Es wurde von Abu Hurayrah (radiya-llahu anhu) berichtet, dass der Prophet (salla-llahu alaihi wa sallam) sagte:

{مَا أَنْزَلَ اللَّهُ دَاءً إِلَّا أَنْزَلَ لَهُ شِفَاءً.}

„Allah hat keine Krankheit herabgesandt, ohne auch ein Heilmittel dafür herabzusenden.“ (Al-Bukhari, 5678)

Es wurde berichtet dass Abu-d-Dardaa’ (radiya-llahu anhu) sagte: Der Gesandte Allahs (salla-llahu alaihi wa sallam) sagte:

{إن الله خلق الداء والدواء، فتداووا، ولا تتداووا بالحرام.}

„Allah hat die Krankheit und die Heilung erschaffen; behandelt also die Krankheit, aber behandelt sie nicht mit dem Verbotenen (Haraam).“ (At-Tabaraani in ‚Al-Mu‘jam al-Kabiir‘, 24/254; als sahih von Schaykh al-Albaani in ‚As-Silsilah as-Sahiihah‘, 1633 eingestuft.)

Schaykh Ibn ‘Uthaymin (rahimahullah) sagte, indem er die Methoden erklärte, die zur Behandlung von Krankheiten erlaubt sind: „Die Methoden, die Allah, Erhaben ist Er, als Wege der Behandlung veranlasst hat, sind von zwei Arten:

1. Methoden, die im Islam vorgeschrieben sind, wie dem edlen Qur’aan und der Du’aa, so wie der Prophet (salla-llahu alaihi wa sallam) bezüglich der Surah al-Faatihah sagte:

{وما يدريك أنها رقية?}

„Und woher wusstest du, dass sie eine Ruqyah ist?“ Und der Prophet (salla-llahu alaihi wa sallam) machte Ruqyah für die Kranken, indem er Du’aa machte und Allah (ta‘aalaa) bat durch seine Du’aa zu heilen, wen immer er damit heilen wollte.

2. Physische Mittel, wie normale Medizin, die durch die Schari’ah bekannt ist, wie Honig und durch Erprobung und Erfahrung, wie viele andere Arten von Medizin und Heilmitteln. Bei dieser Kategorie sollte die Wirkung unmittelbar eintreten, nicht durch Einbildung. Wenn bewiesen wurde, dass etwas eine sofortige Wirkung hat, dann ist es gültig, damit eine Krankheit zu heilen und die Heilung wird mit Allahs Erlaubnis erzielt. Wenn es jedoch eine Einbildungssache ist, von der der Kranke sich einbildet, dass sie ihm psychologische Hilfe bringt und dass sie die Krankheit mildert und wenn dieser psychologische Sinn der Erleichterung zur Heilung der Krankheit führt, dann ist es nicht erlaubt, sich darauf zu verlassen und dies beweist nicht, dass darin Heilung liegt. Das ist so, damit Menschen nicht ihre Hoffnungen auf Illusionen gründen. Demzufolge ist es verboten {الحَلَقَة} (Ringe), {الخَيْط} (Fäden) und Ähnliches zu tragen, um Krankheiten damit zu heilen oder vorzubeugen, weil dies weder eine Methode ist, die in der Schari’ah vorgeschrieben ist, noch auf Basis von Erprobung und Erfahrung beruht.

So lange es keinen Beweis gibt, dass es eine Heilmethode in der Schari’ah oder gemäß der Wissenschaft ist, ist es nicht erlaubt, es als Heilmethode zu verwenden. Denn wenn man es als Heilmethode verwendet, ist dies eine Anfechtung der Souveränität Allahs, Erhaben ist Er und es ist ein Beigesellen Allahs (Schirk), weil Er Der Einzige ist, Der Ursache und Wirkung erschafft.“ (Majmuu‘ Fataawa wa Rasaa’il al-‘Uthaymiin, 17/70)

Und Schaykh Ibn ‘Uthaymin (rahimahullah) sagte: „In Bezug auf {الحَلَقَة} (Ringe) und dergleichen (Anmerk. wie das „Nazar-Auge/Nazar Boncuk“, „Fatimas Hand“ etc.):

