Im Fall von jemanden, der daran glaubt, dass das Salah Pflicht ist und dennoch weiterhin nicht betet, erwähnten die Fuqahaa, welche diese Angelegenheit detailliert studiert haben eine Reihe von Punkten:

Der erste Punkt wurde durch die Mehrheit von ihnen festgestellt, Malik, Shaafa'ii und Ahmad: wenn eine Person darauf (das Nicht-beten) besteht, bis sie getötet wird [1], ist sie dann als Kafir und Abtrünniger oder als sündiger Muslim sowie andere sündige Muslime getötet, wie in den beiden bekannten Ansichten, die von Ahmad berichtet wurden?
Solch detaillierte Diskussion wurde von den Sahaba nicht berichtet, und ist übertrieben und sinnlos.

Wenn die Person in ihrem Herzen glaubt, dass das Gebet verpflichtend ist, wird dies ihr nicht erlauben, es zu unterlassen, bis sie exekutiert wird. So etwas ist nicht unter den Söhnen Adams bekannt, und hat es noch nie in Islam gegeben. Es ist ungewöhnlich für eine Person, die daran glaubt, dass es obligatorisch ist und ihr gesagt wird: „Wenn du nicht betest werden wir dich töten“ und dann darauf bestehen bleibt, es zu unterlassen, obwohl sie glaubt, es sei verpflichtend. Derart gab es noch nie im Islam.

Wenn sich eine Person des Salahs enthält, bis die Exekution auf sie ausgeführt wird, hat sie nicht wirklich in ihrem Herzen geglaubt, dass es obligatorisch ist und sie tat es nicht, so ist sie Kafir, gemäß dem Konsens der Muslime und es wurde in vielen Berichten festgestellt, dass die Sahaba solch eine Person als Kafir betrachteten. Dies wird auch durch die Sahih-Texte, z.B. die folgenden Ahadith des Propheten (salla-llahu alayhi wa sallam) aufgezeigt:

{.ليس بين العبد وبين الكفر إلا ترك الصلاة}

„Nichts steht zwischen dem Diener und dem Kufr außer dem Unterlassen des Salaahs.“ (Muslim)

{.العهد الذى بيننا وبينهم الصلاة فمن تركها فقد كفر}

„Der Bund zwischen uns und ihnen ist das Salaah, und wer es unterlässt, hat Kufr begangen.“ (Imam Ahmad, und die Autoren des ‚Sunan‘ mit einer Sahih-Kette aus dem Hadith von Buraydah, radiya-llahu anhum.)

‘Abdullaah bin Shaqiq al-‘Uqaylii (ein Taabi’ii) sagte:

{.كان أصحاب محمَّدٍ لا يرون شيئا من الأعمال تركه كفر إلا الصلاة}

„Die Sahaba von Muhammad sahen das Unterlassen von etwas von den Taten nicht als Kufr an, außer (dem Unterlassen) des Salahs.“

Wer weiterhin darauf besteht nicht zu beten und sich überhaupt nie vor Allah niederwirft, bis er stirbt, kann niemals ein Muslim sein, der glaubt, dass das Gebet verpflichtend ist. Zu glauben, dass es obligatorisch ist, und dass die Person, die es nicht tut, es verdient getötet zu werden, ist ein ausreichendes Motiv, um eine Person es ausführen zu lassen. Denn wenn eine Person das Motiv und die Fähigkeit dazu hat, etwas zu tun, sollte es getan werden. Wenn sie in der Lage dazu ist, es zu tun, aber es nie tut, so zeigt dies auf, dass das Motiv in ihrem Fall nicht vorhanden ist.


Schaykh ibn Taymiyyah, rahimahullaah

Majmuu' al-Fataawaa, 22/47-49

 

[1] Dieses Urteil findet ausschließlich in einem, unter islamischem Gesetz stehenden, Land seine Anwendung und wird vom islamischen Richter rechtskräftig gemacht und ist unsererseits kein Aufruf zur Selbstjustiz.

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