Die ‘Ascharis von heute sind auf einen Weg oder Pfad von dem sich Abul Hasan Al-‘Aschari selbst vor Allah losgesagt hat, und die Gelehrten sehen sie nicht als Ahlus-Sunnah wal-Jamaa‘ah an, sie zählen zu den Ahlul-Bida‘. [1]
(Die Bezeichnung) „Ahl as-Sunnah wal-Jamaa’ah“ wird für diejenigen benutzt, die gegen Ahl al-Bida‘ und gegen die erneuerten Sekten sind, es ist wohlbekannt. Wenn sie in den Büchern der Kritik über eine Person der Überlieferung sagten, dass sie zu Ahlus-Sunnah und ihresgleichen zählt, so bedeutete es, dass sie nicht zu den erneuerten Sekten, wie den Khawarij, Mu’tazilah, Schia gehörte und keine Person des Kalam (theologische Rhetorik) und der erneuerten Ideen war.

Die ‘Ascharis gehören nicht annähernd dazu (zu Ahlus-Sunnah). Sie sind außerhalb dessen, und Imam Ahmad und Ibn Ma’in haben schriftlich gesagt, dass derjenige, der in theologische Rhetorik involviert ist, nicht zu Ahlus-Sunnah zu zählen ist, selbst wenn er dadurch die Sunnah erreichen würde, bis er Debatten meidet und sich den Texten zuwendet. Sie legten nicht als Kondition nieder, dass eine Person mehrheitlich mit der Sunnah übereinstimmen muss, sondern sie muss einzig und allein von ihr (der Sunnah) nehmen und ableiten. Derjenige, der von der Sunnah nimmt, gehört zu ihren Leuten, selbst wenn er einige Fehler macht, derjenige der von etwas anderen nimmt ist fehlerhaft, selbst wenn er zum Schluss (dadurch) mit ihr übereinstimmt. Wie können die ‘Ascharis, die von etwas anderen als der Sunnah nehmen und ableiten und zum Schluss nicht mit ihr übereinstimmen, zu ihren Leuten gezählt werden?!

 

Eine Zusammenfassung der Aussagen der Gelehrten über die ‘Ascharis:

Der Hafiz des Westen und sein bekannter Gelehrter Ibn Abdul-Barr berichtet, mit einer Überlieferungskette unter den malikitischen Gelehrten im Osten, dass Ibn Khuzaimah in seinem Buch ‚Kitabu-sch-Schuhadat‘ in seiner Erklärung der Worte Imam Maliks sagte, dass es nicht erlaubt sei, die Zeugenaussage der Leute der Neuerung und der erneuerten Sekten anzunehmen, er sagte: „Die Leute der erneuerten Sekten sind in Maliks und der Sicht der restlichen Gefährten, die Leute der theologischen Rhetorik (Kalam). Jede Person der theologischen Rhetorik ist von den Leuten der erneuerten Sekten und Erneuerungen, sei es ein ‘Aschari, oder anderer, als ein ‘Aschari und seine Zeugenaussage ist im Islam nicht akzeptiert, niemals. Er sollte ausgesondert und bestraft werden, aufgrund seiner Neuerung und wenn er daran festhält, so sollte ihm Reue aufgezwungen werden.“ (Jami Bayan il-Ilmi wa Fadlihi 2/117)

Ibn Abdul-Barr selbst berichtet in ‚Al-Ihtiqa‘, von den drei Gelehrten: Malik, Abu Hanifa und asch-Schafi’ii, dass sie theologische Rhetorik verboten haben und das sie heftig gegen ihre Leute waren und dass jene (die theologische Rhetorik machen) Neuerer seien und bestraft werden sollen. Es wird auch von Ibn ul- Qayyim in ‚Idjtima-ul-Djurusch-il-Islamiyyah‘ berichtet: „Und was sind die ‘Ascharis, außer Leute der theologischen Rhetorik?“

Imam Abu’l Abbas Ibn Suraidj, bekannt als der zweite asch-Schafi’ii und er war ein Zeitgenosse von al-’Aschari, sagte: „Wir sprechen ohne Tawil der Mu’tazilah, der ‘Ascharis, der Djahmiyyah, der Abtrünnigen, der Mudjassimah und Muschabihah, der Karamiyyah, und jener, die Allah mit Seiner Schöpfung vergleichen (Mukayfiah). Wir akzeptieren ohne Interpretation (Tawil) und wir glauben ohne zu vergleichen (Tamsiil).“ (Idjtima ul-Djuyusch il-Islamiyyah S. 62)
Imam Abul Hasan al-Kurdji, einer der schafi’iitischen Gelehrten des 5. Jahrhunderts sagte: „Die schafi’iitischen Imame unterließen es nicht, es zu verachten und zu verabscheuen, dass sie zu al-’Aschari gezählt werden und sie entfernten sich, von dem auf dem al-’Aschari seine Madhhab aufbaute und sie verboten ihren Gefährten und geliebten sich ihnen zu nähern, wie ich es von einer großen Zahl von Schuyukh und Imamen hörte.“ Dann gab er ein Beispiel des Schaikhs der Schafiiten seiner Ära, Imam Abu Hamid al-Isfarani, bekannt als der dritte asch-Schafi’ii, der sagte: „Die strenge des Schaikhs gegen die Leute der theoretischen Wissenschaft ist bekannt, zu diesem Punkt, dass er einen Unterschied zwischen den Prinzipien des Fiqh von asch-Schafi’ii und den Prinzipien von al-’Aschari machte. Dies wurde von Abu Bakr ar-Raziqani bezeugt und es ist bei mir. Er folgte darin, Schaikh Abu Ishaq asch-Schirazi in seinen zwei Büchern, ‚Al-Luma‘ und ‚At-Tabsirah‘ bis zum Punkt an dem al-’Aschari mit der Aussage eines unserer Gefährten übereinstimmte, da machte er eine Trennung und sagte: „Es ist die Aussage der ‘Aschariyyah.“, und er zählte sie nicht zu den Gefährten von asch-Schafi’ii. Sie mieden und verachteten jene und ihre Madhhab in den Prinzipien des Fiqh und nicht zu schweigen in den Prinzipien der gesamten Religion.“ (At-Tis’iniyyah, S. 238-239 und Scharh ul-Asfahaniyyah 5:31)

