Im Namen Allahs
 
Imaam Abu Daawud sammelte drei Ahadith in einem Kapitel seines ‚Sunan‘, welches „Die Verabscheuenswürdigkeit, die gegnerischen Kräfte (in Militäraktionen) mit Feuer zu bestrafen“ genannt wird.

Die ersten zwei Ahadith, welche von Abu Hamzah al-Aslami (Nr. 2673) und Abu Hurayrah (Nr. 2674) (radiya-llahu anhum) überliefert wurden, beinhalten das folgende deutliche Verbot:
{لا يعذب بالنار إلا رب النار}

„Niemand bestraft mit dem Feuer außer der Herr des Feuers (Allah).”
 
Der dritte Hadith, welcher von ‘Abdullaah ibn Mas’uud (Nr. 2675) (radiya-llahu anhu) überliefert wurde, beinhaltet folgende Wörter:
{إنه لا ينبغي أن يعذب بالنار إلا رب النار}

„Es ziemt sich für niemanden, mit Feuer zu bestrafen außer für den Herrn des Feuers (Allah).“
 
Alle drei Ahadith wurden von Schaykh Al-Albaani (rahimahullah) in seiner Kontrolle des ‚Sunan‘ in ‚Silsilat al-Ahaadith as-Sahihah‘ (Nr. 487) als sahih eingestuft. Er fügt eine Diskussion über die authentische Überlieferung von ‘Ali, dem vierten Kalifen der Muslime hinzu, welcher einigen Leuten befahl, der Todesstrafe mit Feuer zu begegnen. Als Ibn ‘Abbaas davon erfuhr, missbilligte er diese Entscheidung und vermittelte einen Hadith vom Propheten (salla-llahu alayhi wa sallam) mit folgendem Wortlaut:
{لا تعذبوا بعذاب الله}

„Straft nicht mit der Strafe Allahs!” (Sahih-Bukhaari, Nr. 3017; Imaam At-Tirmidhi sammelte ihn auch in seinem ‚Jaami’‘ (Nr. 1458), indem er hinzufügt, dass, als ‘Ali davon erfuhr, er daraufhin antwortete: „Ibn ‘Abbas hat die Wahrheit gesprochen.”

Wichtige Vorteile (, die wir hieraus ziehen)

1. Die Überlieferungen beweisen deutlich das Verbot, Menschen mit Feuer zu quälen oder zu töten, sowohl im Krieg als auch bei Strafen für Verbrechen, so wie es von mindestens vier der Sahaba verstanden und überliefert wurde.

2. Allah ist Der Einzige, Welcher das Recht hat, irgendjemanden mit Feuer zu bestrafen.
 
3. Das Höllenfeuer ist ein erschaffenes Ding, welches von Allah erschaffen und für die Strafe der Ungläubigen und Sündigen vorbereitet wurde. Da Allah das Feuer erschaffen hat, wird Er als „Herr des Feuers“ bezeichnet.
 
4. Allah’s Gesetzgebung ist alles umfassend und regelt alle unsere Interaktionen. Während es erlaubt ist, schädliche Insekten im Allgemeinen zu töten, so ist es nicht erlaubt, sie zu verbrennen, wie aus dem Hadith von Ibn Mas’uud hervorgeht, in dem der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) einen Ameisenhaufen bemerkte, welcher niedergebrannt wurde. Er zeigte Besorgnis darüber und verbot seinen Gefährten, Ameisen mit Feuer zu verbrennen. Er (salla-llahu alayhi wa sallam) war in der Tat eine Barmherzigkeit für die gesamte Schöpfung.
 
5. Manche Gelehrte betrachten Elektrizität als eine Manifestation von Feuer, mindestens aber nah daran, um sein Urteil zu teilen. Schaykh Ibn Baaz (rahimahullah) erließ wegen dieser Ahadith ein Fatwaa, dass es nicht erlaubt ist, Mücken und andere Insekten mit modernen Instrumenten zu töten, welche sie mit Elektrizität verbrennen. (arabische Quelle)
 
6. In einem anderen Hadith in der Sahih-Sammlung von Imaam al-Bukhaari (Nr. 2240) und Muslim (Nr. 651), überlegte der Gesandte Allahs (salla-llahu alayhi wa sallam) die Häuser der (fähigen, unentschuldigten) Männer zu verbrennen, welche nicht am Gemeinschaftsgebet in der Moschee teilnahmen. Die Gelehrten erwähnen, dass die Gründe dafür, dass dies nicht umgesetzt wurde, die Gegenwart von Frauen und Kinder in den Häusern, als auch das Verbot, mit Feuer zu bestrafen beinhalten. (Siehe dazu: ‚Al-Bahr al-Muhiit ath-Thajjaaj‘ (14/218-229) von Schaykh Muhammad ibn ‘Alii ibn Aadam al-Ityuubii)

Während andere Gelehrten die Erwähnung des Abbrennens der Häuser als abrogiert betrachten, so scheint dies nicht korrekt zu sein, da dies niemals umgesetzt wurde. Die Gelehrten des Usuul al-Fiqh erwähnten, dass ein abrogiertes Urteil ein solches ist, welches für mindestens eine kurze Zeit angewendet wurde und Allah weiß es am besten.
 
7. Da es nicht erlaubt ist, mit Feuer zu bestrafen, ist es ebenso verboten, jemandem physisch mit Feuer (oder Elektrizität) zu drohen oder mit einem Gerät (auf das Opfer) zu zeigen, welches tatsächlich Feuer (oder Elektrizität) produziert. Sobald einmal eine Sache verboten ist, sind auch alle Taten, die typischerweise dazu führen, verboten. Der Gesandte Allahs (salla-llahu alayhi wa sallam) sagte:

{لا يشير أحدكم على أخيه بالسلاح فإنه لا يدري لعل الشيطان ينزغ في يده فيقع في حفرة من النار}

„Niemandem von euch ist es erlaubt, mit einer Waffe auf seinen Bruder zu zielen, weil er nicht weiß, ob der Satan seine Hand beeinflusst (und ihn tatsächlich dazu bringt, seinen Bruder damit zu treffen) wodurch er dann im Höllenfeuer landen würde.“ (Al-Bukhaari, Nr. 7072; Muslim, Nr. 2617)
 
8. Es beweist auch den vornehmen Charakter und die Bescheidenheit von ‘Ali ibn Abi Taalib (radiyaAllahu anhu), welcher akzeptierte, dass Ibn ‘Abbaas’ Meinung die richtige war, nachdem er einen Fehler in dieser Angelegenheit beging.
 
9. Die Religion Allahs handelt von korrektem Glauben und Taten. Fehler müssen auf der Basis von Qur’aan und Sunnah identifiziert und behandelt werden.
 
10. Die Gefährten korrigierten sich gegenseitig, wenn sie sich irrten. Sie waren alle großartige Menschen, die Richtigstellungen akzeptierten, indem sie ihre Angelegenheiten immer auf die Beweise aus Qur’aan und Sunnah zurückführten. Sie waren wundervolle Beispiele von Menschen, die der Wahrheit folgten.
 
11. Fälschliche Taten von muslimischen Führern müssen von Menschen des Wissens korrigiert werden und dies in einer Art und Weise, die weder Streit noch Diskussion hervorruft.
 
12. Der Vorfall zeigt auch die Stärke des religiösen Verständnisses von Ibn ‘Abbaas’ (radiyAllahu anhu). Er war einer der größten Gelehrten des Fiqh und Tafsir, und er war eine erstaunliche Quelle des Wissens.

 

Quelle

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