Frage:
Wie denken Sie darüber, was viele Frauen heutzutage tun, indem sie sehr kurze Kleidung tragen, wenn sie nur unter Frauen sind und keine Männer anwesend sind? Einige dieser Kleidungsstücke entblößen einen großen Teil des Rückens und des Bauches, oder sie tragen diese kurze Kleidung (wie Shorts) zuhause vor ihren Kindern.

Antwort:
Alles Lob gebührt Allah, Dem Herrn der Welten, und Segen und Frieden Allahs seien auf unserem Propheten Muhammad, seiner Familie und Gefährten.

Die Mu'min Frauen am Anfang des Islams waren äußerst rein, keusch und sittsam, welches der Segen des Imans an Allah und Seinen Gesandten und des Befolgens des Qur’an und der Sunna war. Die Frauen in jener Zeit pflegten es, bedeckende Kleidung zu tragen, und es ist nicht bekannt, dass sie sich entblößten, wenn sie einander trafen oder wenn sie ihre Mahrams trafen. Die Frauen jener Ummah folgten dieser Art und Weise des Benehmens – alles Lob gebührt Allah – Generation zu Generation, bis vor nicht allzu langer Zeit, als Verdorbenheit und Unmoral Einzug genommen haben in der Art und Weise, wie sich Frauen anziehen und benehmen, aus vielen Gründen, für deren Erörterung wir hier nicht genügend Platz haben.

Aufgrund der großen Anzahl von Fragen, die dem Ständigen Komitee für die Erlassung von Fataawa gesendet wurden bzgl. dessen, was Frauen von anderen Frauen sehen dürfen und was Frauen tragen sollten, teilt das Komitee allen muslimischen Frauen mit, dass Frauen dazu verpflichtet sind, ein schamhaftes Benehmen zu haben, was der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) als Teil des Imans und einen der Zweige des Imans beschrieb.
Ein Aspekt der Schamhaftigkeit, die uns der Islam und die guten Sitten vorschreiben, ist, dass sich Frauen bedecken, sittsam sein und sich eine Haltung und Benehmen aneignen sollten, die sie weit davon fernhalten werden, in Fitnah und zweifelhafte Situationen zu geraten. Der Qur’an weist klar darauf hin, dass eine Frau vor anderen Frauen nichts anderes entblößen sollte als das, was sie vor ihren Mahrams entblößt, nämlich dass, was sie gewöhnlich in ihrem eigenen Haus unbedeckt lässt und wenn sie Hausarbeit verrichtet, wie Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „… und ihren Schmuck vor niemand (anderem) enthüllen sollen, außer ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen …” (Sura Al-Nur 24:31)

Wenn dies der Text des Qur’an ist, und das, worauf die Sunnah hinweist, dann ist dies das, was die Frauen des Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam) und die Frauen der Sahaba zu tun pflegten, sowie die Frauen der Ummah, die ihnen in Treue bis zum heutigen Tag folgten. Was gewöhnlich vor den in dieser Ayah erwähnten Leuten entblößt wurde, ist das, was Frauen gewöhnlich freilegen wenn sie zuhause sind und wenn sie Hausarbeit verrichten, was schwer zu vermeiden ist, wie das Freilegen des Kopfes, der Hände, des Halses und der Füße.
Hinsichtlich der Übertreibung im Entblößen gibt es keine Beweise aus Qur’an und Sunna, dass dies erlaubt ist. Außerdem ist dies ein Mittel, welches eine Frau zum Verführen oder von anderen Frauen verführt zu werden verleitet, was zwischen ihnen passieren kann. Zudem ist es ein schlechtes Beispiel für andere Frauen, sowie es eine Imitation der Kafir Frauen, Prostituierten und unmoralischen Frauen darstellt, in der Art, wie sie sich kleiden.

