Der Mensch sollte über denjenigen nachdenken, der ihn zum Ungehorsam überredet, ihm die schlechten Taten schön erscheinen lässt und dessen Pflicht es ist, eben nur dies zu tun. Das ist der Schaytan, welcher für ihn zuständig ist. Aus diesem Grund müssen wir gut über ihn nachsinnen. Der Mensch muss ihn als seinen Feind ansehen, vorsichtig ihm gegenüber sein, sich vor ihm in acht nehmen und im Klaren darüber sein. Ebenfalls muss man darauf achten, was der Schaytan einem heimlich vorbereitet, ohne dass man es merkt. Dieser Verfluchte will den Menschen ins Unglück stürzen, durch eine, von den sieben folgenden Methoden bzw. Fallen, die er ihm auf dem Geraden Weg stellt.

Man sollte wissen, dass es kleinere und größere (leichtere und schwerere) Hindernisse gibt. Jedoch wird der Schaytan nicht aufhören, dir die größere Falle zu stellen, damit du in sie hinein fällst, bis er vollkommen machtlos wird, dies zu tun.


1. Falle: der Kufr
Kufr oder Unglaube (Glaubensverweigerung) an Allah subhanahu wa ta'ala, Seine Religion, die Begegnung mit Ihm, Seine vollkommenen Eigenschaften und an das, worüber uns die Gesandten berichtet haben.

Falls der Schaytan in dieser Sache erfolgreich ist, wird er sehr zufrieden sein, sein Feuer (der Begeisterung) für dich wird sich abkühlen, und er wird sich ausruhen können. Falls du jedoch, durch das Licht des Iman und die Reinheit der Rechtleitung, dieses Hindernis überwindest, wird er, der Verfluchte, dir mit dem nächsten entgegentreten.


2. Falle: die Neuerung in der Religion (Bid'a)
Dies erreicht er, indem er dich entweder von einem Glauben überzeugt, dir einen Glauben einflößt, der im Gegensatz zur Wahrheit steht, nach welcher Allah subhanahu wa ta ‘ala Seinen Gesandten geschickt hat, und nach welcher Er sein Buch offenbart hat. Oder er überzeugt dich davon, dass du deine 'Ibadah an etwas bzw. jemand anderen richtest, was Allah subhanahu wa ta ‘ala, verboten hat, wie z.B. Statuen und Bilder. Dieses stellt eine Neuerung in der Religion dar, und Allah wird davon nichts annehmen.

Diese zwei Neuerungen sind häufig unzertrennlich und geschehen nur selten vereinzelt, jede für sich. Aus diesem Grund haben bestimmte Gelehrte gesagt: „Die Neuerung des Wortes und die Neuerung der Tat haben eine Ehe geschlossen, welcher sich das „Brautpaar“ hingegeben hat, so dass auf die Welt unzüchtige Kinder kamen, welche die islamischen Länder verwüsten, und wegen welchen Diener und Städte Allah subhanahu wa ta ‘ala bitten, Er möge sie davor bewahren“.

Ibn Taymiyya rahimehullah sagte: „Der Kern von Kufr hat die sündige Neuerung geheiratet, so gebären sie zusammen das Verderben dieser und jenseitiger Welt.“

Falls du diese Hürde meisterst und dich von ihr, durch das Licht der Sunnah, befreist, und dich zudem noch mit aufrichtigem Gehorsam beschützt und mit dem, was unsere tugendhaften Vorfahren gefolgt sind, die ehrenhaften Sahaba und Tabi'in, dann wisse, dass in den vorausgehenden Zeiten, sich nur schwer jemand davor, in diese Falle retten wird.

Doch falls du dich trotzdem rettest, erst da werden dich die Neuerungsträger umzingeln und anfallen. Sie werden dabei rufen, dass du derjenige bist, der Neuerungen in die Religion bringt.


