Schaykh Muhammad ibn Saalih al-’Uthaymin (rahimahullah) wurde über die Definition der Nachahmung der Kuffaar befragt.

Er antwortete: „Die Definition der Nachahmung ist: Etwas zu tun, das ausschließlich diejenigen tun, die nachgeahmt werden. Das Nachahmen der Kuffaar bezieht sich auf einen Muslim, der etwas tut, das ausschließlich von ihnen getan und nur ihnen eigen ist.
Bezüglich der Dinge, die sich unter den Muslimen verbreitet haben und nicht länger etwas sind, welche die Kuffaar von den Muslimen unterscheiden, so ist dies keine Nachahmung, es sei denn, sie sind aus anderen Gründen haraam.

Der Autor von ‚Fath al-Baari‘ (10/272) sagte: ‚Manche der Salaf sahen es als makruh an, den Burnus zu tragen, weil dies die Kleidung der Mönche war. Maalik wurde darüber befragt und er sagte: ‚Es ist nichts daran verkehrt.‘ Es wurde zu ihm gesagt: ‚Aber es ist die Kleidung der Christen.‘ Er sagte: ‚Es wird hier getragen.‘
Ich (Schaykh ’Uthaymin) sage: Es wäre stärker an Beweis, wenn Maalik gefragt worden wäre, ob der Burnus haram ist und wenn er als Beweis die Worte des Propheten (salla-llahu alayhi wa sallam) zitiert hätte:

{لا يلبس القميص ولا السراويل ولا البرانس}
‚(Der Pilger im Ihraam) soll kein Hemd, keine Hosen, kein Burnus tragen...‘.

In ‚Al-Fath‘ (10/307) heißt es auch: „Wenn wir sagen, dass sie (seidene Satteldecken) verboten sind, weil sie eine Imitation der Nichtaraber sind, dann ist dies ein religiöser Grund, aber dies war ihr Symbol zu der Zeit, als sie Kuffaar waren, aber nun ist es etwas, das ihnen eigen ist, so dass diese Bedeutung nicht mehr länger gültig ist, weshalb es nicht mehr länger makruuh ist. Und Allah weiß es am besten.“ (Majmuu’ Fataawa asch-Schaykh Ibn ‘Uthaymin, 12/290)


Die Gelehrten des Ständigen Komitees wurden über die Nachahmung der Kuffaar gefragt, welche verboten ist.

Sie antworteten: „Was mit der Nachahmung der Kuffaar gemeint ist, welche verboten ist, ist, dass man sie in ihren Sitten nachahmt, die ausschließlich von ihnen ausgeübt werden, oder in den religiösen Bräuchen und Gottesdiensten, die sie erfunden haben, indem man sie z.B. darin nachahmt, den Bart zu rasieren [1].

Bezüglich dem Tragen von Hosen, Anzügen usw. So ist das Grundprinzip dies, dass alles an Kleidung erlaubt ist, weil dies eine Angelegenheit der Tradition ist. Allah sagt:

{قُلْ مَنْ حَرَّمَ زِينَةَ اللَّـهِ الَّتِي أَخْرَجَ لِعِبَادِهِ وَالطَّيِّبَاتِ مِنَ الرِّزْقِ ۚ قُلْ هِيَ لِلَّذِينَ آمَنُوا فِي الْحَيَاةِ الدُّنْيَا خَالِصَةً يَوْمَ الْقِيَامَةِ ۗ كَذَٰلِكَ نُفَصِّلُ الْآيَاتِ لِقَوْمٍ يَعْلَمُونَ}

„Sag: Wer hat den Schmuck Allahs verboten, den Er für Seine Diener hervorgebracht hat, und (auch) die guten Dinge (aus) der Versorgung (Allahs)? Sag: Sie sind im diesseitigen Leben für diejenigen (bestimmt), die glauben, und am Tag der Auferstehung (ihnen) vorbehalten. So legen Wir die Zeichen ausführlich dar für Leute, die Bescheid wissen.” (Surah Al-A’raaf 7:32)