Es wurde berichtet, dass der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagte: „Wer auch immer ein Volk imitiert, ist einer von ihnen.“ (Imam Ahmad und Abu Dawud)

In Sahih Muslim (2077) wurde von ‘Abd-Allah ibn ‘Amr berichtet, dass der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) ihn sah, als er zwei Kleidungsstücke trug, die mit Safran gefärbt waren, und er sagte: „Dies ist die Kleidung der Kuffar, also trage sie nicht.“

Des weiteren wird in Sahih Muslim (2128) berichtet, dass der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagte: „Es gibt zwei Arten der Leute der Hölle, die ich nie gesehen habe: Leute mit Peitschen wie die Schwänze eines Ochsen, mit denen sie die Leute auspeitschen, und Frauen, die bekleidet und doch nackt sind, fehlgeleitet und andere in die Irre führend, mit etwas auf ihrem Kopf wie die Höcker von Kamelen, die sich zu einer Seite neigen. Sie werden weder das Paradies betreten noch seinen Duft wahrnehmen, obwohl sein Duft aus einer großen Entfernung wahrgenommen werden kann.“

Die Bedeutung der Aussage “bekleidet und doch nackt” ist, dass die Frau Kleidung trägt, die sie nicht bedeckt, sodass sie bekleidet aber in Wirklichkeit nackt ist, wie in dem Fall, wenn sie dünne Kleidung trägt, die die Farbe ihrer Haut zeigt, oder Kleidung, die die Umrisse ihres Körpers zeigt, oder kurze Kleidung, die einen Teil ihrer Gliedmaßen nicht bedeckt.

Daher ist das, was muslimische Frauen tun müssen, sich an die Rechtleitung zu halten, der die Mütter der Mu'minin (die Frauen des Propheten) und die Frauen der Sahaba (radiAllahu anhum) gefolgt sind, sowie die Frauen dieser Ummah, die ihnen in Treue folgten und danach strebten, sich zu bedecken und sittsam zu sein. Dies ist am weitesten von den Ursachen der Fitnah entfernt und wird sie vor den Dingen schützen, die Gelüste hervorrufen und der Unmoral zu verfallen.

Muslimische Frauen müssen sich ebenso davor hüten, dem zu verfallen, was Allah und Sein Gesandter verboten haben, indem sie die Kafir Frauen und Prostituierten imitieren, in Gehorsamkeit gegenüber Allah und Seinem Gesandten und in der Hoffnung darauf, die Belohnung von Allah zu erlangen und aus Angst vor Seiner Strafe.
Zudem muss jeder Muslim Allah hinsichtlich der Frauen fürchten, die unter seiner Obhut stehen, und darf sie nicht diese Dinge tragen lassen, die Allah und Sein Gesandter verboten haben, wie aufreizende Kleidung oder Kleidung, die freizügig oder verführerisch ist. Er sollte daran denken, dass er ein Hirte ist und für seine Herde an Yaum al-Qiyamah zur Rechenschaft gezogen wird.

Wir bitten Allah die Probleme der Muslime aus dem Weg zu räumen und uns alle zum geraden Weg zu führen, denn Er ist Al-Sami', der Allgegenwärtige und Der stets Antwortende.

Möge Allah Segen und Frieden auf unseren Propheten Muhammad, auf seine Familie und Gefährten senden.


Das Ständige Komitee für wissenschaftliche Forschung und Rechtsfragen

Fatawa al-Lajnah al-Da’imah, 17/290

 


 

Frage:
In letzter Zeit gibt es Kleidung, die eng am Körper anliegend getragen wird, sodass man die Figur erkennen kann. Was lautet das Urteil darüber, wenn Frauen es vor ihren nahen Verwandten tragen?

Antwort:
Es ist für eine Frau nicht erlaubt, derartige Kleider zu tragen, die die Figur zeigen – entweder weil sie eng, oder weil sie durchsichtig sind. Denn diese Tat bringt Fitna für den Mann. Und es wäre ein schlechtes Vorbild für andere Frauen. Und die Leitung ist Allahs.


