ist, einen Nutzen daraus zu ziehen, deshalb warfen sie es weg. Der Gesandte Allahs (salla-llahu alayhi wa sallam) kam mit einigen seiner Sahaba daran vorbei und als er es sah, sagte er zu ihnen:

{لمَ لا تأخذون جلد هذه الميتة فتنتفعوا بها؟ فقالوا له: إنها ميتة. فقال لهم النبي صلى الله عليه وسلم: إن المحرم هو أكلها أما غير الأكل كالانتفاع بالجلد فيجوز بعد دباغه}

„Warum nehmt ihr nicht das Fell von diesem verendeten Tier und zieht einen Nutzen daraus?” Sie sagten zu ihm: „Es ist verendetes Fleisch.” Der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) sagte zu ihnen: „Das, was daran verboten ist, ist es zu essen, was aber alles andere betrifft, wie das Fell zu benutzen, nachdem man es gegerbt hat, so ist dies erlaubt.”


Die Gelehrten unterschieden sich hinsichtlich des Urteils über die Haut von Al-Maytah (verendeten Tieren), wenn sie gegerbt wurde

Schaykh Ibn ‘Uthaymin war der Ansicht, dass Gerben das Fell eines verendeten Tieres reinigt, wenn es von einem Tier stammt, dessen Fleisch man essen darf, wie Kamele, Rinder und Schafe. Aber wenn es von einem Tier stammt, dessen Fleisch nicht gegessen werden darf, wie von Schweinen, dann kann es nicht durch Gerben gereinigt werden. (Al-Sharh al-Mumti’, 1/72)

Schaykh Al-Islaam ibn Taymiyyah sagte nachdem er die verschiedenen Ansichten der Gelehrten zitierte: „Der Punkt der Verwirrung liegt auf dem Gerben:

  1. ist es so, dass die Haut von Tieren, die, wenn sie am Leben sind, rein (taahir) sind, durch das Gerben gereinigt werden kann, wenn sie verendet sind oder
  2. ist es so, dass das Gerben nur die Haut eines Tieres reinigen kann, das korrekt nach der Schari‘a geschlachtet wurde?

Die zweite Meinung scheint die richtigere zu sein, und der Beweis dafür ist, dass der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) es verbot, die Haut von Fleischfressern zu benutzen, wie es von Usaamah ibn ‘Umayr al-Dhuhali überliefert wurde:
{أنَّ النَّبيَّ صلى الله عليه وسلم نَهَى عَنْ جُلُودِ السِّبَاعِ} (Ahmad, Abu Daawuud, An-Nasaa’i)

Bei At-Tirmidhy ist hinzugefügt: {أنْ تُفْتَرَشَ} (er verbot) deren Verwendung als Einrichtung.“ Diese Meinung bringt alle Ahadith miteinander in Einklang. (Majmuu‘ al-Fataawa, 21/95-96)

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