  • Wenn derjenige, der sie trägt, glaubt, dass sie unabhängig von Allah eine Wirkung in und aus sich selbst haben, dann ist er ein Muschrik (Schirk-Betreibender) im Sinne von großem Schirk in Tawhid ar-Rububiyyah (Islamischer Monotheismus bzgl. der Allherrschaft Allahs), weil er glaubt, dass es einen anderen Erschaffer neben Allah gibt.
  • Wenn er glaubt, dass es eine Heilmethode ist, die aber keine Wirkung in und aus sich selbst hat, dann ist er ein Muschrik im Sinne von kleinem Schirk, weil wenn er glaubt, dass etwas eine Wirkung hat, während sie keine hat, hat er Allah (ta’aalaa) etwas beigesellt (Schirk begangen), da er glaubt, dass diese Sache eine Heilwirkung hat, während Allah (ta’aalaa) aber keine Wirkung in sie gelegt hat.“ (Majmuu‘ Fataawa wa Rasaa’il al-‘Uthaymiin, 9/155)

Anmerkung:

{أن النبي صلى الله عليه وسلم رأى رجلاً في يده حلقة من صفر. فقال: ما هذه؟ قال: من الواهنة. فقال: انزعها فإنها لا تزيدك إلا وهناً! فإنك لو مت وهي عليك، ما أفلحت أبد اً.}

Der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) sah einen Mann mit einem Ring {حَلَقَة} aus Messing an dessen Hand. Er fragte ihn: „Was ist das?“ Er antwortete: „(Ich trage es) um mich vor Al-Waahinah zu schützen [1].“ Daraufhin sagte er (der Prophet): „Entferne ihn, denn er wird dir nicht mehr nutzen als deine Schwäche zu erhöhen! Hätte der Tod dich ereilt, während du ihn trügest, so hättest du niemals Erfolg gehabt.“ (Ahmad, mit hasan Überliefererkette)

[1] Über diesen Satz sagte Schaykh Saalih al-Fawzaan: „‘Al-Waahinah‘ bedeutet bei den Arabern eine Krankheit, welche die Hand befällt. Bei ihnen war es Brauch Ringe/Armbänder {حَلَقَة} zu tragen um den Schmerzen vorzubeugen. Sie behaupteten dass diese sie vor den Schmerzen schützen.“

Und der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) sagte:

{من تعلق تميمة فقد أشرك.}

„Wer ein Amulett (Tamiimah) trägt, hat Polytheismus (Schirk) begangen.“ (Entnommen aus dem Buch 'Kitaab at-Tawhiid' von Muhammad ibn Abdul Wahhaab, Kapitel 7)

Ahmad (17440) berichtet dass ‘Uqbah ibn ‘Aamir (radiya-llahu anhu) sagte: „Ich hörte den Gesandten Allahs (salla-llahu alayhi wa sallam) sagen:

{مَنْ تَعَلَّقَ تَمِيمَةً فَلا أَتَمَّ اللَّهُ لَهُ وَمَنْ تَعَلَّقَ وَدَعَةً فَلا وَدَعَ اللَّهُ لَهُ!}

‚Wer ein Amulett (Tamiimah) trägt, so möge Allah ihm niemals seinen Wunsch erfüllen und wer immer eine Meeresmuschel trägt, möge Allah ihn niemals vor seinen Ängsten bewahren!‘” (Als hasan (gut) klassifiziert von Al-Arna’uut in seinem Kommentar über ‚Al-Musnad‘).

Ibn Abi Haatim überlieferte von Hudhayfa (radiya-llahu anhu):

{أنه رأى رجلاً في يده خيط من الحمى, فقطعه، وتلا قوله: وَمَا يُؤْمِنُ أَكْثَرُهُم بِاللَّـهِ إِلَّا وَهُم مُّشْرِكُونَ}

„Er sah einen Mann mit einem Faden {خَيْط} an der Hand (als Schutz und Heilung) gegen Fieber, so durchtrennte er es und rezitierte:

{وَمَا يُؤْمِنُ أَكْثَرُهُم بِاللَّـهِ إِلَّا وَهُم مُّشْرِكُونَ}

„Und die meisten von ihnen glauben nicht an Allah, ohne (Ihm andere) beizugesellen“ (Surah Yuusuf :106). (Entnommen aus dem Buch 'Kitaab at-Tawhiid' von Muhammad ibn Abdul Wahhaab, Kapitel 7)

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