Eine Ausnahme davon wird gemacht, wenn es einen Schar’i-beweis gibt, dass etwas haraam (verboten) oder makruuh (verhasst) ist, wie Seide für Männer oder solche Kleidung, welche die ‘Aurah zeigt, indem sie dünn und durchsichtig ist oder eng auf der Haut liegt, so dass die Körperkonturen zu sehen sind. Solche Kleidung ist haraam. Ebenso betrifft dies Kleidung, die ausschließlich (und typischerweise) von den Kuffaar getragen wird: diese ist Männern und Frauen verboten, weil der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) es verbot, die Kuffaar zu imitieren. Und es ist Männern nicht erlaubt die Kleidung der Frauen zu tragen und Frauen nicht, die Kleidung der Männer zu tragen, weil der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) den Männern verbot, Frauen zu imitieren und den Frauen verbot, Männer zu imitieren.
Das Tragen von Hosen ist nicht etwas, das ausschließlich von den Kuffaar getan wird, weil es etwas ist, das von sowohl Muslimen als auch von den Kuffaar in vielen Ländern getragen wird. Vielmehr mögen es manche Menschen in einigen Ländern nicht, Hosen zu tragen, weil sie nicht daran gewöhnt sind und es nicht gebräuchlich unter den Menschen ist, auch wenn es gebräuchlich unter anderen Muslimen ist. Wenn der Muslim in einem Land ist, wo die Menschen nicht an solche Kleidung gewöhnt sind, ist es besser für ihn, sie nicht zu tragen, wenn er betet oder sich in öffentlichen Versammlungen oder der Straße aufhält. (Fataawa al-Lajnah al-Daa’imah, 3/307-309)

Sie sagten auch: „Muslimische Männer und Frauen sollten eifrig darauf bedacht sein, an islamischen Sitten und Einstellungen festzuhalten, und die islamische Weise in ihren Ausdrücken der Freude und Trauer und in ihrer Kleidung, Nahrung und allen ihren Angelegenheiten zu befolgen.
Es ist ihnen nicht erlaubt, die Kuffaar in ihrer Kleidung zu imitieren, indem sie enge Kleidung tragen, die die Körperkonturen zeigt oder dünne und durchsichtige Kleidung, welche die ‘Aurah enthüllt, statt sie zu verdecken oder indem sie kurze Kleidung tragen, die weder Brust, noch Arme, Hals, Kopf oder Gesicht bedeckt.“ (Fataawa al-Lajnah al-Daa’imah, 3/306, 307)

 

[1]Das Urteil über das Rasieren des Bartes

Anmerkung:
Der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) sagte:

{من تشبه بقوم فهو منهم}
„Wer immer ein Volk nachahmt, gehört zu ihnen.” (Abu Dawud, 4031; als sahih von Al-‘Iraqi in ‚Takhriij Ihya’ ‘Uluum ad-Diin‘ (1/342) und von Al-Albaani in ‚Irwaa’ al-Ghaliil‘, 5/109 eingestuft.)

‘Abd-Allaah ibn ‘Amr ibn al-‘Aas (radiyaAllahu anhu) berichtete dass der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) ihn sah, wie er zwei Kleidungsstücke trug, welche mit falschem Safran gefärbt waren und er sagte zu ihm:

{إن هذه من ثياب الكفار فلا تلبسها}
„Dies sind die Kleider der Kuffaar; so trage sie nicht.” (Muslim, 2077)

Muslim (2069) berichtete von ‘Umar dass er den Muslimen in Aserbaidschan schrieb, indem er sagte:

{إياكم والتنعم وزي أهل الشرك}
„Hütet euch vor dem Luxus und der Kleidung der Leute des Schirk.“ (Muslim, 2069)

Siehe auch:

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