Frage:
Wie lautet das Urteil über denjenigen, der seine Hände hebt, während der Khatib für die Muslime in der zweiten Khutbah betet (d.h. Dua macht)?
Bitte führt einen Beweis an, möge Allah euch belohnen.

Antwort:
Das Heben der Hände (während dem Dua) in der Freitagsrede oder während der Rede des 'Id ist nicht empfohlen, weder für den Imam noch für die Gemeinschaft. Empfohlen ist es, der Khutbah aufmerksam zu lauschen und zu dem Dua leise "Amin" zu sagen, ohne die Stimme zu erheben.
Was das Heben der Hände anbelangt, so ist dies nicht empfohlen, denn der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) hob während der Freitagsrede oder der Rede des 'Id nicht seine Hände und als einer der Sahabah einen der Khalifa sah, wie dieser seine Hände in der Freitagspredigt hob, kritisierte er ihn dafür und sagte: „Der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) hob seine Hände nicht.“

Ja, wenn er während der Freitagsrede um Regen betete, dann hob er wohl seine Hände, weil auch der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) in so einer Situation die Hände zu heben pflegte. Wenn er (der Khatib) also während der Freitagsrede um Regen bittet oder während der Rede des 'Id, dann ist es ihm empfohlen, die Hände zu heben, dem Vorbild des Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam) folgend.


Schaykh Abdul-Aziz ibn Baz, rahimahullah

Majmu al-Sheikh ibn Baz, 12/339
 

Anmerkung:
Umarah ibn Ru’aybah (radiAllahu anhu) sah, dass er Bischr ibn Marwan auf der Minbar sah, seine Hände hebend, und er sagte: „Wie hässlich sind diese beiden Hände. Ich sah den Gesandten Allahs (sallAllahu alayhi wa sallam) nicht mehr als dies mit seiner Hand tuend“, und er wies mit seinem Zeigefinger. (Muslim Nr. 874)

Al-Nawawi (rahimahullah) sagte: „Das zeigt, dass es nicht der Sunnah entspricht, die Hände während der Khutbah zu heben, und dies ist die Ansicht von Malik, unseren Gefährten und anderen. Al-Qadi berichtete, dass einige der Salaf und der Malikis es gestatteten, weil der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) seine Hände während der Freitagsrede hob, als er um Regen bat. Doch die früheren Gelehrten antworteten darauf, dass dieses Heben der Hände aus einem bestimmten Grund geschah.“ (Scharh Muslim)

Anas ibn Malik (radiAllahu anhu) sagte: „Die Leute waren zur Zeit des Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam) von einer Dürre und Hungersnot betroffen und als der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) die Freitagsrede hielt, stand ein Beduine auf und sagte: `Oh Gesandter Allahs, unser Besitz wurde zerstört und unsere Kinder hungern. Bete zu Allah für uns.`
So hob er (sallAllahu alayhi wa sallam) seine Hände und wir konnten keine einzige Wolke am Himmel sehen. Doch bei dem Einen, in Dessen Hand meine Seele ist, kaum hatte er sie wieder gesenkt, da erschienen wahre Wolkenberge. Er verließ die Minbar nicht, doch ich sah Regen seinen Bart hinunter rinnen.“ (Bukhari Nr. 933, Muslim Nr. 897)

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