Die dritte Falle – die großen Sünden
Falls dich Allah subhanahu wa ta ‘ala rechtleitet und du diese Hürde überstehst, dann kommt schon die Dritte. Die dritte Hürde sind die großen Sünden, al-Kabair. Der Schaytan lässt dir die großen Sünden schön erscheinen, schmückt sie aus, ködert dich damit, und öffnet dir danach die Tür der Hoffnung, indem er sagt: „Der Glaube ist nur das aufrichtige Bezeugnis mit der Zunge. Ihn können deine Taten nicht zerstören.“

So lange der Mensch lebt, flüstert der Schaytan ihm Worte zu, wie: „Die Sünden schaden nicht, wenn du gläubig bist, genauso wie die guten Taten nichts wert sind, wenn du ein Muschrik (Götzendiener) bist.“

Trotzdem ist die Neuerung dem Schaytan lieber. Sie ist ein Unheil und ein Hindernis für den Menschen, weil sie dem Glauben schadet und weil sie die Verneinung dessen ist, was Allah dem Gesandten (sallAllahu alayhi wa sallam) offenbart hat. Ein Neuerungsträger, derjenige welcher die Neuerung ausübt, bereut weder diese Sache, noch will er sie verlassen. Im Gegenteil, er ruft andere sogar dazu auf.

Die Neuerung beinhaltet das Sprechen über Allah subhanahu wa ta ‘ala ohne Wissen. Sie vernichtet die Sunnah und greift diejenigen an, die der Sunnah folgen. Die Neuerung versucht das Licht Allahs zu löschen. Sie versucht diejenigen gut darzustellen, von denen sich der Erhabene abgewandt hat, und sie wendet sich von denjenigen ab, welche bei Allah gut angesehen sind. Die Neuerung nimmt das an, was Allah subhanahu wa ta ‘ala und Sein Gesandter abgelehnt haben und lehnt das ab, was Er angenommen hat.

Die Neuerungsträger beschützen diejenigen, die gegen Allah subhanahu wa ta ‘ala kämpfen, und greifen diejenigen an, welche Er beschützt. In der Neuerung wird das erlaubt, was Allah verboten hat, und jenes verboten, was Er erlaubt hat. Die Wahrheit wird verleugnet, die Lüge wird zur Wahrheit ausgerufen und bekämpft die Wahrheit. Dabei werden die Wahrheiten umgestürzt und die Herzen verblendet. Allahs Religion wird negiert. Es wird nach den Schwächen des Rechten Weges gesucht, und es wird langsam versucht den Glauben vollkommen zu ändern. [1]

Alle Neuerungen beginnen mit kleinen Dingen, um sich so allmählich auch in die größeren Dinge einzuschleichen. Und dies geschieht so lange, bis sie diejenigen, die sie verrichten, völlig vom Glauben entfernen. Ihre Haupteigenschaften sind demnach die Allmählichkeit und ihre stadienhafte Steigerung (Entwicklung). Sie entwickelt sich vom Kleinen zum Größeren, bis sie letztendlich den Gläubigen vom Rechten Weg abbringt, genauso wie man ein Haar aus dem Teig ziehen würde.

„... Und wem Allah kein Licht schafft, für den gibt es kein Licht.“ (24:40)

Falls dich Allah subhanahu wa ta ‘ala vor diesem Hindernis bewahrt, oder du dich mit aufrichtiger Reue davon rettest, wird der Schaytan mit der nächsten Falle kommen.

[1] Die verdorbenste und schädlichste Neuerung ist blinder Glaube. Sodass die Taten im Bereich des Glaubens, der 'Ibadah, der Vorschriften und des Dhikr, die von den Vorfahren geerbt wurden, keinen Wert haben. Diese Taten schöpfen nämlich ihr Licht aus der Erklärung von Allahs Worten und den Worten Seines Gesandten (sallAllahu alayhi wa sallam). Und genau deswegen begehen die früheren und heutigen Völker Schirk in ihrem Glauben (weil sie blind folgen und ihr Wissen nicht aus Allahs Worten und aus den Seines Gesandten (sallAllahu alayhi wa sallam) schöpfen.


