Frage:
Was bedeutet der folgende Hadith: „Nachdem bereits die Engel, die Propheten und die Gläubigen Fürsprache eingelegt haben, bleibt keiner mehr übrig, als der Barmherzigste der Barmherzigen. Er nimmt dann eine Handvoll Menschen aus der Hölle und holt so aus ihr eine Gruppe von Leuten heraus, die niemals etwas an Gutem vollbracht haben.“ (Muslim)

Was bedeuten die Worte: „die niemals etwas an Gutem vollbracht haben“?

Antwort:
Es bedeutet, dass sie zwar keinerlei rechtschaffene Taten vollbracht haben, ihnen es jedoch im Herzen mit dem Glauben (Iman) ernst war. Entweder sie starben noch, bevor sie die Möglichkeit hatten, Gutes zu tun. Sie nahmen den Glauben an und starben, bevor sie imstande waren, etwas zu tun und so ist die Aussage zutreffend, dass sie „niemals etwas an Gutem vollbracht haben“.
Oder aber dieser Hadith ist unter Berücksichtigung jener Überlieferungen zu sehen, die darauf hinweisen, dass die Unterlassung einiger der rechtschaffenen Taten, wie zum Beispiel das Salah, als Kufr gilt. Denn wer das Salah unterlässt, ist ein Kaafir, auch wenn er selbst behauptet, an Allah und Seinen Gesandten zu glauben. Dem Kaafir aber nützt keinerlei Fürsprache am Jüngsten Tag und er bleibt für alle Ewigkeit in der Hölle – Allah möge uns davor bewahren!

Wesentlich ist, dass sich dieser Hadith entweder auf jene Menschen bezieht, die gläubig waren, aber keine Möglichkeit mehr hatten, ihren Iman in die Tat umzusetzen und unmittelbar nach der Annahme des Imans starben und so nichts an Gutem mehr vollbrachten. Oder aber dieser Hadith bezieht sich auf die Menschen im Allgemeinen, dann aber sind davon jene Handlungen ausgenommen, an deren Ausführung, gemäß Qur’aan und Sunnah, keinerlei Zweifel besteht, wie das Salah, denn wer das Gebet nicht verrichtet, ist ungläubig – weder nützt ihm Fürsprache, noch gelangt er jemals aus dem Feuer heraus.


Schaikh ibn Al-Utaymiin, rahimahullah

Fataawaa des ehrenwerten Gelehrten Muhammad Ibn Saalih Al-Utaymiin, Band 2

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