Frage:
Wann beginnt die erste Stunde des Freitags?
 
Antwort:
Die Stunden, welche vom Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam) erwähnt wurden, sind fünf.

Er (sallAllahu alayhi wa sallam) sagte: "Wer (zur Moschee) in der ersten Stunde kommt, ist, als ob er ein Kamel geopfert hätte. Wer in der zweiten Stunde kommt, ist, als ob er eine Kuh geopfert hätte. Wer in der dritten Stunde kommt, ist, als ob er einen Schafbock geopfert hätte. Wer in der vierten Stunde kommt, ist, als ob er ein Huhn geopfert hätte. Wer in der fünften Stunde kommt, ist, als ob er ein Ei geopfert hätte. Wenn der Imam dann heraustritt, kommen die Engel, um der Ermahnung (Khutbah) zu lauschen." [1]

Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und der Ankunft des Imam wird also in fünf Teile geteilt, von denen jeder (Teil) dem entspricht, was wir als eine Stunde (60 Minuten) kennen. Es kann auch weniger oder mehr sein, denn die Zeit ändert sich.

Es gibt also fünf Stunden zwischen dem Sonnenaufgang und der Ankunft des Imam zum Gebet, beginnend ab dem Sonnenaufgang. Es wurde auch gesagt, dass sie mit der Morgendämmerung beginnen, doch die erste Ansicht ist eher korrekt, da die Zeit vor dem Sonnenaufgang die Zeit des Fajr-Gebets ist.


Sheikh Muhammad Salih al-Uthaymin, rahimahullah

Majmu Fataawa al-Sheikh Ibn Uthaymin, 16, Frage Nr. 1260

 

[1] Es wurde berichtet, dass Abu Hurayrah (radiAllahu anhu) sagte: „Der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagte: ‚Wer (zur Moschee) in der ersten Stunde kommt, ist, als ob er ein Kamel geopfert hätte. Wer in der zweiten Stunde kommt, ist, als ob er eine Kuh geopfert hätte. Wer in der dritten Stunde kommt, ist, als ob er einen Schafbock geopfert hätte. Wer in der vierten Stunde kommt, ist, als ob er ein Huhn geopfert hätte. Wer in der fünften Stunde kommt, ist, als ob er ein Ei geopfert hätte. Wenn dann der Imam heraustritt, kommen die Engel, um der Ermahnung (Khutbah) zu lauschen.‘“ (al-Bukhari Nr. 841; Muslim Nr. 850)


Anmerkung:
Al-Nawawi (rahimahullah) sagte:
„Es ist bekannt, dass der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) zum Freitagsgebet hinausging, direkt nachdem die Sonne den Zenit passiert hatte, so wie es alle Imame überall tun. Dies ist nach dem Ende der sechsten Stunde, was aufzeigt, dass derjenige, der eintrifft, nachdem die Sonne den Zenit passiert hat, keinen Anteil an Rechtleitung und Vorzug hat und ihm wird keine Belohnung verzeichnet; denn er ist gekommen, nachdem die Schriftrollen (der aufschreibenden Engel) zusammengerollt wurden.
Die Erwähnung dieser Stunden dient nur der Ermunterung der Leute, damit sie früh erscheinen und die Belohnung der ersten Reihe erhalten, auf das Gebet wartend und sich mit freiwilligen Gebeten, Dhikr und Ähnlichem beschäftigend.

Nichts davon kann erreicht werden, wenn man erst dann zur Moschee geht, wenn die Sonne den Zenit bereits überquert hat. Und es liegt kein Vorzug darin, weil der Gebetsruf gegeben wurde und es haram ist, die Antwort darauf zu verzögern.“

(al-Majmu`, 4/414)
 

Ibn Qudamah (rahimahullah) sagte:
„Die Ansicht von Malik steht diesen Berichten entgegen:
Es ist mustahab (erwünscht), das Freitagsgebet zu verrichten, wenn die Sonne gerade den Zenit passiert hat. Der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) pflegte das Jumu`ah-Gebet früh zu verrichten und wenn der Imam heraustritt, werden die Schriftrollen (der aufschreibenden Engel) aufgerollt und keine Belohnung wird für denjenigen verzeichnet, der danach zum Freitagsgebet erscheint.

Welcher Vorzug sollte also in so einem Menschen liegen?“

(al-Mughni, 2/73)

Teilen