Frage:
Wie verhält es sich in einem Land, wo das Verschwinden der Abendröte, welches den Beginn des Nachtgebets (‘Ischaa’-Salah) anzeigt, sehr spät eintritt und es zu schwer für die Menschen ist, auf sie zu warten?

Antwort:
Wenn die Abendröte nicht verschwindet bis die Morgendämmerung (Fajr) beginnt oder wenn sie zu einer Zeit verschwindet, wo nicht genug Zeit vorhanden ist, das Ischaa’ zu verrichten, bevor die Morgendämmerung beginnt, dann fällt sie unter das Urteil von denjenigen, die keine Zeit für das Ischaa’ haben. Sie sollten die Zeit des nächstgelegenen Landes schätzen, wo es genug Zeit gibt, das Ischaa’ zu verrichten und es wurde auch vorgeschlagen, dass sie ihre Zeit auf der Zeit von Mekkah basieren sollen, weil sie die Mutter der Städte ist (Ummul-Qura).
 
Wenn die Abendröte lange vor Ischa’ verschwindet und wenn es genug Zeit gibt, das Ischa’ zu verrichten, dann müssen sie warten, bis sie verschwindet, es sei denn das Warten darauf verursacht Beschwernis. In dem Fall ist es für sie erlaubt Ischaa’ (Nachtgebet) mit Maghrib (Abendgebet) zu verbinden, zur Zeit des früheren Gebets, um Bedrängnis und Erschwernis abzuwehren, weil Allah sagt:

{يُرِيدُ اللَّـهُ بِكُمُ الْيُسْرَ وَلَا يُرِيدُ بِكُمُ الْعُسْرَ}

„Allah will für euch Erleichterung; Er will für euch nicht Erschwernis“ (Surah Al-Baqarah 2:185)

{وَمَا جَعَلَ عَلَيْكُمْ فِي الدِّينِ مِنْ حَرَجٍ}

„und euch in der Religion keine Bedrängnis auferlegt“ (Surah Al-Hajj 22:78)

 

{أن النبي صلى الله عليه وسلم جمع بين الظهر والعصر، وبين المغرب والعشاء في المدينة من غير خوف ولا مطر. قالوا: ما أراد إلى ذلك؟ قال: أراد أن لا يحرج أمته}

 

In Sahih Muslim (Nr. 1633) wird von ‘Abd-Allaah ibn ‘Abbaas (radiya-llahu ‘anhum) überliefert dass der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) das Dhuhr und das ‘Asr, und das Maghrib und das ‘Ishaa’ zusammengefasst hatte, in Madinah, als es weder Furcht noch Regen gab. Sie fragten: „Was hat er damit beabsichtigt?” Er antwortet: „Damit seine Ummah keine Bedrängnis erleidet.” d.h., dass sie keine Beschwernis erleiden, im Falle, dass sie die Gebete nicht zusammenfassen.

Möge Allah uns helfen, das zu tun, was gut und richtig ist.


Shaykh Ibn ‘Uthaymiin, rahimahullah

Majmu’ Fataawa asch-Schaykh Ibn ‘Uthaymiin (12/206)

 

Anmerkung: Siehe auch: Gebete zusammenlegen aufgrund Erschwernis (Krankheit, Regen usw.)

Teilen