Was die Angewohnheit betrifft, miteinander in einer anderen Sprache als der arabischen Sprache zu sprechen, welche Symbol des Islam und Sprache des Qur’an ist, so dass dies zu einer Angewohnheit wird im Land, der Familie, mit den Haushaltsangehörigen, den Freunden, auf dem Markt, bei Anrede der Regierungsleute und –beamten oder wenn man mit den Leuten des Wissens spricht, so ist dies zweifellos makruh (unerwünscht), weil dies mit einschließt, sich wie die Nichtaraber zu verhalten, was makruh ist, wie schon vorher erwähnt.

Als die frühen Muslime nach Syrien und Ägypten auswanderten (um dort Dawah zu machen), wo die Leute das byzantinische Griechisch sprachen und ebenso nach Iraq und Khurrasan, wo die Leute persisch sprachen, als auch nach Nordafrika (Maghrib), wo die Leute Berberisch sprachen, so brachten sie den Leuten dieser Länder die arabische Sprache bei, so dass arabisch dort zur vorherrschenden Sprache wurde und alle Leute, Muslime wie Nichtmuslime, arabisch sprachen. Leider änderte sich dies später in Khurrasan, weil die Menschen nachlässig in Bezug auf die Sprache wurden und wieder anfingen, Farsi zu sprechen und sich daran gewöhnten, bis es vorherrschend wurde und arabisch fast vergessen wurde. Zweifellos ist dies makruh!

Das Beste ist, wenn man sich daran gewöhnt, arabisch zu sprechen, so dass die jungen Leute es zu Hause und in der Schule lernen und das Symbol des Islam und seiner Leute aufrechterhalten wird. Dies wird es den Leuten des Islam einfacher machen, den Qur’an, die Sunnah und die Worte der Salaf besser zu verstehen, im Gegensatz dazu, wenn eine Person erst eine (bestimmte) Sprache spricht, sich daran gewöhnt und es ihr dann schwer fällt, hinterher eine andere Sprache (arabisch) zu lernen. Man sollte wissen, dass das Benutzen einer Sprache einen starken Einfluss auf die Denkweise, das Verhalten und die religiöse Überzeugung eines Menschen hat. So hat (arabisch) auch die Wirkung, dass man sich den früheren Generationen der Ummah, den Sahaba und Tabi‘in angleicht. So zu sein wie sie verbessert das eigene Denken, die religiöse Überzeugung und das Benehmen.

Außerdem ist die arabische Sprache ein Teil des Islams und sie zu lernen und zu beherrschen ist eine Fard. Es gibt Dinge, die verpflichtend für jedes Individuum sind (Fard al 'Ayn) und andere, die für die Gemeinschaft, die Ummah verpflichtend sind (Fard al Kifaya)

Dies ist die Bedeutung des Berichts von Abu Bakr ibn Abi Shaybah, welcher sagte: „Isa ibn Yunus erzählte uns von Thawri von ‘Umar ibn Yazid dass ‘Umar an Abu Musa al-Ash’ari schrieb und sagte: „Lerne die Sunna und lerne Arabisch; lerne den Qur‘an in Arabisch, denn er ist Arabisch.“

Gemäß einem anderen Hadith, der von ‘Umar überliefert wurde, sagte er: „Lernt Arabisch, denn es ist Teil eurer Religion und lernt, wie der Nachlass eines Verstorbenen aufgeteilt werden muss, denn dies ist Teil eurer Religion.“

Dieser Befehl von ‘Umar, arabisch und die Schari’a zu lernen, verbindet die notwendigen Dinge, denn Religion beinhaltet das Verstehen von Worten und Taten. Das Verstehen der arabischen Sprache ist der Weg zum Verstehen der Worte des Islam und das Verstehen der Sunnah ist der Weg zum Verstehen der Taten des Islam …


Shaykh al-Islam Taqi al-Din Ibn Taymiyyah, rahimahullah

Iqtida al-Siratil-Mustaqim 2/207

 

Siehe auch: Salaf und Gelehrte über das Erlernen der arabischen Sprache

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