Das vierte Falle – die kleinen Sünden
Das vierte Hindernis (die vierte Falles des Schaytan) sind die kleinen Sünden. Mit diesen wird der Schaytan sich doppelt an dir rächen. Er wird sich dir mit Worten nähern wie: „Was ist denn bloß mit dir los, Mensch. Wieso überlässt du dich nicht den kleinen Sünden, wenn du schon den großen Sünden abgesprochen hast. Oder ist dir etwa nicht bekannt, dass die kleinen Sünden durch gute Taten und das Fernhalten von großen Sünden gelöscht werden?“ Er wird so lange auf dich einreden, bist du in kleinen Sünden beständig bist (sie also dauerhaft tust).

Doch jemand, der in kleinen Sünden beständig ist, ist in einer schwierigeren Lage, als derjenige, welcher eine große Sünde begeht, sich fürchtet und sie bereut. Das Bestehen auf kleinen Sünden, ist abscheulicher als die Sünde selbst. Die große Sünde verschwindet, falls du sie ehrlich bereust und Allah aufrichtig um Vergebung bittest. Die kleine Sünde verwandelt sich jedoch in eine große, falls du beständig in ihrem Tun bist.

Der Gesandte Allahs (sallAllahu alayhi wa sallam) sagte: „Nehmt euch vor kleinen Sünden in Acht ...“ Daraufhin erwähnte er das Beispiel von Leuten, die sich auf einem verlassenen Ort niederlassen. Dort benötigen sie Holz, so dass einer von ihnen Äste holen geht. Das tun auch die anderen, bis sie schließlich viel Holz einsammeln, ein Feuer anzünden und ein Brot darauf backen. Genauso ist es mit den kleinen Sünden, welche der Mensch unterschätzt. Diese häufen sich an, bis sie ihn endlich ins Verderben führen. (Ahmad, Tabarani und andere)

Falls der Mensch sich vor dieser Falle rettet, und zwar mit Vorsicht, mit ständigem Istighfar (Allah um Vergebung bitten) und Reue, begegnet ihm das fünfte Übel.


Die fünfte Falle – die erlaubten Dinge
Das fünfte Falle des Schaytan sind die so genannten mubah- (erlaubten) Dinge. Das sind erlaubte Dinge, die, wenn wir sie tun, wir keine Sünde sind. Der Schaytan versucht dich mit ihnen zu beschäftigen, anstatt dass du deine Gehorsamkeit mit guten Taten erhöhst, dich ihnen verstärkt zuwendest und dich mit ihnen versorgst. So versucht er dich schrittweise dazu zu bringen, dass du die Sunnah-Taten vernachlässigst und danach ebenso die Taten, welche wadschib (verpflichtend) sind. Sein geringster Nutzen von diese Methode ist, dass der Mensch sich auf diese Weise große Nutzen sowie Belohnungen entgehen lässt. Wüsste der Mensch um den Nutzen und Wert dieser 'Ibadah-Taten Bescheid, so würde er sie niemals verlassen, jedoch weiß er es nicht.

Falls der Mensch diese Hürde durch das Licht der Rechtleitung überwindet und seine Aufmerksamkeit und Vorsicht festigt, sich das Wissen vom Wert der guten Taten aneignet, welche man oft verrichten sollte, dann wird er sich davor retten können, falls er kurz in diesem „Hafen“ verweilen sollte.

Ist die Falle nun überwunden, wartet der Schaytan schon bereits am nächsten Hindernis.


Die sechste Falle – Den Vorrang den guten vor besseren Taten geben
Die sechste Falle ist, dass man den beliebten Taten Vorrang gibt, vor guten und frommen Taten. Der Schaytan verführt den Menschen dazu, diese Taten zu verrichten. Er verschönert sie ihm, schmückt sie aus und hebt ihren Wert und ihre Bedeutung hervor. Alles dies tut er, nur um den Menschen von besseren und nützlicheren Taten abzubringen, welche eine größere Belohnung und einen größeren Nutzen bringen.

Wenn der Schaytan nämlich einsieht, dass er den Menschen nicht davon abbringen kann, gute Taten zu verrichten, setzt er sich ein anderes Ziel. Er versucht die Belohnung für die guten Taten zu vermindern, sowie die Stellung der 'Ibadah desjenigen, der sie verrichtet. Er beschäftigt ihn sodann mit weniger wertvollen Dingen. So tut der Mensch das Gute und nicht das Beste. Er verrichtet das, was Allah subhanahu wa ta ‘ala gefällt und nicht das was Allah am meisten gefällt. Er tut das, womit Allah subhanahu wa ta ‘ala zufrieden ist und nicht das, womit Er am zufriedensten ist.

