Frage:
Wir hoffen, dass unser Sheikh Abu `Abd Al-Mu`iz uns helfen wird, die Frage bezüglich der Krankenschwester, welche einen Mann behandelt, und den Männern Spritzen verabreicht, wenn es keinen Mann in der Klinik gibt, der dies machen kann, zu beantworten.
Über eine detaillierte Antwort würden wir uns freuen, möge Allah Sie belohnen.

Antwort:
Gepriesen sei Allah, der Herr der Welten. Heil und Segen seien auf dem, den Allah als Barmherzigkeit zu den Welten schickte, auf seiner Familie, seinen Gefährten und seinen Brüdern bis zum Tag der Auferstehung.

Grundsätzlich ist es einer Frau verboten, sich mit Männern zu vermischen. Ferner gibt es Beweise, dass es nicht erlaubt ist, die ‘Aurah zu enthüllen, es sei denn in Situationen der Notwendigkeit, des Bedarfs oder der Gemeinnützigkeit, die in der Schari‘a begründet sind, und unter der Bedingung, sicher vor Versuchung zu sein und ohne in Khulwa (Alleinsein mit dem anderen Geschlecht) zu sein. Die Frau muss auch gutes Benehmen an den Tag legen und sich an die Regeln der Schari’a in Bezug auf ihre Kleidung, ihren Schmuck und ihr Schauen fremder Männer und das Schauen fremder Männer ihr gegenüber halten, für den Fall, dass es keinen Mann gibt, der dies (die ärztliche Untersuchung) tun kann. Dies wird durch den Bericht bei Al-Bukhaari deutlich, gemäß Ar-Rubayyi` Bint Mu`awwidh welcher sagte:
{كنّا مع النّبي صلى الله عليه وسلم نسقي ونداوي الجرحى ونردُّ القتلى إلى المدينة}

„Wir waren mit dem Propheten (salla-llahu alayhi wa sallam) und versorgten die Verwundeten mit Wasser, behandelten sie und brachten die Toten (vom Schlachtfeld) nach Madinah.” (Al-Bukhaari, Kapitel: Jihad, bezüglich dem Behandeln der verwundeten Männer durch Frauen, während der heiligen Schlachten. Hadith 2882.) und was Al-Bukhaari auch berichtete:

{أنّ عائشة و أمّ سُليم رضي الله عنهما كانتا تنقلان القرب على متونهما، ثمّ تفرغانه في أفواه القوم، ثمّ ترجعان فتملآنها، ثمّ تجيئان فتفرغانه في أفواه القوم}

„`Aaisha und Ummu Sulaym (radiya-llahu anhum) trugen die Wasserschläuche auf ihren Rücken, von denen sie dann das Wasser in die Münder der Menschen gossen. Dann kehrten sie zurück, um die Wasserschläuche zu füllen und kehrten abermals zurück, um den Menschen Wasser einzuflößen.“ (Al-Bukhaari, Kapitel: Jihad und militärische Expeditionen bezüglich dem Kämpfen von Frauen neben Männern (Hadith 2880), Muslim (Hadith 4786) und Al-Bayhaqi (Hadith 18311) von Anas.)

Solche Taten, welche in Bezug zum Jihad stehen und bei denen Interessen in Bezug auf die Schari’a erfüllt werden, sind für Frauen erlaubt, trotz ihrer Vermischung mit Männern. In ‚Sahiih Muslim‘, berichtete Anas Ibn Maalik:

{كان رسول الله صلى الله عليه و سلم يغزو بأمّ سُليم ونسوة من الأنصار معه إذا غزا فيسقين الماء ويداوين الجرحى}

„Der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) ließ Ummu Sulaym und ein paar andere Frauen der Ansaar ihn begleiten, wenn er in den Jihad zog. Sie stellten den Soldaten Wasser bereit und behandelten die Verwundeten.” (Muslim, Kapitel des: Jihad und Militär Expeditionen (Hadith 4785); Abu Daawuud (2533), At-Tirmidhi (Hadith 1670), von Anas Ibn Maalik.)

Abgesehen davon könnte ein Bedarf oder Nützlichkeit bestehen, wenn Männer und Frauen sich vermischen, wie das Servieren der Gäste; in Al-Bukhaari wird berichtet:

{لماّ عرّس أبو أُسَيد الساعدي دعا النّبي صلى الله عليه وآله وسلم وأصحابه، فما صنع لهم طعاما، ولا قرّبه إليهم إلاّ امرأته أمّ أُسيد}

„Als Abu Ussayd As-Saa`idi heiratete, lud er den Propheten (salla-llahu alayhi wa sallam) und seine Gefährten ein. Niemand anderes als seine Frau Um Ussayd bereitete das Essen vor und brachte es ihnen.“ (Al-Bukhaari, Kapitel: Scheidung, bezüglich der Braut, welche die Leute ihrer Hochzeitsfeier bedient (Hadith 4887); Muslim (Hadith 5233); Ibn Maajah.)

Abgesehen davon, wisse, dass es einer Frau nicht erlaubt ist, ihre Aurah dem Arzt oder jemand anderem an seiner Stelle, zu zeigen, wenn es eine Ärztin gibt, die ihn vertreten kann. Wenn diese Frau (Ärztin) ihren Intimbereich untersucht, so ist es ihr nur erlaubt, das Notwendige davon zu sehen, wie es von As-Suyuuti und Ibn Nujaym in ‚Al-Ashbaah Wan-Nadhaa'ir‘ bestätigt wird, gemäß der rechtswissenschaftlichen Regel, die das festsetzt: „Notwendigkeiten sollten auf vernünftige Weise ausgewertet werden.”

Ferner, wenn eine Frau krank wird und ihre Krankheit nicht gefährlich ist, ihr aber einen scharfen, unaufhörlichen Schmerz bereitet, dann ist es ihr erlaubt, ihre Aura einer Frauenärztin zu zeigen oder einem Arzt, wenn es keine Ärztin gibt, wenn ihre Genesung von der Offenlegung ihrer Aura abhängt, da der Bedarf den Status der Notwendigkeit haben kann, sei dies in allgemeiner oder spezieller Manier. Zusätzlich ist das Bedecken des Intimbereiches besser, während die Entfernung des unaufhörlichen Schmerzes notwendig ist und die Notwendigkeit absoluten Vorrang vor dem, was besser ist, hat.

Wenn jedoch der Schmerz geringfügig und üblich ist, ist es nicht erlaubt, die Aura offen zu legen, weil der Grad der Entfernung des Schmerzes und der Bedeckung des Intimbereiches gleich ist, weil beide von ihnen verbessernd sind, obwohl das Bedecken des Intimbereiches Vorrang vor dem Schmerz nimmt, weil „Das Verbot Vorrang vor der Erlaubnis hat.“ und Frauen und Männer den gleichen Regeln unterworfen sind, gemäß der Aussage des Propheten (salla-llahu alayhi wa sallam):
{النّساء شقائق الرّجال}

„Frauen sind die Zwillingshälften der Männer.“ (Abu Daawuud (Hadith 236); At-Tirmidhi, (Hadith 113); Ahmad (7/365) (25663), von `Aisha.) und dies, wenn es keinen spezialisierenden Beweis gibt.

Das perfekte Wissen gehört Allah (‘azza wa jall). Das Lob sei Allah, dem Herr der Welten. Heil und Segen seien auf dem, den Allah als Barmherzigkeit zu den Welten schickte, auf seiner Familie, seinen Gefährten und seinen Brüdern bis zum Tag der Auferstehung.


Schaykh Muhammad Ali Farkuuz, hafidhahullah

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