Asch-Schaafi’i (rahimahullah) sagte:

"Viererlei stärken deinen Körper:

  1. Verzehr von Fleisch,
  2. Riechen von Tiib ([guter] Duft),
  3. das vermehrte Baden ohne Geschlechtsverkehr,
  4. das Tragen von Leinen (-Kleidung).

Viererlei schwächt den Körper:

  1. Übermäßig viel Geschlechtsverkehr,
  2. Niedergeschlagenheit,
  3. übermäßiges Trinken von Wasser auf leeren Magen,
  4. übermäßiger Verzehr von sauren Speisen.

Viererlei stärkt das Sehvermögen:

  1. Sitzen in Richtung der Ka’ba,
  2. vor dem zu Bett gehen Kuhl auftragen,
  3. das Anschauen von Grünem,
  4. das Säubern der Sitzgelegenheit.

Viererlei schwächt das Sehvermögen:

  1. Das Anschauen von Dreck,
  2. das Anschauen von gekreuzigten Menschen,
  3. das Anschauen einer Vagina,
  4. das Sitzen mit dem Rücken zur Qiblah.

Viererlei stärkt vermehrt den Beischlaf (d.h. stärkt die sexuelle Energie):

  1. Verzehr von Geflügelfleisch,
  2. Verzehr von (der große) Itrifal (medizinische Pflanze),
  3. Verzehr von Pistazien,
  4. Verzehr von Johannisbrot.

Viererlei schärft den Verstand:

  1. Vermeiden von unnötigem Gerede,
  2. Verwendung des Siwaak,
  3. das Sitzen mit Rechtschaffenen (Saalihiin),
  4. das Sitzen mit Gelehrten (`Ulamaa‘).“

Viererlei Übermaß macht krank:

  1. Rede,
  2. Geschlechtsverkehr,
  3. Schlaf,
  4. (übermäßiges) Essverhalten.

Übermäßiges Reden schwächt den Geist und lässt einen schneller altern. Zuviel Schlaf lässt das Gesicht ergelben, blendet das Herz, beeinträchtigt die Augen, macht einen zu faul zum Arbeiten und verursacht überschüssige Feuchtigkeit im Körper. Übermäßiges Essverhalten schadet der Magenöffnung, schwächt den Körper, erzeugt hartnäckige Blähungen und schwere Krankheiten. Ein Übermaß an Geschlechtsverkehr raubt einem die Kraft, schwächt den Körper, lässt den Körper austrocknen, beeinflusst die Nerven nachteilig, erzeugt allerlei Verklumpungen im Körper und schädigt den gesamten Körper, und, aufgrund der psychologischen Komponente, ganz besonders das Gehirn. Schwäche des Gehirns ist schwerwiegender, als Schwäche jedweden anderen Organes, da dies auch die Seele schwächt.

Viererlei bedeutet den Untergang für den Körper:

  1. Niedergeschlagenheit,
  2. Traurigkeit,
  3. Hunger,
  4. das nächtliche Wachbleiben.

Viererlei bringt Freude:

  1. Das Anschauen von Grünem,
  2. fließendes Wasser,
  3. geliebte Menschen,
  4. Früchte.

Viererlei verdunkelt das Augenlicht:

  1. barfuß gehen,
  2. das Erblicken verhasster Gesichter des Morgens und Nachmittags, sowie das Sehen des Feindes,
  3. übermäßiges Heulen,
  4. das lange Starren auf dünne Linien.

Viererlei stärkt den Körper:

  1. das Tragen weicher Kleidung,
  2. ein (bezüglich der Temperatur) mäßiges Bad,
  3. Verzehr von süßen und nahrhaften Speisen,
  4. das Riechen guter Düfte.

Viererlei verhärtet den Gesichtsausdruck und nimmt ihm Jugend und Gesundheit:

  1. Lügen,
  2. Unhöflichkeit,
  3. vieles Fragen ohne Wissen (d.h. nutzloses Fragen),
  4. das Begehen von Sünden.

Viererlei verleiht dem Gesicht Jugend:

  1. ehrenhaftes Benehmen (Muru’ah, auch Männlichkeit),
  2. Verlässlichkeit,
  3. Großzügigkeit,
  4. Taqwa.

Viererlei erzeugt Feindseligkeit und Hass:

  1. Hochmut (Kibr),
  2. Neid (Hasaad),
  3. Lüge,
  4. Rede über andere Leute (Namimah).

Viererlei verschafft Rizq (Versorgung):

  1. Nächtliches Stehen im Gebet (Qiyam-ul-Layl),
  2. Vielmaliges nächtliches Ersuchen von Allahs Vergebung,
  3. Sadaqah geben,
  4. Dhikr am Anfang und Ende jeden Tages.

Viererlei verhindert Rizq:

  1. morgendliches Schlafen,
  2. nur seltenes Beten,
  3. Faulheit,
  4. Verrat.

Viererlei schadet dem Verständnis und dem Gehirn:

  1. Übermäßiger Verzehr saurer Speisen und Früchte,
  2. Schlafen auf dem Rücken,
  3. Niedergeschlagenheit,
  4. Traurigkeit.

Viererlei stärkt das Verständnis (d.h. dem Intellekt):

  1. Ein sorgenfreies Herz,
  2. mäßiger Konsum von Speisen und Getränken,
  3. ein ausgewogener Ernährungshaushalt bezüglich süßer und fetthaltiger Speisen,
  4. Ausschaffen von Schadstoffen aus dem Körper.

Was dem Verstand schadet:

  • Übermäßiger Verzehr von Zwiebeln, Bohnen, Oliven und Auberginen,
  • zu viel Geschlechtsverkehr,
  • Einsamkeit,
  • Sorge,
  • Vergiftung,
  • übermäßiges Lachen,
  • Niedergeschlagenheit.


Imam Ibnul Qayyim Al-Jauziyyah, rahimahullah

Die prophetische Medizin (deutsche Ausgabe, S. 365 – 372)

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