Doch dann muss man sich fragen, wo solche Menschen zu finden sind (welche die besten Taten verrichten, die Dinge die Allah am Meisten gefallen und mit denen Er am zufriedensten ist.) In der heutigen Welt sind diese Menschen in der Minderheit. Die meisten Menschen sind schon vor den genannten Hürden stehen geblieben. Diese Hürde überwindet nur derjenige, welcher sich ausgezeichnet mit dem Wert der Taten auskennt, und mit ihrer Wertschätzung bei Allah subhanahu wa ta ‘ala. So ein Mensch erkennt den Unterschied zwischen beliebten und guten Taten, zwischen den nebensächlichen und wichtigsten Taten, zwischen den weniger wertvollen und mehr wertvolleren Taten, zwischen guten und ausgezeichneten Taten usw... Wahrlich können alle Worte und jede Tat gut sein, aber sie können auch die Besten sein. Sie können nebensächlich, aber auch die Hauptsache sein. Sie können wichtig sein, jedoch auch am Wichtigsten.

Genauso wie einige Taten das Höchste aller Dinge darstellen und andere wiederum nicht, wie es in authentischen Überlieferungen des Gesandten Allahs sallAllahu alayhi wa sallam gesagt wird: „Das beste Istighfar ist, dass der Diener spricht „Oh Allah, du bist mein Herr und ich bin dein Diener. Es gibt keinen Gott, außer Dir ...“

In einem Hadith steht: „Der Jihad ist der Gipfel des Islam“ (Tirmidhi), oder in einer anderen Überlieferung: „Gute Taten haben sich untereinander gerühmt, doch die Sadaqa (Spende) hat sie in allem übertroffen.“

Deswegen überwinden diese Hürden nur die ausgesuchtesten unter den Guten und Aufrichtigen, die besten Gelehrten und diejenigen, welche den höchsten Sieg errungen und jeder Tat den Platz zugewiesen haben, der ihr gebührt.


Die siebte Falle – die Armee des Schaytan
Nach dieser Falle kommt nur noch eine letzte Hürde, welche der Schaytan zwangsläufig stellt. Wenn sie jemand überwinden könnte, dann wären es die Gesandten, die Propheten Allahs, sowie die edelsten Seiner Diener. Diese Falle ist nämlich die Armee des Schaytans, welche er dazu benutzt, den Menschen auf alle möglichen Arten in Unruhe zu versetzen und zu stören.

Sie tun dies Mit der Hand, mit der Zunge, mit dem Herzen und abhängig von der Stufe eines Menschen in der Religion und im Guten, tun sie es auch mit guten Taten. Wenn auch immer sich der Mensch in seinem Glauben erhebt, stürzt sich der Schaytan auf ihn, treibt seine Armee und seine Verbündeten auf ihn. Je mehr der Mensch sich dem Glauben widmet, beständig im Glauben wird und verstärkt zu Allah subhanahu wa ta ‘ala aufruft, desto stärker treibt der Schaytan seine Gewissenlosen an, ihn anzufallen. In so einer Situation tritt der Mensch in einen Krieg ein. Er kämpft im Namen Allahs und kämpft gegen Seinen Feind.

Diese 'Ibadah können nur herausragende Gläubige empfinden. Diese 'Ibadah wird als 'Ibadah des Stolzes und des Trotzes bezeichnet. Ihr widmen sich nur die herausragendsten und scharfsinnigsten Gläubigen. Und die liebste Tat bei Allah ist soeben die, dass Sein Diener sich erzürnt und dem Feind trotzt. Auf eine solche Art von 'Ibadah, hat Allah subhanahu wa ta ‘ala auf mehreren Stellen im Qur'an hingewiesen.