Wie bekannt sind der Autor von ‚At-Tahawiyyah‘ und ihr Kommentator, beides Hanafiten, und at-Tahawi war ein Zeitgenosse von al-’Aschari. Er schrieb seine Aqidah, um die Aqidah von Imam Abu Hanifa und seinen Gefährten zu erklären und es ähnelt dem, was in ‚Fiqh al-Akbar‘ von ihm berichtet wird. Sie berichten vom Imam, dass er klar behauptete, dass derjenige, der behauptet das Allah nicht über seinen Thron ist, oder darüber schweigt, so ist es klarer Unglaube (Kufr). Und sein Student Abu Yusuf deklarierte Bischr al-Marisi als Kafir und es ist weltbekannt, dass die ‘Aschariyyah Allahs Nuzul ablehnen und Sein Istawa über Seinen Thron und es ist bekannt, dass ihre Prinzipien von Bischr al-Marisi stammen! (Siyar A’lamin Nubula‘ in der Biografie von Bischr 10/200-201 und al-Hamawiyyah S. 14-15)
Die Position der Hanbaliten, in Bezug auf ‘Aschariyyah ist so bekannt, dass man sie kaum erwähnen muss. Denn Imam Ahmad deklarierte Ibn Kullab als Erneuerer und ordnete seinen Boykott an und dies war der Gründer der ascharitischen Madhhab. Die Hanbaliten bekämpften ihn, in einem langen Kampf. Selbst zur Zeit der Herrschaft von Nizam ul-Mulk, bis zum Punkt an dem sie grob wurden, daraufhin lehnten die Hanbaliten jeden Sprecher ab, der seine Unterrichte mit Aussagen der ‘Aschariyyah Madhhab mischte…“ (Al-Mutazam von Ibn ul-Djauzi)

Schaikh ul-Islam Ibn Taymiyyah erwähnt, dass Abdul-Qadir al-Djilani gefragt wurde: „Gab es jemals eine Wali Allahs, der auf einer anderen Aqidah, als der Imam Ahmads war?“ Er erwiderte: „Das war niemals so und wird niemals so werden.“ (Al-Istiqamah, S. 85-86)


[1] „Die ‘Ascharis und Maturidis gehören nicht zur Ahlus-Sunnah wal-Jamaa‘ah, besonders in dieser Sache (in Bezug auf die Namen und Attribute Allahs). Sie opponieren gegen das, auf dem der Prophet (salla-llahu alayhi was sallam) und seine Sahaba in Bezug auf das Akzeptieren der Namen und Attribute Allahs ihrer Haqiqah (wahren Bedeutung) nach waren. Deshalb, wer sagt, dass Ahlus-Sunnah drei Gruppen angehören: Salafis, ‘Ascharis und Maturidis – so irrt sich diese Person. Wie kann man alle  drei als Ahl as-Sunnah ansehen, wo sie sich doch unterscheiden? Was gibt es anderes neben Wahrheit, als Falschheit? Wie können sie alle zu Ahlus-Sunnah zählen, wo sie sich gegenseitig widerlegen – dies ist unmöglich, außer, es wäre möglich, sich zu versöhnen.
Es gibt ohne Zweifel eine unter ihnen, die Ahlus-Sunnah sind, aber welche von ihnen? Sind es die Maturidis, ‘Ascharis, oder Salafis? Wer von ihnen mit der Sunnah übereinstimmt, sollte Ahlus-Sunnah genannt werden, und wer ihr widerspricht, der nicht.
Wir sagen: „Die Salaf sind Ahlus-Sunnah wal-Jamaa‘ah und diese Bezeichnung darf niemanden gegeben werden, außer ihnen. Wie könnte man diejenigen, die der Sunnah widersprechen „Ahlus-Sunnah“ nennen – dies ist unmöglich. Wie kann man sagen, dass Ahlus-Sunnah drei verschiedene Gruppen seien, wir sagen jedoch sie sind im Konsens? Wo ist Akzeptanz und Konsens? Ahlus-Sunnah wal-Jamaa‘ah sind jene, die auf dem sind, auf dem auch der Prophet (sall-allahu alayhi was sallam) und seine Gefährten waren und auf der Aqidah der Salaf – bis zum jüngsten Tag – und dies sind die Salafis.“


Schaikh Ibn al-Uthaymin, rahimahullah

Scharh Aqidat il-Wasitiyyah 1/123


Übersetzt von Abdullah Nicolai

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