Frage:
Unser Scheikh, ich habe eine Frage bezüglich des Urteils über denjenigen, der das Gebet unterlässt. In der Abhandlung 'Das Urteil über denjenigen, der das Gebet unterlässt' von Scheikh Muhammad Salih al-Uthaymin ist er der Meinung, dass derjenige, der das Gebet unterlässt, ein Ungläubiger ist. Er bringt viele Beweise, wie die Aussage Allahs über die Muschrikun: "Bereuen sie aber und verrichten sie das Gebet und entrichten sie die Zakah, so sind sie eure Brüder im Glauben." (Surah At-Tauba, Ayah 11)

Also sagt er, dass sein Verständnis bezüglich dieser Ayah so ist, dass wenn sie dies nicht tun, sie nicht unsere Brüder sind. Er sagt auch, dass religiöse Brüderlichkeit nicht durch Sünden verneint wird, auch wenn diese groß sind, aber sie wird verneint durch das Verlassen des Islams.

Antwort:
Dennoch sagt er nicht, dass derjenige, der betet, aber keine Zakah zahlt, (ebenso) zum Nichtmuslim wird und auch nicht, dass er dadurch Unglaube begangen hat.

Möge Allah dich rechtleiten, du bringst seine Beweise, aber ich möchte deine Aufmerksamkeit zu der Tatsache lenken, dass dies kein Beweis ist. Denn er sagt nicht das Gleiche über denjenigen, der keine Zakah zahlt, wie über denjenigen, der das Gebet unterlässt.
Du hast nicht nur seine Meinung berichtet, sondern auch seinen Beweis, aber nochmals möchte ich dich auf die Tatsache aufmerksam machen, dass das für ihn kein Beweis ist, weil in dieser Ayah die Zakah einhergehend mit dem Gebet erwähnt wird. (Er jedoch macht einen Unterschied zwischen demjenigen, der das Gebet verlässt und demjenigen, der die Zakah nicht abgibt.)


Frage:
Was ist das Urteil über eine Person, die das Gebet aus Faulheit unterlässt, ohne die Verpflichtung dazu zu leugnen? Und was ist der Beweis dafür?

Antwort:
Dieser Mann ist Allah gegenüber rebellisch und ungehorsam, aber er ist kein Ungläubiger. Der Beweis dafür ist „Wer auch immer ‚la ilaha illallah‘ aufrichtig sagt, wird das Paradies betreten" (Silsilat ul-Ahadith as-Sahiha #2355)

Und ein weiterer Beweis ist: „Allah hat seinem Diener fünf tägliche Gebete vorgeschrieben. Wer auch immer diese ordnungsgemäß verrichtet, seine Rukus (Verbeugungen) und Sujuds (Niederwerfungen) vollständig hat und diese mit Demut verrichtet, ist einen Bund mit Allah eingegangen, der ihn ins Paradies eintreten lassen wird.
Aber wer auch immer diese nicht verrichtet, seine Rukus, Sujuds und Demut nicht vervollständigt hat, hat keinen Bund mit Allah. Wenn Er will, wird Er ihn bestrafen und wenn Er will, wird Er ihm vergeben.“ (Saheeh ibn Maajah #1158, Saheeh at-Targheeb #400, Hukm Taarik as-Salaah, S. 46)

Wenn er ein Kafir wäre, würde Allah ihm nicht vergeben, weil Allah sagt: "Wahrlich, Allah wird es nicht vergeben, dass Ihm Götter zur Seite gestellt werden; doch Er vergibt das, was geringer ist als dies, wem Er will." (Surah An-Nisa, Ayah 48)  


Scheikh al-Albaani, rahimahullah

Silsilat ul-huda wan-nur, Tape Nr. 323

 

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