Frage:
Bitte erklären Sie die Bedeutung des folgenden Verses:

{وَعَلَى الَّذِينَ هَادُوا حَرَّمْنَا كُلَّ ذِي ظُفُرٍ ۖ وَمِنَ الْبَقَرِ وَالْغَنَمِ حَرَّمْنَا عَلَيْهِمْ شُحُومَهُمَا إِلَّا مَا حَمَلَتْ ظُهُورُهُمَا أَوِ الْحَوَايَا أَوْ مَا اخْتَلَطَ بِعَظْمٍ ۚ ذَٰلِكَ جَزَيْنَاهُم بِبَغْيِهِمْ ۖوَإِنَّا لَصَادِقُونَ}

„Und denen, die dem Judentum angehören, haben Wir alles (an Tieren) verboten, was Klauen besitzt; und von den Rindern und dem Kleinvieh haben Wir ihnen das Fett verboten, außer dem, was ihre Rücken und ihre Eingeweide tragen, oder was mit Knochen verwachsen ist. Damit haben Wir ihnen ihre Übertretung (Verbrechen wie die Ermordung der Propheten, Verzehr von Riba (Wucher) usw.) vergolten. Und Wir sagen ganz gewiss die Wahrheit.“ (Surah Al-An‘aam 6:146)
 
Antwort:
Die Hufe mancher Tiere sind gespalten - wie bei der Ziege und dem Rind, und die Hufe anderer Tiere sind nicht gespalten – wie beim Kamel. In diesem Vers verbot Allah den Juden die zweite Kategorie der Tiere. Ferner verbot Er ihnen das Fett der Rinder und der Schafe mit Ausnahme des folgenden, welches ihnen erlaubt wurde: „außer dem, was ihre Rücken und ihre Eingeweide tragen, oder was mit Knochen verwachsen ist.“

Allah, der Allmächtige machte ihnen deutlich, dass dieses Verbot aufgrund ihrer Übertretungen und ihrer Missetaten zustande kam und aus einem anderen Vers geht hervor, dass Allah ihnen aufgrund ihrer Sünden die reinen und guten Dinge verbot:

{فَبِظُلْمٍ مِّنَ الَّذِينَ هَادُوا حَرَّمْنَا عَلَيْهِمْ طَيِّبَاتٍ أُحِلَّتْ لَهُمْ وَبِصَدِّهِمْ عَن سَبِيلِ اللَّـهِ كَثِيرًا}

„Wegen Ungerechtigkeit derer, die dem Judentum angehören, hatten Wir ihnen gute Dinge verboten, die ihnen erlaubt gewesen waren, und weil sie viel von Allahs Weg abhielten.“ (Surah An-Nisaa‘ 4:160)
 
Es war eine Form der Strafe in dieser Welt: „Damit haben Wir ihnen ihre Übertretung vergolten. Und Wir sagen ganz gewiss die Wahrheit.“ (Surah Al-An‘aam 6:146)
 
Das letzte Pronomen „Wir“ bezieht sich auf Allah, den Allmächtigen und das Plural wird benutzt, um Ihn, den Allmächtigen zu preisen, den wahrhaftigsten Sprecher und den gerechtesten Richter.
 
Aber wir sollten hieraus nicht nur verstehen, dass den Juden die erlaubten, guten Dinge wegen ihrer Missetaten verboten wurden, sondern wir sollten auch verstehen, dass auch uns die erlaubten und guten Dinge verboten werden könnten, wenn wir Sünden begehen. Sie werden uns nicht durch Offenbarung verboten, sondern durch das Schicksal. Wie das? Wenn eine Person verschiedene Sünden begangen hat, könnte sie von einer Krankheit heimgesucht werden, die sie daran hindern wird, bestimmte Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Allah, der Allmächtige, könnte auch sündigende Menschen mit Trockenheit und Hungersnot heimsuchen.
Wenn die Menschen jedoch Allah, dem Allmächtigen, und Seinem Gesandten (salla-llahu alayhi wa sallam) gehorchen dann sagt Allah ihnen folgendes:

{وَلَوْ أَنَّ أَهْلَ الْقُرَىٰ آمَنُوا وَاتَّقَوْا لَفَتَحْنَا عَلَيْهِم بَرَكَاتٍ مِّنَ السَّمَاءِ وَالْأَرْضِ}

„Hätten aber die Bewohner der Städte geglaubt und wären sie gottesfürchtig gewesen, hätten Wir ihnen bestimmt Segnungen von dem Himmel und der Erde aufgetan.“ (Surah Al-A’raaf 7:96)
 
Wir bitten Allah, den Allmächtigen, uns dabei zu helfen, sowohl den Glauben als auch die Frömmigkeit zu verwirklichen!
 

Schaykh Ibn Uthaymiin, rahimahullaah

Fataawaa Islamiyyah, Band 7, Seite 141-143

Teilen