Das Ständige Komitee für wissenschaftliche Forschung und Rechtsfragen
(Abd ul-Aziz Aal usch-Schaikh, Schaikh Salih Ibn Fawzan, Schaikh Bakr Abu Zayd, Schaikh Abdullah bin Rudyan)

Frage Nr. 20513

 


 

Nachdem Schaikh al-Albani folgende schwache Überlieferung erwähnte: „Die Aura des Mannes gegenüber eines anderen Mannes … , und die Aura der Frau gegenüber einer anderen Frau, ist wie die Aura der Frau gegenüber eines Mannes.“ (Silsilah Ahadith ad-Da‘ifah 3923) sagte er (rahimahullah): „Dies gehört zu den merkwürdigen Dingen, die jemanden davor schützen sich an einer bestimmten Madhhab zu binden. Wie kann man sagen, dass die Aura der Frau gegenüber einer Frau auf den Bereich zwischen Knie und Bauchnabel festgelegt ist, nach dem Faktum das dies keinerlei Basis im Buch (Quran) und der Sunnah hat? Es ist sogar gegen die Worte Allahs in Surah Al-Nur: „… und ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer ihren Ehegatten, ihren Vätern ...“ bis zur Aussage: „oder ihren Frauen“.

Mit Schmuck sind hier gemeint: Ohrringe, Halsketten, Arm- und Fußringe. Dies im Konsens der Gelehrten des Tafsirs. Zudem wird es von Ibn Mas‘ud erwähnt. Und Schaikh Tuwaijiri erwähnt es in seinem Buch. Also, es ist ein klarer Vers des Qur’an, der zeigt dass es für eine Frau nicht erlaubt ist, etwas anderes als das hier erwähnte, vor anderen muslimischen Frauen zu entblößen.“ (Radd al-Mufhim 1/74)

Schaikh al-Albani sagte auch: „Die Aussage (Meinung), dass die Aura der Frau gegenüber einer anderen Frau, wie die Aura des Mannes gegenüber eines anderen Mannes ist: dies ist etwas, wofür ich keine Basis erkenne. Dies steht sogar im Gegensatz zu Ayah 31 in Surah Al-Nur …“ (Talkhis Ahkam Janaza 1/94)

 


Frage:
Ist die Tat der Frauen, die enge Kleidung tragen, in dem Hadith des Propheten (sallAllahu alahi was sallam): „… Frauen, die angezogen sind, aber nackt wirken ...“ bis zum Ende des Hadith von Imam Muslim in seinem Sahih (3 /1680) gemeint?

 

Antwort:
Kein Zweifel, es für eine Frau nicht erlaubt enge Kleider zu tragen, die ihre Figur betonen. Das ist nicht erlaubt, außer vor dem Ehemann. Doch vor anderen als dem Ehemann ist es nicht erlaubt, sogar wenn es nur vor anderen Frauen ist. Denn sie wird den anderen ein übles Beispiel geben, wenn sie sehen, dass sie solche Kleider trägt. Diese könnten anfangen sie zu imitieren. Sie soll ihre Aura vor Frauen verhüllen, wie sie es vor Männer tut - außer, was gewöhnlich enthüllt ist, wie ihr Gesicht, Handgelenk, Füße - wenn es einen Grund gibt, dies zu tun.


Schaikh Salih al-Fawzan, hafidhahullah

Muntaqa min Fataawa Schaikh Fawzan, 454

 


Frage:
Gibt es einen Unterschied zwischen der Aura einer freien Frau und der Aura einer Sklavin? Was sind die Grenzen der Aura einer Frau vor anderen Frauen? Und was sind die Grenzen ihrer Aura vor ihren Mahrams?

 

Antwort:
Es gibt keinen Unterschied zwischen der Aura einer freien Frau und der einer Sklavin – der korrekten Meinung nach wie z.B. von Schaikh al-Islam ibn Taymiyyah und anderer. Und das ist, dass die gesamte Frau Aura ist, außer ihr Gesicht und ihre Hände.

Die Aura der Frau vor anderen Frauen und vor ihren Mahrams ist: ihr gesamter Körper, außer ihre Haare, ihr Nacken, ihre Schienbeine und ihre Hände. Sie darf ihre Brüste und Oberschenkel nicht enthüllen und die Aura die noch extremer ist, schon gar nicht.


Schaikh ‘Ali Riza, rahimahullah

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