Eines von den Beispielen ist der folgende Vers: „Wer auf Allahs Weg auswandert, wird auf der Erde viele Zufluchtsstätten und Wohlstand finden. Und wer sein Haus auswandernd zu Allah und Seinem Gesandten verlässt, und den hierauf der Tod erfasst, so fällt es Allah zu, ihm seinen Lohn (zu geben). Allah ist Allvergebend und Barmherzig.“ (An-Nisa, Vers 100)

Hier wurde der Auswanderer, der Mensch, der seine Zuflucht in die 'Ibadah an Allah gefunden hat, als ein Trotzender bezeichnet, mit welchem Allah Seinen Feinden trotzt. Deshalb liebt es Allah subhanahu wa ta ‘ala, dass Sein Diener dem Feind trotzt und gegen ihn kämpft, wie im Qur'an gesagt wird: “Dies (ist), weil sie weder Durst noch Mühsal noch Hunger auf Allahs Weg trifft, noch sie einen Schritt unternehmen, der die Ungläubigen ergrimmen lässt, noch einem Feind etwas Schlimmes zufügen, ohne dass ihnen dafür eine rechtschaffene Tat aufgeschrieben würde. Gewiss, Allah lässt den Lohn der Gutes Tuenden nicht verlorengehen.“ (At-Tauba, Vers 120)

Seinen Gesandten und seine Gefährten beschreibend, sagt Allah subhanahu wa ta ‘ala: „Und ihr Gleichnis im Evangelium ist das eines Getreidefeldes, das seine Triebe hervorbringt und dann stärker werden lässt, so dass sie verdicken und ebenmäßig auf ihren Halmen stehen, so dass es den Anbauern gefällt. (Dies,) damit Er die Ungläubigen durch sie ergrimmen lasse. Allah hat denjenigen von ihnen, die glauben und rechtschaffene Werke tun, Vergebung und großartigen Lohn versprochen.“ (Al-Fath, Vers 29)

Daraus wird ersichtlich, dass das Zeigen von Trotz gegenüber den Kuffar, das Hervorrufen von ihrem Zorn, eine Handlung ist, die bei Allah subhanahu wa ta ‘ala beliebt ist und welche Er von den Gläubigen fordert. Derjenige, welcher diese Tat und das Ziel ausführt, vervollständigt seine 'Ibadah.

Der Gesandte Allahs hat ebenfalls zwei Sujud-as-Sahw vorgeschrieben, falls der Betende im Gebet etwas versäumt und sagte: „Mit ihnen wird das Gebet vollständig, und diese zwei Sujud werden dem Schaytan trotzen und ihn erniedrigen.“ (Muslim)

So haben sie auch den Namen „Sujud des Trotzes“ bekommen. Derjenige, der seine 'Ibadah an Allah richtet und Seinen Feinden trotzt, er hat sich der Siddiqiyyah [die Stufe eines tugendhaften Menschen, die niedriger als die Stufe der Gesandten ist, jedoch höher als die Stufe der „Waly“] genährt.

Soviel, wie der Mensch seinen Herrn liebt, Ihm dient und gegen Seine Feinde kämpft, soviel wird auch sein Anteil am genannten Trotz sein. Aus diesem Grund ist auch das Stolzieren zwischen zwei Feindlagern (im Krieg) erlaubt. So eine Tat erzürnt die Ungläubigen.

Diese Form von 'Ibadah kennt erst nur ein kleiner Teil der Menschen. Und derjenige, welcher einmal ihren Geschmack und Genuss gekostet hat, wird weinen, dass er diese nicht früher ausgeführt hat.

Und nur von Allah ersuchen wir Hilfe und nur auf Ihn verlassen wir uns, denn Macht und Kraft sind nur bei Allah. Derjenige, welche diese Stufe erreicht, der trotzt dem Schaytan mit der aufrichtigen Reue, wenn dieser ihn bei einer großen Sünde sieht. Und dieser Trotz führt zu einer noch stärkeren Ergebenheit an Allah.
 
Und Allah subhana wa ta ´ala weiß es am besten.


Schaykh Ibnul Qayyim al-Jawsiyy, rahimahullah

Auszug aus dem Buch ‚Madaridsch us-Salikin‘


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