{يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا لَا تَقْرَبُوا الصَّلَاةَ وَأَنتُمْ سُكَارَىٰ حَتَّىٰ تَعْلَمُوا مَا تَقُولُونَ}

„O die ihr glaubt, nähert euch nicht dem Gebet, während ihr trunken seid, bis ihr wisst, was ihr sagt“ (Surah An-Nisaa‘ 4:43)

Das Verbot, sich dem Gebet zu nähern, wenn man betrunken oder Junub ist

Allah verbot Seinen gläubigen Dienern, zu beten, wenn sie betrunken waren, weil man dann nicht die Bedeutung dessen versteht, was man in diesem Zustand sagt und Er verbot ihnen die Moscheen zu betreten, während sie Junub waren, es sei denn, wenn man nur die Moschee von einer Tür zur anderen durchquert. Diese Ayah wurde offenbart, bevor der Alkoholkonsum vollständig verboten wurde, wie aus dem Hadith ersichtlich wird, welchen wir in der Surah Al-Baqarah erwähnten, als wir Allahs Aussage:
{يَسْأَلُونَكَ عَنِ الْخَمْرِ وَالْمَيْسِرِ} „Sie fragen dich nach berauschendem Trunk und Glücksspiel“ erwähnten. In dem Hadith rezitierte der Gesandte Allahs (salla-llahu alayhi wa sallam) diese Ayah für ‘Umar, welcher sagte: „Oh Allah, Erkläre uns das Urteil zu Al-Khamr (Berauschendem) auf einfache Weise!“ Als diese Ayah (4:43) offenbart wurde, rezitierte der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) sie für ‘Umar, welcher immer noch sagte: „Oh Allah, Erkläre uns das Urteil zu Berauschendem auf einfache Weise.“ Danach tranken sie keinen Alkohol bevor sie zum Gebet gingen.

Als Allahs Aussage:

{يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا إِنَّمَا الْخَمْرُ وَالْمَيْسِرُ وَالْأَنصَابُ وَالْأَزْلَامُ رِجْسٌ مِّنْ عَمَلِ الشَّيْطَانِ فَاجْتَنِبُوهُ لَعَلَّكُمْ تُفْلِحُونَ}

„O die ihr glaubt, berauschender Trank, Glücksspiel, Opfersteine und Lospfeile sind nur ein Gräuel vom Werk des Satans. So meidet sie, auf dass es euch wohl ergehen möge!“ (Surah Al-Maa’idah 5:90) bis {فَهَلْ أَنتُم مُّنتَهُونَ} „… Werdet ihr (damit) nun wohl aufhören?“ (Surah Al-Maa’idah 5:91) offenbart wurde, sagte ‘Umar: „Wir hören auf, wir hören auf!“ (Ahmad 1:53)

Gemäß eines anderen Berichts, ließ der Gesandte Allahs (salla-llahu alayhi wa sallam), als die Ayah „O die ihr glaubt, nähert euch nicht dem Gebet, während ihr trunken seid, bis ihr wisst, was ihr sagt“ offenbart wurde, jemanden zur Zeit des Gebets verkünden: „Lasst keinen Betrunkenen sich dem Gebet nähern.“ (Dies ist der Wortlaut, der von Abu Dawud 4:80 gesammelt wurde.)

Gründe der Offenbarung (der Ayah)

Ibn Abi Hatim hat einige Berichte über das Geschehnis deren Offenbarung aufgenommen: Sa’d sagte: „Vier Ayat wurden wegen mir offenbart. Ein Mann von den Ansaar kochte einmal etwas Essen und lud einige Muhaajiriin („Auswanderer“ aus Makkah) und Ansaar („Helfer“ aus Madina) ein und wir aßen und tranken, bis wir betrunken wurden. Dann prahlten wir mit unserm Status.“ Dann hielt ein Mann einen Kamelknochen in seiner Hand und verletzte damit Sa’ds Nase, welche seitdem durch Narben entstellt war. Dies passierte, bevor der Khamr (Berauschendes) verboten wurde und Allah offenbarte später: „O die ihr glaubt, nähert euch nicht dem Gebet, während ihr trunken seid“. Muslim sammelte diesen Hadith (4:1878) und die Sammler von ‚Sunan‘ auch, mit Ausnahme von Ibn Maajah.
 
Ein anderer Grund: Ibn Abi Hatim überlieferte dass ‘Ali Ibn Abi Taalib sagte: „Abdur-Rahman Ibn ‘Auf kochte Essen, zu dem er uns einlud und Alkohol servierte. Als wir betrunken waren und die Zeit des Gebets kam, baten sie jemanden, uns im Gebet zu leiten. Derjenige rezitierte dann im Gebet: „Oh ihr Ungläubigen! Ich bete nicht das an, was ihr anbetet, aber wir beten das an, was ihr anbetet.“ (Siehe den korrekten Wortlaut in Surah Al-Kaafiruun 109.)
Allah offenbarte dann: „O die ihr glaubt, nähert euch nicht dem Gebet, während ihr trunken seid, bis ihr wisst, was ihr sagt“ (At-Tabari 3:142) (Von Ibn Abi Hatim und Tirmidhi gesammelt, welche sie als hassan (ghariib) sahih einstuften)
Allahs Aussage: „bis ihr wisst, was ihr sagt“ ist die beste Beschreibung für denjenigen, welcher betrunken ist, wenn er nicht die Bedeutung dessen kennt, die er spricht. Wenn eine Person betrunken ist, macht sie offensichtliche Fehler in der Rezitation und wird nicht in der Lage sein, demütig im Gebet zu sein.
 
Imam Ahmad verzeichnete, dass Anas sagte, dass der Gesandte Allahs (salla-llahu alayhi wa sallam): „Wenn jemand schläfrig ist, während er betet, so lasst ihn für eine Weile schlafen, damit er die Bedeutung dessen kennt, die er spricht.“ (Ahmad 3:142) Dies wurde auch von Bukhari und An-Nasaa‘i berichtet. In manchen der Überlieferungen dieses Hadith‘s sagte der Gesandte Allahs (salla-llahu alayhi wa sallam): „… denn es könnte sein, dass er um Vergebung bitten will, aber stattdessen sich selbst verflucht.“ (Fath al-Bari 1:375)

 
Imam Ibn Kathir, rahimahullah

Aus dem Tafsir von Abu Al-Fida Ibn 'Umar Ibn Kathir; Band 2

Teilen